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Uniper bestellt neuen CFO und baut den Vorstand um

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Christian Barr kommt von der E.on-Tochter Lechwerke und wird CFO beim Energiekonzern Uniper. Foto: Uniper SE
Christian Barr kommt von der E.on-Tochter Lechwerke und wird CFO beim Energiekonzern Uniper. Foto: Uniper SE

Das Energieunternehmen Uniper hat einen neuen CFO gefunden. Ab November 2025 ist Christian Barr für die Finanzen des weitgehend bundeseigenen Unternehmens verantwortlich. Er folgt auf Jutta Dönges, die das Unternehmen Ende Oktober verlässt, um ab November bei Aumovio, der Automotive-Sparte von Continental, die Finanzagenden zu übernehmen.

Zu Christian Barrs Verantwortungsbereichen gehören bei Uniper zukünftig Finanzen, Controlling, Steuern und Investor Relations. Er hat rund 25 Jahre Erfahrung im Energiesektor mit dem Schwerpunkt Finanzen. Er ist seit 2023 im Vorstand der Lechwerke, einer E.on-Tochter, die 36 Wasserkraftwerke betreibt. Die LEW-Netztochter versorgt rund 1 Million Menschen mit Energie.

Barr war CFO bei E.on UK

Internationale Erfahrung sammelte Barr von 2018 an als CFO der britischen E.on-Tochter. In dieser Funktion managte er unter anderem die Integration von Npower in E.on UK. Zudem führte er das Unternehmen durch die Energiekrise und sorgte in Zeiten stark schwankender Energiepreise für ein verlässliches Risiko- und Liquiditätsmanagement.

Dass Barr bereits Finanzerfahrung im Energiebereich mitbringt, wird ihm bei Uniper sicherlich zugutekommen, denn auf den zukünftigen CFO warten einige Herausforderungen. Im Zuge der Energiekrise rettete der Bund das Unternehmen durch eine Übernahme vor der Insolvenz. Die Bundesregierung will jedoch bis spätestens 2028 ihre Beteiligung auf maximal 25 Prozent verringern. Medienberichten zufolge soll der Bund aktuell einen Börsengang von Uniper prüfen.

Neuer Uniper-CFO muss Beihilfen verringern

Diesen Schritt sowie die künftige finanzielle Unabhängigkeit wird Barr als Finanzchef mitgestalten müssen. Auch vor dem Hintergrund der Rückzahlungsstrategie, die die Düsseldorfer noch fahren müssen: Den Großteil der angenommenen Staatshilfen in Höhe von 13,5 Milliarden Euro muss der Konzern noch erstatten.

All das, während gleichzeitig sowohl ein Spar- als auch ein Investitionsprogramm laufen. So plant Uniper angesichts des herausfordernden Markt- und regulatorischen Umfelds 400 Stellen zu streichen. Bis Anfang der 2030er Jahre will der Konzern aber auch rund 8 Milliarden Euro in die Transformation investieren. Obwohl Uniper mittlerweile operativ wieder stabiler dasteht, wird sich Barr bei Amtsantritt mitnichten zurücklehnen können.

Uniper hebt neues Ressort aus der Taufe

Fabienne Twelemann. Foto: Uniper SE

Zeitgleich mit Barr zieht auch Fabienne Twelemann in den Uniper-Vorstand ein. Sie wird das neu zu schaffende Ressort Personal und Transformation verantworten, das die Bereiche Personal, IT, Beschaffung und Immobilien sowie Operations zusammenfasst. Ziel ist es, den Umbau im operativen Geschäft mit einer koordinierten Weiterentwicklung der dafür zentralen Unterstützungsfunktionen zu flankieren. Die Verträge mit zwei weiteren Vorstandsmitgliedern, Holger Kreetz (COO) und Carsten Poppinga (CCO), verlängert der Aufsichtsrat jeweils um fünf Jahre.

Uniper ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt rund 7.500 Mitarbeitende. Die Leistung der Uniper-Kraftwerke beträgt rund 14 Gigawatt. In Deutschland beliefert Uniper rund 1.000 Kommunen und Industrieunternehmen mit Energie und Dienstleistungen und gehört zu den größten Betreibern von Gasspeichern und Wasserkraftwerken.

Raphael Arnold ist Redakteur bei FINANCE. Er studierte in Gießen und Alexandria (Ägypten) Geschichte, Geografie und Arabisch. Schon vor und während des Studiums schrieb er für verschiedene Tageszeitungen. Bei den Nürnberger Nachrichten absolvierte er ein Volontariat und arbeitete im Anschluss in deren Wirtschaftsredaktion. Danach war er über 13 Jahre für den US-Investment News Service OTR Global als Researcher und Projektmanager tätig. Beim Juve Verlag verantwortete er bis Oktober 2024 knapp acht Jahre lang die Österreich-Publikationen.