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EQT will CBR Fashion an die Börse bringen

Die Geschäfte der Modemarkt Street One sind ein wichtiger Teil des Geschäfts für CBR Fashion.
CBR Fashion

Der schwedische PE-Investor EQT will das Modehaus CBR Fashion an die Börse bringen. Das Unternehmen, die Dachholding für die Marken Street One und Cecil, soll noch in diesem Jahr den Schritt aufs Parkett machen. Das teilte das Unternehmen heute mit.

Die Transaktion wird von der Deutschen Bank und Goldman Sachs als Joint Bookrunner und Joint Global Coordinator begleitet. Weitere Bookrunner sind BNP Paribas, UBS und UniCredit. IKB und Intesa sind außerdem als Co-Manager mandatiert.

„Wir wollen uns mit dem Börsengang die nötige Flexibilität für weiteres Wachstum verschaffen“, sagte CEO Christoph Rosa zu den Börsenplänen des Unternehmens in einer Telefonkonferenz am Dienstagvormittag. Im Rahmen des IPO will CBR eine Kapitalerhöhung über rund 200 Millionen Euro platzieren. Weitere Aktien werden aus dem Bestand  des hundertprozentigen Eigentümers EQT auf den Markt kommen – in welcher Höhe, ist noch  unklar.

EQT plant keine vollständigen Exit bei CBR Fashion

Wie hoch das Volumen des IPOs insgesamt sein wird, ist ebenfalls noch nicht bekannt. Laut eines Berichts der FAZ strebt EQT aber einen Börsenwert von  mehr als 1 Milliarde Euro an, woraus sich ein Platzierungsvolumen im mittleren dreistelligen Millionenbereich ergibt. EQT werde auch nach dem Börsengang „weiter eine bedeutende Beteiligung an CBR halten“, heißt es von Seiten des Unternehmens. Wie hoch diese Beteiligung sein wird, dazu wollten sich weder CEO Christoph Rosa noch CFO Matthias Born äußern.

Nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen, in denen der Douglas-IPO kurzfristig zugunsten eines Verkaufs abgeblasen wurde, steht aber auch bei CBR eine gewisse Skepsis bezüglich der Ernsthaftigkeit des IPO-Manövers im Raum. Auch bei CBR stellt sich die Frage, ob parallel M&A-Möglichkeiten ausgelotet werden. Auf Nachfrage sagt Christoph Rosa dazu: „Aus Management-Sicht bereiten wir uns derzeit nur auf einen Börsengang vor.“ Dies ließ aber auch das Management der Parfümeriekette Douglas verlauten. Doch nur einen Arbeitstag später blies der Haupteigentümer Advent den Douglas-Börsengang ab und verkaufte seine Anteile an den PE-Investor CVC.

EQT hatte CBR Fashion 2007 von den PE-Häusern Apax und Civen übernommen. In den vergangenen Monaten hat das schwedische PE-Haus mit Siemens Audiology Solutions und dem Luftfahrt-Serviceunternehmen E.I.S. Aircraft zwei weitere Beteiligungen in Deutschland erworben.

CBR Fashion will Onlinehandel und Vertriebsnetz stärken

Mit dem Erlös des geplanten IPOs will CBR die einzelnen Geschäftskanäle enger miteinander verknüpfen. Das Unternehmen setzt als Wettbewerbsvorteil vor allem auf die kurze Zeitspanne vom Entwurf des Kleidungsstücks bis zum Verkauf über unterschiedliche Vertriebskanäle. Das Geschäftsmodell in Deutschland mit den zwei bekannten Marken umfasst sowohl Einzelhandelsgeschäfte und Outlets sowie den Online-Handel, der als stärkstes Wachstumsfeld gesehen wird. Insgesamt entfallen derzeit rund 85 Prozent des Absatzes auf Großhandelspartner. Das Management will jedoch den Anteil des Absatzes, der über E-Commerce vertrieben wird, deutlich steigern.

CBR hat 2014 rund 609 Millionen Euro Umsatz und einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwert-Abschreibungen (Ebita) von etwa 105 Millionen Euro erreicht. Daraus ergibt sich eine Ebita-Marge von 17,2 Prozent. Das Ebitda soll nur wenige Millionen Euro darüber liegen. Nach Angaben des Unternehmens ist das bereinigte Ebita in den vergangenen drei Jahren im Schnitt um 7 Prozent gewachsen. Seit der Übernahme durch EQT im Jahr 2007 hätten sich außerdem die Bankschulden um rund 700 Millionen Euro reduziert, teilt CBR mit. Wie die FAZ berichtet, strebt EQT für den Börsengang von CBR ein Bewertungs-Multiple von  mindestens 10x Ebitda an.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

CBR Fashion ist nicht das einzige Unternehmen, was in diesem Jahr an die Börse strebt. Lesen Sie mehr über weitere Börsenkandidaten in der FINANCE-Bildergalerie zum IPO-Jahr 2015.

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.