Warsteiner steckt in der Sanierung. Der neue CFO, der sie umsetzen muss, ist in der Brauerei kein Unbekannter.

Warsteiner

10.01.19
CFO

Warsteiner holt Ex-CFO zurück

Stellenabbau, Teilverkäufe, Führungswechsel: Warsteiner steckt inmitten einer Sanierung. Der neue CFO, der sie umsetzen muss, ist in der Brauerei kein Unbekannter.

Mit Carsten Rockholtz besetzt die sauerländische Brauerei Warsteiner ihren CFO-Posten mit einem alten Bekannten. Rockholtz war bereits 2017 kaufmännischer Geschäftsführer bei dem Mittelständler, zog sich allerdings nach nur einem Jahr im April vergangenen Jahres aus privaten Gründen in den Beirat zurück.

Auf ihn folgte damals Christian Gieselmann, der aus einer Unternehmerfamilie stammt und vor seinem Antritt bei Warsteiner für die Unternehmensberatung Roland Berger arbeitete. Doch der nächste Wechsel im Management ließ nicht lange auf sich warten. Geschäftsführerin Alessandra Cama kündigte an, zum Februar Warsteiner zu verlassen. Der jetzige Finanzchef Gieselmann wird ihre Ressorts Marketing und Vertrieb übernehmen und gleichzeitig zum Sprecher der Geschäftsführung befördert. Mit Rockholtz und Gieselmann führen in Kürze also zwei Finanzer die Traditionsbrauerei.

Warsteiner wächst wieder

Eine weitere Parallele: Nicht nur Gieselmann, sondern auch Rockholtz hat einen Beraterhintergrund. Er startete seine Karriere bei Kienbaum, arbeitete später aber auch in der Industrie bei ThyssenKrupp und dem Recycler Tönsmeier.

Mit seinem Wiedereinstieg in die operative Geschäftsführung greift Rockholtz auch just jenes Sanierungsprogramm auf, das er selbst ausgearbeitet und gemeinsam mit Cama in die Wege geleitet hatte. Nach dem Absatzrückgang im Jahr 2017 um 4,7 Prozent war geplant, nicht nur bis zu 240 der 1.500 Stellen abzubauen, sondern zugleich für Teile des Unternehmens Investoren zu finden. Aktuellen Informationen der FAZ zufolge war dies jedoch nicht notwendig: Bislang wurden lediglich 150 Stellen gestrichen. Und auch betriebsbedingte Kündigungen oder Sozialpläne seien demnach nicht nötig gewesen.

Ob die Restrukturierung bereits Früchte trägt, ist noch nicht erkennbar. Zwar hat Warsteiner für das abgelaufene Jahr eine Absatzsteigerung von 6,8 Prozent vermeldet – deutlich mehr als beispielsweise der Rivale Krombacher. Zur Umsatz- und Ertragsentwicklung hat Warsteiner noch keine offiziellen Angaben gemacht. Branchenschätzungen zufolge soll die Warsteiner-Gruppe 2018 mehr als 400 Millionen Euro umgesetzt haben. Dass das Unternehmen auf zwei Finanzer mit Sanierungserfahrung setzt, deutet aber darauf hin, dass die Restrukturierung noch nicht zu Ende ist.

olivia.harder[at]finance-magazin.de