Investment-Manager in der Private-Equity-Branche können sich über höhere Gehälter und Boni freuen.

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22.10.15
CFO

Exit-Boom macht Private-Equity-Manager reich

Die lukrativen Exits der PE-Investoren schlagen sich auf die Bezahlung der Investment-Manager nieder: Sowohl die Gehälter als auch die Boni in der Branche steigen deutlich.

Manager von Private-Equity-Häusern können sich freuen: Das hohe Preisniveau auf dem M&A-Markt und die Rekordzuflüsse von Investorengeldern machen nicht nur viele Private-Equity-Fonds größer und relevanter – sie spülen auch den PE-Profis persönlich derzeit eine Menge Geld aufs Konto.

Laut einer Studie des Datendienstleisters Preqin sagen drei Viertel der Private-Equity-Firmen, das Durchschnittsgehalt ihrer Mitarbeiter sei gegenüber 2014 gestiegen. Die meisten PE-Investoren (53 Prozent) sprechen von einem moderaten Anstieg der Durchschnittsgehälter von bis zu einem Zehntel. 14 Prozent berichten von noch stärkeren Zuwächsen. Das durchschnittliche Gehaltsplus liegt bei 5 Prozent. (Absolute Zahlen werden in der Studie nicht dargelegt.)

Gehälter der PE-Profis werden auch 2016 steigen

Und der Aufwärtstrend ist robust: Mit 59 Prozent erwarten die meisten der knapp 200 weltweit befragten Private-Equity-Investoren, dass die Gehälter auch im kommenden Jahr um bis zu ein Zehntel steigen werden. Weitere 10 Prozent erwarten, dass sie sogar um bis zu ein Fünftel zulegen könnten.

Neben den Gehältern steigen auch die Boni der Investment-Manager. 46 Prozent der PE-Häuser gaben an, dass sie in diesem Jahr mehr Zusatzvergütungen ausschütten werden als im Jahr 2014. Allerdings berichten auch 39 Prozent von rückläufigen Bonuszahlungen.

Das ist ein Indiz, wie sehr die immer anspruchsvoller werdenden Wege zur Wertsteigerung der Portfoliounternehmen die Erfolgsraten der einzelnen Private-Equity-Häuser auseinanderdriften lassen. Experten erwarten schon seit Jahren das Ausscheiden schwächerer Anbieter, die ihre Renditeziele nicht erreichen. Das positive Marktumfeld verhindert eine Marktkonsolidierung aber bislang.

Der Carried Interest kommt noch dazu

Die niedrigen Zinsen trocknen die Anlagealternativen für institutionelle Investoren aus. Deshalb fließt der Private-Equity-Branche viel Geld von Investoren zu, die auf diese Weise noch Überrenditen zu erzielen versuchen. Dies lässt neue Private-Equity-Projekte wie Pilze aus dem Boden sprießen. Laut Preqin wurden weltweit seit Januar ganze 625 PE-Newcomer-Fonds  aufgelegt oder final geschlossen. Die dadurch wachsende Nachfrage nach erfahrenen Investment-Managern dürfte ein wesentlicher Grund für den Anstieg der Gehälter und der Boni sein.

Viel Freude macht den Investment-Managern zur Zeit auch der so genannte Carried Interest. Dies ist eine Form der Gewinnbeteiligung für Private-Equity-Fonds und ihre Mitarbeiter, die fällig wird, wenn der Fonds es schafft, eine bestimmte Mindestrendite zu erzielen. Der Carried Interest wurde in der Preqin-Studie nicht erhoben.

Da derzeit eine rekordverdächtige Anzahl an Private-Equity-finanzierten Unternehmen auf dem M&A-Markt verkauft wird – oft aus Investitionsjahren, in denen das Bewertungsniveau niedriger lag als aktuell – ist davon auszugehen, dass im Moment auch jede Menge Carried Interest in die Taschen der Private-Equity-Profis fließt.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

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