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Douglas soll noch vor Sommer an die Börse

Advent hat alle Douglas-Beteiligungen außerhalb des Parfümerie-Geschäfts abgestoßen.
Douglas

Douglas soll wieder an die Börse gehen. Das hat die Parfümeriekette heute bekanntgegeben. Der IPO soll noch in diesem Jahr erfolgen – die Eigentümer dürften aber einen IPO noch vor der Sommerpause zum Ziel haben.

Der PE-Investor Advent hatte Douglas Ende 2012 mehrheitlich übernommen. Gemeinsam mit der Gründerfamilie Kreke hatte Advent Douglas anschließend von der Börse genommen und von Grund auf umgebaut.

Advent hat Douglas stark umgebaut

Alle Sparten des Konzerns, die nichts mit dem Kerngeschäft Parfümhandel zu tun haben, wurden abgestoßen oder zumindest zum Verkauf gestellt. Zuerst wurde der Süßwarenhändler Hussel an den PE-Investor Emeram verkauft, der die Filialkette deutlich ausbauen will. Auch der Schmuckfilialist Christ wurde an einen Finanzinvestor verkauft, und zwar an 3i. Der Buchhändler Thalia und die Modekette Appelrath Cüpper wurden abgespalten und gelten ebenfalls als Verkaufskandidaten.

Zeitgleich expandierte Douglas  ins Ausland, im vergangenen Jahr  wurde für einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag der zweitgrößte französische Parfüm-Einzelhändler Nocibé gekauft. Das Douglas-Konzept nennt sich „selektiver Einzelhandel“: Die Hersteller bestimmen, wer ihre Luxusprodukte verkaufen darf. So landen bei Douglas im Regal grundsätzlich andere Marken als bei Drogerien wie Rossmann oder DM. 

Umsatz und Ebitda von Douglas steigen

Im Geschäftsjahr 2013/2014, das am 30. September 2014 endete, kam Douglas auf einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro und einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 256 Millionen Euro. Für die zwölf Monate zum 31. März 2015 kann Douglas nach eigenen Angaben bereits ein Ebitda von 273 Millionen Euro vorweisen.

Marktkreisen zufolge will Advent mit dem Börsengang eine Bewertung des Unternehmens von mehr als 3 Milliarden Euro erzielen. Falls das gelingt, dürfte das Investment für die Beteiligungsgesellschaft Advent erfolgreich gelaufen sein: Beim Einstieg vor zweieinhalb Jahren hatten der PE-Investor und die Kreke-Familie das Unternehmen mit 1,5 Milliarden Euro bewertet.

Kreke-Familie will ihre Douglas-Anteile behalten

Während Advent den Ausstieg bei Douglas anstrebt, will die Kreke-Familie dagegen weiter bei Douglas beteiligt bleiben, sagte Vorstandsvorsitzender Henning Kreke. „Jetzt ist die Zeit für das nächste Kapitel gekommen“, spielt er auf den internationalen Wachstumskurs der Parfümerie an.

Damit die Krekes bei Douglas im Boot bleiben können, dürfte aber ein Kniff nötig sein. Denn die Holding, der alle Anteile an der Kette gehören, ist im Besitz von der Familie wie von Advent. Wenn also der Finanzinvestor verkauft, verkaufen zunächst einmal auch die Krekes. Es werden sich im Rahmen des IPOs für die Krekes aber sicherlich Möglichkeiten ergeben, direkt ein Aktienpaket zurückzukaufen. Die Holding dürfte ihre Anteile nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach an die Börse bringen. Für Douglas selbst ist im Rahmen des Börsengangs eine eher kleine Kapitalerhöhung über rund 70 Millionen Euro geplant.

Börsengang vor dem Sommer gilt als wahrscheinlich

Wahrscheinlich ist, dass Advent Douglas noch vor der Sommerpause aufs Parkett bringen will,  denn noch sind die Börsen auf Höchstständen, und die Stimmen mehren sich, dass der Kursanstieg langsam auslaufen dürfte. Hinzu kommt die nahende Sommerpause: Ab Mitte Juli geht wenig an den Märkten, weil zu viele Verantwortliche bei internationalen Investoren im Urlaub sind.

Aktuell versuchen auch noch weitere deutsche Unternehmen, das aktuell gute Börsenklima für einen IPO noch vor der Sommerpause zu nutzen. Gestern hat Wacker Chemie Details zum Börsengang seiner Tochter Siltronic genannt. Auch der Schmuckhändler Elumeo hat schon konkrete Börsenpläne, allerdings auf kleinerem Niveau als Douglas und Siltronic, bei denen jeweils mit Emissionserlösen im mittleren bis hohen dreistelligen Millionenbereich zu rechnen ist. Glücklich ist Anfang Mai bereits der IPO der Leasing-Sparte von Sixt gelaufen. Weniger erfolgreich war der unmittelbar davor platzierte IPO des Start-ups Windeln.de.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

Info

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