„Das Unternehmen hat mich geholt, um für frischen Wind zu sorgen“, FMC-CFO Helen Giza

Fresenius Medical Care

FINANCE+ 04.09.20
CFO

„Die erste Woche Home Office war hart“

Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care trotzt bislang der Corona-Pandemie. Warum das so ist, wie sich der Zukauf Nx Stage entwickelt und was sie gegen verkrustete Strukturen im Finanzbereich unternehmen will, berichtet CFO Helen Giza.

Frau Giza, Fresenius Medical Care kommt bisher ziemlich gut durch die Pandemie, obwohl die für das Unternehmen wichtigste Region Nordamerika stark davon betroffen ist. Der Konzernumsatz und das operative Ergebnis sind im ersten Halbjahr sogar gestiegen. Gehört FMC als Dialyseanbieter zu den Profiteuren der Coronavirus-Krise?
Angesichts der verheerenden Auswirkungen von Covid-19 gibt es keine Gewinner. Die aktuelle Situation zeigt aber, dass wir ein robustes Geschäftsmodell haben und richtig investiert haben. Die Übernahme des Heimdialyseanbieters Nx Stage vor zwei Jahren zahlt sich jetzt aus, da immer mehr Patientinnen und Patienten ihre Behandlung zu Hause durchführen wollen. Zugleich ist es wichtig, dass wir auch in unseren Kliniken weiterhin voll einsatzfähig sind.

Allerdings sind die Zentren auch potentielle Virenherde. Wie verhindern Sie Corona-Ausbrüche in den FMC-Kliniken?
Wir haben gemäß unseres weltweiten Pandemieplans sehr früh diverse Maßnahmen ergriffen, um unsere Mitarbeiter und Patienten zu schützen. So haben wir beispielsweise Isolationsstationen für Corona-positive Patienten eingerichtet. Unseren Pflegekräften haben wir Schutzkleidung gestellt und die Kinderbetreuung finanziell unterstützt, damit sie sich während der Schulschließungen weiterhin um ihre Patienten kümmern können.

US-Regierung unterstützt Fresenius Medical Care

Das treibt die Kosten nach oben. Die US-Regierung unterstützt Kliniken und Gesundheitsanbieter deshalb mit 100 Milliarden US-Dollar, FMC hat bislang 250 Millionen Euro aus diesem Topf erhalten. Wie lange reicht das Geld?
Die Mittel erhalten wir, um die Zusatzkosten zu decken. Die Regierung will so sicherstellen, dass chronisch kranke Patientinnen und Patienten weiterhin ihre Behandlungen erhalten und das zwischenzeitlich überlastete Gesundheitssystem nicht noch mehr unter Druck gerät. Wir müssen allerdings für jeden Dollar nachweisen, wofür wir ihn ausgeben.

Das Erstattungsprogramm ist aber befristet, eine Verlängerung ungewiss. Das heißt, dass Sie diese Kosten dann selbst tragen müssten, was wiederum zu Lasten Ihrer Marge gehen würde?

Lesen Sie weiter und sparen Sie 100 Euro mit unserem Angebot zu den Black FINANCE Days.

Ihre Vorteile mit FINANCE+ Premium

  • Zugriff auf alle Artikel von FINANCE+
  • Zugriff auf die FINANCE Multiple Datenbank
  • 20% Rabatt auf ausgewählte FINANCE-Research-Produkte