Deutlich mehr als ein Drittel der deutschen CFOs wollen in diesem Jahr ihre Finanzabteilungen personell verstärken. Das ergab eine aktuelle Befragung des Personaldienstleisters Robert Half unter 200 deutschen CFOs. Demnach gaben 41 Prozent der befragten CFOs an, neue Stellen im Finanz- und Rechnungswesen schaffen zu wollen. Das ist deutlich mehr als im vergangenen Jahr: Damals wollte lediglich ein Viertel der CFOs ihre Abteilungen verstärken.
CFOs bauen Finanzabteilung wegen Projektarbeit aus
Für diesen verstärkten Stellenausbau gibt es einige Gründe: Viele der CFOs wollen ihre Finanzabteilungen für die Internationalisierung der Unternehmen stärken. Mehr als die Hälfte der Befragte sagten, dass neue Projekte sowie das Erschließen neuer Märkte verantwortlich für den geplanten Jobaufbau seien. Zudem wollen zahlreiche Firmen ihr Produkt- und Dienstleistungsportfolio erweitern (45 Prozent) und haben Expansionspläne (38 Prozent). Gerade China ist für viele Unternehmen ein Thema. Dort ein Finanzmanagement aufzubauen, ist jedoch schwer.
Aber auch in Deutschland ist es für die CFOs nicht einfach, die passenden Kandidaten zu finden. „Es gibt inzwischen ähnliche Tendenzen im Finanz- und Rechnungswesen wie in der IT-Welt“, sagt Christian Umbs, Senior Director bei Robert Half Technology. „Nur verhältnismäßig wenige Leute aus dem Finanz- und Rechnungswesen sind derzeit in keiner Anstellung.“
Für Finanzchefs ist die Mitarbeitersuche – gerade für bestimmte Bereiche des Finanzbereichs – unter diesen Umständen sehr schwierig. Die befragte CFOs sind insbesondere an Spezialisten im Finanzmanagement und in der Finanzanalyse interessiert. Jeweils 35 Prozent der auf Mitarbeitersuche befindlichen Befragten finden es aber schwierig, in diesem Bereich, zu dem auch das Controlling gezählt wird, Mitarbeiter zu finden. Rund ein Viertel der einstellungsfreudigen CFOs sehen bei der Suche nach neue Debitoren- und Kreditorenbuchhalter eine Herausforderung. Im Treasury sieht die Welt etwas anders aus: „Nur jeder zehnte CFO findet es schwierig, Fachpersonal im Treasury zu finden“, sagt Umbs.
Für die Unternehmen bedeutet das, dass sie die Finanzmitarbeiter häufig von Wettbewerbern abwerben müssen. Das ist keine leichte Aufgabe. Denn nicht nur der Standort des Unternehmens, sondern auch die Vergütung spielen eine große Rolle für Finanzmitarbeiter, die wechseln möchten. Und da können Spezialisten aus dem Finanz- und Rechnungswesen im Moment einiges fordern.
2014: Finanzmitarbeiter können gewisse Gehaltssprünge erwarten
„Beim Gehalt kann ein Mitarbeiter aus dem Finanz- und Rechnungswesen dieses Jahr gewisse Sprünge erwarten, da der Arbeitsmarkt für Finanzmitarbeiter derzeit kandidatengetrieben ist“, sagt Umbs. „Angesichts der positiven Prognosen für Konjunktur und Arbeitsmarkt sind die Arbeitnehmer aus dem Finanz- und Rechnungswesen aktiver als im vergangenen Jahr. Sie schauen sich nach interessanten Positionen um, um ihr Gehalt zu verbessern und den nächsten Karriereschritt zu gehen.“
Der Personaldienstleister Robert Half nimmt derzeit schon eine entsprechende Bewegung im Markt wahr. „Dieser Trend wird sich im Verlauf dieses Jahres noch weiter verstärken.“ Dennoch ist Umbs zufolge nicht davon auszugehen, dass sich der Boom aus den Jahren von 2005 bis 2007 wiederholen wird. „Das wäre zwar erfreulich, aber es ist noch zu früh, um dies zu bestätigen“, sagt der Personalberater
Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.
