Gunnar Voss von Dahlen verlässt schon nach einem Jahr den Finanzvorstand von Manz.

Manz

26.03.18
CFO

Trotz Rekordumsatz: Manz trennt sich von CFO

Der Hightech-Maschinenbauer Manz trennt sich nach nicht mal einem Jahr schon wieder von seinem Finanzvorstand Gunnar Voss von Dahlen. Übergangsweise teilen sich nun CEO und COO die Finanzverantwortung.

Der Maschinenbauer Manz und Finanzvorstand Gunnar Voss von Dahlen gehen wieder getrennte Wege. Der Aufsichtsrat hat Voss von Dahlen „mit sofortiger Wirkung freigestellt“, wie es ungewöhnlich deutlich in einer Manz-Kapitalmarktinformation heißt. Grund für die Trennung seien demnach „unterschiedliche Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung des Unternehmens“. Welche konkreten Differenzen Manz und sein nun ehemaliger Finanzvorstand hatten und weshalb diese schon nach einem dreiviertel Jahr so eklatant zutage traten, wollte ein Firmensprecher auf FINANCE-Anfrage nicht kommentieren.

Für Voss von Dahlen endet damit ein ausgesprochen kurzes Intermezzo. Er hatte die Position des Finanzchefs erst im Juni 2017 übernommen und verantwortete die Bereiche Finanzen und Controlling, Personal, IT, Organisation, Verwaltung, Investor Relations und Recht. Zu Manz wechselte Voss von Dahlen von dem Druckmaschinenbauer Heidelberg, wo er Segment-CFO war. Bis ein Nachfolger für ihn gefunden ist, übernehmen CEO Eckhard Hörner-Marass und COO Martin Drasch die Verantwortung für die Finanzen des im Prime Standard gelisteten Unternehmens.

Manz schaffte 2017 Rückkehr in die Gewinnzone

Die Geschäftsentwicklung ließ einen Managementwechsel eigentlich nicht erwarten. Manz hat viele schwere Jahre mit zum Teil deutlichen zweistelligen Millionenverlusten hinter sich, hat sich inzwischen aber wieder gefangen. 2017 erzielte der Maschinenbauer mit 325 Millionen Euro einen neuen Umsatzrekord. Im Vergleich zum Vorjahr war das eine Steigerung um rund 41 Prozent. Dadurch schaffte es Manz auch, die lange Verlustserie zu beenden. Vor Zinsen und Steuern blieb ein Gewinn von 1,6 Millionen Euro hängen, nach einem Verlust von fast 36 Millionen Euro im Jahr 2016.

Ein Indiz für die Hintergründe der überraschenden CFO-Freistellung lässt sich in einer Pressemitteilung des Unternehmens von Anfang März finden. Damals hatte Voss von Dahlen die Geschäftsentwicklungen noch so kommentiert: „Wir haben noch einige Aufgaben vor uns, die wir 2018 lösen werden, um unsere Profitabilität weiter zu steigern.“

Tatsächlich ist die starke Geschäftserholung in hohem Maße auch in einer M&A-Transaktion begründet: Im Mai 2017 verkaufte Manz seine Anteile an einem Joint-Venture, das Maschinen für die Solarindustrie herstellt, für rund 50 Millionen Euro an den chinesischen Geschäftspartner.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de