Er liebt unterschiedliche Sportarten, kann aber bei Fußball nur wenig mitreden: Der FINANCE-Fragebogen von Ralf Brühöfner, CFO der Berentzen-Gruppe.

Berentzen-Gruppe/Montage: FINANCE

04.12.18
CFO

CFO vor der Wahl: Ralf Brühöfner, Berentzen-Gruppe

Bevor er ins Büro kommt, hat der Finanzchef der Berentzen-Gruppe oft schon eine Runde Frühsport hinter sich. Worauf er im Büro Wert legt und welche technischen Neuerungen er kaum erwarten kann, verrät Ralf Brühöfner im FINANCE-Fragebogen.

Telefonieren oder Mailen?
Telefonieren, sofern irgendwie möglich, also nicht im Zubringerbus oder auf der Funkloch-Autobahn A31. Das persönliche Gespräch hat einen viel dichteren Informationsgehalt. Die Schriftsprache ist leider anfällig für Missverständnisse.

Gourmetmenu oder Currywurst?
Nach jeder fünften Currywurst auch mal ein Gourmetmenü, dann gerne im Kreis von Freunden, um es richtig genießen zu können. Dazwischen lasse ich mich immer wieder auch durch eine der zahlreichen neuen Food-Ideen überraschen. Der Markt für Lebensmittel ist hochspannend und innovativ. Ich kann gar nicht alles ausprobieren, was mich interessiert. 

Überstunden: Früher anfangen oder länger bleiben?
Ein eiliger Anfang würde meinen Frühsport einschränken. Ich brauche erst einmal frische Luft, Bewegung und ein wenig Belastungsintensität. Am Abend lässt sich der Tag ohnehin besser dehnen. Also lieber länger bleiben.

Wie fährt es sich besser: Taxi oder eigenes Auto?
Auf das Autofahren könnte ich gerne verzichten, wenn ich darauf verzichten könnte. Ich kann die Realität des autonomen Fahrens kaum abwarten.

Reisen: Bungee-Jumping oder Strandkorb?
Im Strandkorb würde ich mich viel zu sehr darüber ärgern, dass ich nicht selber der Vermieter bin und meinen Traumjob verpasst habe. Dann eher kopfüber in eine Schlucht. Ich war früher leidenschaftlicher Turmspringer, der Unterschied kann nicht so groß sein.

FINANCE-Köpfe

Ralf Brühöfner, Berentzen-Gruppe AG

Nach seinem Studienabschluss als Diplom-Kaufmann beginnt der Berufsweg von Ralf Brühöfner im Jahr 1992 bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouse. Drei Jahre später wechselt er ins operative Geschäft und bekleidet Führungspositionen in der Behälterglasindustrie (Hermann Heye KG, heute ArdaghGroup) und im Maschinenbau (Balcke-Dürr AG). Ende 2001 wechselt er zur Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft und steigt zunächst zum Generalbevollmächtigten des Unternehmens auf. Im Sommer 2007 wird er dann zum Finanzvorstand berufen.

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Fußball: Schauen oder spielen?
Weder noch. Beim obligatorischen Fußball-Small Talk muss ich mich daher regelmäßig auswechseln lassen. Als aktiver Sportler liebe ich aber fast alle anderen Sportarten.

Für Notizen: Zettel und Stift oder Tablet und Smartphone?
Unterwegs nutze ich dafür ausschließlich meine mobilen Geräte. Da ich aber immer noch eine sehr schnelle Handschrift habe und mich zudem die ständigen Autokorrekturen nerven, kommt im Büro ein Bleistift zum Einsatz. Bei aller Digitalisierung muss auch eine Retro-Macke noch ihren Platz haben dürfen.

Kaffee oder Tee?
Tee, und zwar als eiskalte Mio Mio Mate. Sorry für den Werbeblock.

Der CFO: Stratege oder Spezialist?
Unternehmenssituationen, Herausforderungen, Aufgaben und Schwerpunkte ändern sich ständig. In Abhängigkeit davon sollte man beide Rollen unbedingt beherrschen.

Controlling: Bottom-up oder Top-down?
Bottom-up für den tatsächlichen Erkenntnisgewinn, Top-down für die effektive Ergebnissteuerung.

Mails checken im Urlaub: ja oder nein?
Ja, auch wenn man es sich manchmal anders wünschen würde. Ein „Stay Connected“ nimmt aber die Hektik vor dem Urlaub, beruhigt das Management-Gewissen und erleichtert den Wiedereinstieg.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de


Zur Person: Berentzen-CFO Ralf Brühöfner

Der Diplom-Kaufmann startet seine Karriere in der Wirtschaftsprüfung, bevor er Stationen in der Glasindustrie und im Maschinenbau absolviert. Ende 2001 kommt er zum Getränkehersteller Berentzen und wird 2007 CFO. Welche Transaktionen seine Karriere seitdem besonders geprägt haben, lesen Sie im FINANCE-Köpfe-Profil von Ralf Brühöfner.