Petra Scharner-Wolff soll im Oktober 2015 neue Finanzchefin (CFO) der Otto Group werden.

Otto Group

25.11.14
CFO

Otto Group: Petra Scharner-Wolff wird neue Finanzchefin

Petra Scharner-Wolff soll im Oktober 2015 neue Finanzchefin (CFO) der Otto Group werden. Damit löst eine interne Kandidatin in rund einem Jahr den derzeitigen Finanzvorstand Jürgen Schulte-Laggenbeck ab, der den Handelskonzern verlassen will.

Der Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group kündigt einen CFO-Wechsel an. Petra Scharner-Wolff, Bereichsvorstand Service der Einzelgesellschaft Otto, soll zum 1. Oktober 2015 Finanzvorstand des Handels- und Dienstleistungskonzerns werden. Sie löst damit den derzeit amtierenden CFO Jürgen Schulte-Laggenbeck ab, der seinen Ende September 2015 endenden Vertrag auf eigenen Wunsch hin nicht verlängern möchte. Schulte-Laggenbeckwill  sich außerhalb der Otto Group einer neuen beruflichen Herausforderung stellen, hieß es. Diese Entscheidung muss allerdings noch von den zuständigen Gremien genehmigt werden.

Otto Group: Scharner-Wolff wird CFO

Die designierte Finanzchefin Petra Scharner-Wolff ist seit 15 Jahren für die Otto Group tätig: 1999 kam sie an Bord und verantwortete seit 2002 als Direktorin Konzern-Controlling Beteiligungen das Controlling aller Konzernfirmen der Otto Group weltweit. Damit war sie insbesondere für die Steuerung und Planung des Portfolios, M&A, Bewertung neuer Geschäftsmodelle, internationaler Konzeptmultiplikationen, Planungen und Prognosen verantwortlich.

2007 wurde die 43-jährige Diplom-Kauffrau in die Geschäftsführung der Hanauer Schwab Gruppe berufen, wo sie 2009 die Sprecherfunktion der Geschäftsführung übernahm. Verantwortlich für die Geschäftsbereiche Planung und Controlling, Finanzen und Rechnungswesen, IT, Warenwirtschaft und Technik sowie Personal prägte sie hier den Aufbau des Mode-Konzepts Sheego. Seit dem 1. August 2012 ist Scharner-Wolff Bereichsvorstand Service der Einzelgesellschaft Otto und dort für Personal, Steuerung und IT verantwortlich.

Schulte-Laggenbeck zog mit 39 Jahren in den Otto-Group-Vorstand ein

Der langjährige Finanzvorstand Jürgen Schulte-Laggenbeck wird seinen bis 30. September 2015 laufenden Vertrag auf eigenen Wunsch hin nicht verlängern und den Handels- und Dienstleistungskonzern nach zehn Jahren verlassen.

Der Diplom-Wirtschaftsingenieur kam 2005 zur Otto Group übernahm im Oktober des gleichen Jahres die Nachfolge von CFO Michael E. Crüsemann, der damals mit dem Erreichen des 60. Lebensjahres in den Ruhestand ging. Schulte-Laggenbeck wurde damals mit jungen 39 Jahren in den Vorstand der Otto Gruppe berufen. Immer mehr jüngere CFOs werden inzwischen in die Vorstände deutscher Unternehmen geholt. Schulte-Laggenbeck kam damals von Obi zum Hamburger Handelskonzern. Für die Baumarktkette war der ehemalige Strategieberater seit 1997 tätig und verantwortete ab September 2001 im Obi-Vorstand die Bereiche Finanzen, IT und Logistik. Zuvor war er seit 1990 bei McKinsey & Company in Düsseldorf tätig.

Auch bei der Otto Group hatte Schulte-Laggenbeck neben dem Finanzbereich auch das IT-Ressort verantwortet. Nach dem gescheiterten IT-Megaprojekt zog der Handelskonzern aber im November 2012 personelle Konsequenzen und übertrug die IT-Verantwortung dem Controllingvorstand Winfried Zimmermann, der immer noch den IT- und Business-Transformationsprozess der Otto Gruppe verantwortet. „Diese Entscheidung hängt mit der strategischen Neuausrichtung zusammen, die IT zu dezentralisieren“, sagte damals ein Unternehmenssprecher zu FINANCE. „Um den komplexen Veränderungsprozess möglichst effizient zu gestalten, wurde die Verantwortung für die Technik- und Business-Themen bewusst in eine Hand gelegt.“

Die Otto Group betont in der Pressemitteilung zum angekündigten CFO-Wechsel jedoch die „außerordentlichen Erfolge“ von Schulte-Laggenbeck. „Neben dem sehr engagierten und erfolgreichen Management der Finanzen sowie von Investments und Desinvestments hat Herr Schulte-Laggenbeck als Beiratsvorsitzender die hoch profitable EOS-Gruppe geführt und moderne Finanzdienstleistungen unter dem Dach der Finnovato aufgebaut, allen voran das digitale Cross-Channel-Paymentsystem Yapital“, teilte der Konzern mit.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de