Doch kein IPO bei Douglas: PE-Investor Advent zieht einen Verkauf an CVC vor. Die Familie Kreke bleibt beteiligt.

Douglas

01.06.15
Deals

IPO passé: PE-Investor Advent verkauft Douglas an CVC

Paukenschlag bei Douglas: Nur drei Tage nachdem der PE-Investor Advent ausführlich seine IPO-Pläne für die Parfümeriekette verkündet hat, kommt nun alles ganz anders. Das Private-Equity-Haus CVC übernimmt Douglas, der Börsengang ist damit vom Tisch.

Die deutsche Investorenszene ist an Überraschungen gewöhnt, doch eine solche Kehrtwende, wie sie der PE-Investor Advent heute bei der Parfümeriekette Douglas hinlegte, sieht man selten: Noch am Freitag hatte das Private-Equity-Haus verkündet, einen IPO für Douglas zu planen. Möglichst noch vor der Sommerpause solle das Portfoliounternehmen an die Börse zurückkehren, hieß es. Begleitet wurde die Ankündigung von einer Presseinformation, die inklusive Anhang nicht weniger als 18 Seiten umfasste.

Am heutigen Montag nun folgte eine Meldung, die den Blick der Märkte in eine völlig neue Richtung lenkt: Der PE-Investor Advent und die mit einer Minderheit beteiligte Familie Kreke haben den Verkauf von Douglas an das PE-Haus CVC Capital Partners und die Familie Kreke vereinbart. Die Kreke-Familie wird nach dem M&A-Deal weiterhin mit einem 15-prozentigen Anteil beteiligt bleiben, sie hat nach Aussage von Douglas-Chef Henning Kreke aber kein zusätzliches Kapital in Douglas investiert. Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen.

Verkauf statt IPO: CVC wird Douglas finanziell unterstützen

Offenbar waren die Verhandlungen mit CVC am vergangenen Freitag, als Douglas die Börsenpläne verkündete, schon weit fortgeschritten. „CVC hat sein Angebot am Wochenende noch einmal erhöht“, sagte Kreke vor wenigen Minuten in einer Telefonkonferenz. Zu welchen Konditionen Advent der Exit bei Douglas durch den M&A-Deal gelingt, ist nicht bekannt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der designierte Neu-Investor CVC wird das Portfoliounternehmen eigenen Angaben zufolge mit weiterem Kapital unterstützen. Zusätzliche Mittel stehen aber offenbar vor allem im Zusammenhang mit weiteren Akquisitionen zur Verfügung, wie CVC-Partner Sören Vestergaard-Poulsen in der Telefonkonferenz andeutete. Derzeit sind Kreke zufolge aber keine Zukäufe in Vorbereitung. Doch das dürfte sich bald ändern: Kreke kündigt an, Douglas zu „einer globalen Marke“ machen zu wollen. Daher sei es gut möglich, dass die nächsten M&A-Ziele des Unternehmens außerhalb Europas lägen. Daran anschließend sei „ein Börsengang in der Zukunft nach wie vor eine Option“, sagte Kreke.

Douglas will außerhalb der Börse weiter wachsen

Der Parfümeriekonzern Douglas erzielte im Geschäftsjahr 2013/2014, das am 30. September 2014 endete, einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro und einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 256 Millionen Euro.

Marktkreisen zufolge soll Advent mit dem nun abgeblasenen IPO eine Bewertung von mehr als 3 Milliarden Euro angepeilt haben. Beim Einstieg des PE-Investors Advent war das Unternehmen mit rund 1,5 Milliarden Euro bewertet worden. Das Unternehmen hatte sich zuletzt durch mehrere M&A-Deals neu aufgestellt. In Frankreich übernahm Douglas die Parfümeriekette Nocibé. Andere Bereiche wurden verkauft: Der Schmuckhändler Christ ging an den PE-Investor 3i, die Süßwarenkette Hussel wurde an Emeram verkauft.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de