Newsletter

Abonnements

Elumeo nennt Details zum Börsengang

Elumeo legt sich fest: der IPO des Schmuckhändlers kommt Anfang Juli. Mit dem Erlös will das Unternehmen unter anderem die Produktionszahlen des eigenen Edelsteinschmucks steigern.
elumeo SE

Der Schmuckhändler Elumeo hat Details zum geplanten IPO bekanntgegeben. Der Angebotszeitraum beginnt heute und wird voraussichtlich am 1. Juli enden. Mit dem Handelsbeginn rechnet das Berliner Unternehmen am 3. Juli. Elumeo vertreibt Edelsteinschmuck auf unterschiedlichen digitalen Kanälen, wie TV oder Online. Der Schmuck wird von Elumeo selbst entworfen und in einer eigenen Produktionsstätte in Thailand hergestellt. Beim geplanten Börsengang wird die Preisspanne der Aktien zwischen 25 und 33 Euro je Aktie liegen. Insgesamt soll der Börsengang ein Volumen zwischen 63,5 Millionen Euro bis zu 83,8 Millionen Euro haben. Elumeo können durch den Börsengang zwischen 37,5 und 49,5 Millionen Euro zufließen.

Das Angebot setzt sich aus 1,5 Millionen neuen Aktien und 708.696 Aktien aus dem Bestand der Hauptaktionäre zusammen. Sie stellen außerdem weitere 331.304 Aktien für eine mögliche Mehrzuteilung zur Verfügung. Beide bisherigen Eigentümer wollen zu gleichen Teilen Anteile abgeben. Elumeo gehört zu 45 Prozent der thailändischen Investorenfamilie Jamratkittiwan. Weitere 40 Prozent sind über die Beteiligungsgesellschaft Blackflint im Besitz des Mitgründers und Chefs des Verwaltungsrats Wolfgang Boyé. Die verbleibenden 15 Prozent der Anteile gehören dem erweiterten Management, das aber beim IPO keine Anteile abgeben wird.

Der IPO wird von der Baader Bank und Société Générale als Joint Bookrunner und Joint Global Coordinator begleitet. Als Co-Lead Manager sind Equinet und M.M. Warburg mandatiert.

Elumeo will mit IPO-Erlös die Produktion steigern

Mit dem Erlös will das Unternehmen, neben dem Eintritt in neue Märkte und dem weiteren Ausbau der digitalen Vertriebskanäle, vornehmlich zwei Projekte finanzieren: Zum einen soll in eine automatisierte Logistik und moderne Produktionsanlagen investiert werden. Weiterhin will Elumeo mehr Edelsteine kaufen und die Stückzahlen bei der Produktion erhöhen, um die wachsende Nachfrage bedienen zu können.

Das Berliner Unternehmen befindet sich schon seit langem auf Wachstumskurs, nach eigenen Angaben wächst der Umsatz von Elumeo seit 2009 jährlich um rund 30 Prozent. 2014 lag der Konzernumsatz bei 71 Millionen Euro, der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erreichte 4,1 Millionen Euro. Das entspricht einer Ebitda-Marge von 5,7 Prozent. 2013 lag die Marge laut Elumeo noch bei 3,5 Prozent. Das Eigenkapital beläuft sich derzeit auf rund 25 Millionen Euro.

IPO von Elumeo ist erste externe Finanzierung seit Gründung

Bislang hat der 2008 unter dem Namen Juwelo gegründete Schmuckhändler sein Wachstum ohne Geld vom Kapitalmarkt finanziert. Anfangs erhielt Elumeo 4 Millionen Euro Startkapital von der Investorenfamilie Jamratkittiwan. Anfang des Jahres wurden dem Unternehmen außerdem zwei Betriebsmittelkredite gewährt.

Juwelo war von Beginn an Teil eines Joint Ventures mit Silverline Distribution in Hongkong. Im Rahmen der Vorbereitung auf den IPO schlossen sich die beiden Unternehmen im August 2014 zur Elumeo-Gruppe zusammen.

„Wir sind immer aus unserem Cashflow heraus gewachsen“, erklärte Mitgründer Wolfgang Boyé gegenüber FINANCE. Aber damit stößt er mittlerweile offenbar an Grenzen: „Mitte 2013 ist uns klargeworden, dass wir auch aufgrund der bereits erreichten Größe das bisherige Wachstumstempo so nicht mehr finanzieren können. Denn wir wollen natürlich auch weiterhin die Potentiale, die der Markt bietet, bestmöglich nutzen. Deswegen haben wir uns für den Börsengang entschieden.“

Eine reine Finanzierung über Banken kam für den Diplom-Kaufmann nicht in Frage. „Es ist ein deutsches Phänomen, dass Unternehmen hier so stark geleveraged sind.“ In der Finanzkrise hätten viele Unternehmen die Erfahrung gemacht, dass man sich nicht ausschließlich auf Fremdkapital von Banken verlassen sollte, so Boyé. Mit IPOs dagegen hat Boyé bereits Erfahrung gemacht. Als Finanzvorstand hat er im Jahr 2000 die United Visions Entertainment, eine TV-Produktionsfirma mit Sitz in Berlin, an die Börse gebracht.

IPO zwingt Elumeo zum Aufbau einer Finanzabteilung

Da das Unternehmen bisher ohne externe Finanzierungen unterwegs war, gab es in der Vergangenheit auch keine klassische Finanzabteilung mit Finanzchef. Mitte vergangenen Jahres hat Bernd Fischer den Posten als Finanzvorstand übernommen. Der ehemalige CFO von Spiele Max hat in den vergangenen Monaten mit Blick auf den IPO die Finanzabteilung von Grund auf aufgebaut.

Insgesamt umfasst sein Team in Deutschland nun zwölf Mitarbeiter, in England sitzen zwei weitere Finanzmanager. Das Gros mit 30 Finanzmitarbeitern residiert aber in den lokalen Produktionsstätten in Thailand. „Bernd Fischer hat den Aufbau mittlerweile abgeschlossen, seit vier Monaten steht das Team vollständig und arbeitet natürlich auch am IPO“, sagt Wolfgang Boyé.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Welche anderen Kandidaten es für eine Börsengang in diesem Jahr noch gibt, sehen Sie in unserer Bildergalerie

antonia.koegler@finance-magazin.de | + posts

Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

Augenöffner für Finanzentscheider
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022
Jetzt Insights sichern »
Jetzt lesen »
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022