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Ströer Media verliert CFO Alfried Bührdel

Hat bei Ströer alles erreicht: CFO Alfried Bührdel verlässt den Werbevermarkter um sich neuen Herausforderungen zu widmen.
Ströer Media

CFO Alfried Bührdel wird den Werbevermarkter Ströer zum 31. März 2014 nach insgesamt 16 Jahren im Unternehmen verlassen. Wie Ströer mitteilte, hatte der Finanzvorstand den Aufsichtsrat „aus persönlichen Gründen“ gebeten, seinen Vertrag vorzeitig aufzulösen. Dieser lief ursprünglich noch bis 31. März 2015. „Nach vielen erfolgreichen Jahren, in denen Ströer zu einem führenden Anbieter für Out-of-Home Medien und nun auch Onlinewerbung herangewachsen ist, sowie einem gelungenen Börsengang ist für mich nun die Zeit gekommen, mich neuen Dingen zuzuwenden“, begründete der 51-Jährige seine Entscheidung.  Wie es für ihn beruflich weitergeht, ließ er noch offen.

Bührdels Ausscheiden sei bereits längerfristig geplant gewesen, heißt es aus dem Unternehmen. Dafür spricht auch, dass das SDAX-Unternehmen bereits einen Nachfolger für den CFO-Posten gefunden hat. Er werde im Januar bekannt gegeben, kündigte CEO und Gründer Udo Müller an. Der Vertrag sei bereits unterzeichnet. Aus dem Unternehmensumfeld ist zu hören, dass der neue CFO kein Interner sein wird, sondern von außen kommen wird.

Der IPO von Ströer war der größte Coup von CFO Bührdel

Der Nachfolger von Bührdel tritt in große Fußstapfen: „Ohne ihn wäre die Ströer Media AG heute nicht das, was sie ist“, lobte Udo Müller seinen CFO. Der Werbevermarkter ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen – der Umsatz stieg allein in den ersten neun Monaten 2013 um 15,6 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum auf nun 150 Millionen Euro. Das lag auch an den zahlreichen M&A-Deals im Bereich Onlinewerbung, die Bührdel seit der Strategieerweiterung Ende 2012 eingefädelt hat: So beteiligt sich Ströer innerhalb weniger Monate unter anderem an den Online-Werbevermarktern Adscale, Ströer Interactive, freeXmedia, Business Advertising und  Adscale – für Bührdel eines seiner Karrierehighlights.

Der größter Coup des CFOs war aber wohl der Börsengang von Ströer im Juli 2010 mit einem Emissionsvolumen von rund 400 Millionen Euro. Für das Unternehmen begann damit ein neues Kapitel. Für den gelungenen IPO und den wichtigen Schritt für die weitere Unternehmensentwicklung kürte FINANCE Alfried Bührdel zum CFO des Jahres 2010.

Nach 16 Jahren hielt Bührdel es nun offenbar für an der Zeit, sich neue Herausforderungen zu suchen. Wohin es den ruhigen Ostwestfalen ziehen wird, ist noch unklar. „Ich habe nie Karrierewege verfolgt“, beteuerte er einmal in einem Interview mit FINANCE. „Ich habe die Aufgaben angenommen, die sich mir gestellt haben. Dann kam eins zum andern.“ In jedem Fall wäre es erst seine dritte Karrierestation – vor Ströer war er neun Jahre bei Bertelsmann tätig.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de

Info

Details zu Alfried Bührdels bisherigen Karrierestationen, seine persönlichen Highlights als Ströer-CFO sowie ein ausführliches Portrait finden Sie im CFO-Almanach bei FINANCE-Köpfe.