Wacker Chemie

10.03.15
CFO

Wacker Chemie prüft Spin-Off seiner Tochter Siltronic

Wacker Chemie möchte seine Tochter Siltronic ausgliedern und prüft dazu verschiedene Exit-Optionen. Von einer Partnerschaft mit einem externen Unternehmen über den Verkauf an einen strategischen Investor bis hin zu einem Börsengang scheint alles möglich.

Das Münchner Chemieunternehmen Wacker Chemie prüft verschiedene Möglichkeiten, um seine  Tochter Siltronic, die als Wafer-Hersteller viel Geschäft mit der Halbleiterindustrie macht, abzuspalten. Eine Entscheidung sei bisher noch nicht gefallen, jedoch würden verschiedenen Optionen für einen Spin-off geprüft, erklärte Wacker heute Nachmittag. Eine Deadline hat sich das Unternehmen dabei nicht gesetzt. Laut Handelsblatt-Angaben soll die Investmentbank Rothschild als Berater von wacker mandatiert worden sein.

Denkbar sei dabei sowohl eine strategische Partnerschaft mit einem externen Unternehmen als auch der Einstieg eines strategischen Investors. Ein Unternehmenssprecher wollte auf Nachfrage von FINANCE jedoch auch einen Verbleib im Unternehmen nicht ausschließen.

Anstoß der Spin-off-Überlegungen ist die hohe Kapitalintensität, die Siltronic mit sich bringt. Durch eine Ausgliederung stünden den übrigen Geschäftsfeldern von Wacker Chemie mehr Investitionsmittel zur Verfügung, die laut CEO Rudolf Staudigl für den Ausbau des Chemie- und Polysiliciumgeschäfts verwendet werden könnten.

IPO von Siltronic scheint nicht unwahrscheinlich

Wacker spielt zudem mit dem Gedanken, Siltronic an die Börse zu bringen. Der leichtere Kapitalmarktzugang dürfte die Wachstumschancen des investitionsintensiven Unternehmens erhöhen. Die Investitionsquote bezogen auf den Umsatz ist bei Siltronic im Konzernvergleich hoch: Im Jahr 2012 betrug sie fast 12 Prozent, im Jahr davor lag sie mit rund 13 Prozent sogar noch höher. Im Jahr 2013 allerdings sackten die Investitionen auf 4 Prozent vom Umsatz ab, wo sie auch in den ersten neun Monaten 2014 verharrten. In diesem Bereich liegt die Investitionsquote auch in den anderen großen Sparten des Konzerns – abgesehen vom Siliziumgeschäft, wo sie zuletzt deutlich höher lag.

In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres erzielte Siltronic einen Umsatz von 630 Millionen Euro (plus 11 Prozent) und einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 43,5 Millionen Euro (Vorjahr: minus 54 Millionen Euro).

Wacker hatte schon einmal  in den frühen 2000er-Jahren versucht,  Siltronic an die Börse zu bringen, scheiterte damit damals jedoch an den einbrechenden Aktienkursen der Technologie-Unternehmen. Wackers Aktionäre goutieren die Spin-off-Pläne: Obwohl die Aktie in den vergangenen fünf Tagen schon mehr als 10 Prozent zugelegt hat, sprang der Aktienkurs heute noch einmal um rund 4 Prozent auf auf über 115 Euro in die Höhe.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

Dr. Joachim Rauhut, Wacker Chemie AG

Dr. Joachim Rauhut

Wacker Chemie AG

Joachim Rauhut beginnt seine Karriere 1982 als Mitarbeiter in der Unternehmensplanung bei Mannesmann Demag in Duisburg. Es folgen Stationen im Rechnungswesen im In- und Ausland bei Mannesmann und Mannesmann Demag. 1993 übernimmt Rauhut das Controlling und Rechnungswesen bei Mannesmann Demag. Drei Jahre später wechselt er als kaufmännischer Geschäftsführer zu Mannesmann Demag Hüttentechnik.

Im Jahr 1997 geht Rauhut zu Krauss-Maffei und wird dort kaufmännisches Vorstandsmitglied. 1999 kehrt er als CFO zu Mannesmann und Atecs Mannesmann zurück. Bei Wacker Chemie beginnt Rauhut im Jahr 2001 als Mitglied der Geschäftsführung an. Im November 2005 wird er im Zuge des Formwechsels in eine AG zum CFO von Wacker Chemie bestellt.