Volkswagen teilt seine Finanzsparte VWFS neu auf. Die Volkswagen Bank wird dadurch direkt an die Mutter angegliedert.

Volkswagen

02.11.16
CFO

Volkswagen teilt seine Finanzsparte auf

Volkswagen trennt seine Finanzsparte auf. CFO Frank Witter will durch das Manöver die Netto-Liquidität der Wolfsburger verbessern.

Der Autobauer Volkswagen teilt seine Finanzsparte Financial Services (VWFS) auf. Wie das Unternehmen mitteilte, wird die derzeitige VWFS-Tochter Volkswagen Bank aus der Sparte herausgelöst und eine direkte Tochtergesellschaft von Volkswagen.

Für Volkswagen-CFO Frank Witter, der von 2008 bis 2015 Vorstandschef bei VWFS war, ergeben sich durch das Manöver vor allem bilanzielle Vorteile. Er kann dadurch die Kapitalreserven schonen, da die Europäische Zentralbank (EZB) nur noch das Kredit- und Einlagengeschäft von VWFS beaufsichtigt. Dadurch müssen nur noch die europäischen Bankgeschäfte mit Eigenkapital unterlegt werden.

Die verbleibenden Geschäfte von VWFS – etwa Versicherungspolicen, Garantieverlängerungen und Autovermietung – muss Volkswagen nicht mehr mit Eigenkapital absichern. Das schont die Nettoliquidität der Niedersachsen. Das Projekt will Volkswagen im kommenden Jahr abschließen.

VW Financial Services verbrieft Forderungen in Rubel und Renminbi

VWFS ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Volkswagen-Konzerns und gehört zu den größten Banken Deutschlands. Ende des Jahres kam der Finanzdienstleister auf eine Bilanzsumme von 121 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis lag bei 1,1 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme der Tochter Volkswagen Bank betrug Ende 2015 etwas mehr als 49 Milliarden Euro.

VWFS fiel in den letzten Monaten durch ungewöhnliche Verbriefungstransaktionen (ABS) auf. So platzierten die Niedersachsen im Juli über die Volkswagen Bank eine Rubel-Anleihe in Höhe von umgerechnet 70 Millionen Euro. Aber auch in China und Südkorea hat VWFS schon Anleihen platziert. Die ABS-Aktivitäten außerhalb Europas verbleiben in der neuen Struktur in der VWFS. Nur die europäischen Verbriefungen von Finanzierungsverträgen sollen direkt an Volkswagen angegliedert werden. Das soll die Transparenz gegenüber der EZB verbessern.

An den Standorten der beiden Unternehmen ändert sich durch die neue Aufteilung nichts. VWFS und Volkswagen Bank werden beide weiterhin in Braunschweig sitzen.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

Mitten im Abgas-Skandal hat Frank Witter die VW-Finanzen übernommen. Wie er die Finanzierung gesichert hat, erfahren Sie auf seinem FINANCE-Köpfe-Profil.