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PE-Investor ECM übernimmt Reiseveranstalter Leitner

Der Reiseveranstalter Leitner plant weiter zu wachsen: Dazu holt er sich den PE-Investor ECM ins Haus.
Leitner

Der familiengeführte Reiseveranstalter Leitner holt sich mit ECM einen PE-Investor ins Unternehmen, um nach eigenen Angaben sein Wachstum zu beschleunigen. ECM übernimmt dabei von der Inhaberfamilie Blankenburg sämtliche Anteile. Die bisherigen Geschäftsführer Andreas und Gertrud Blankenburg sollen das Unternehmen jedoch bis auf Weiteres weiter leiten.

Mittel- bis langfristig soll laut einer Unternehmenssprecherin ein neuer Geschäftsleiter gefunden werden, der das Amt von Andreas Blankenburg übernimmt. Blankenburg werde anschließend in den noch zu gründenden Beirat wechseln. Auch der bisherige operative Leiter Erwin Fries soll dem Unternehmen dauerhaft erhalten bleiben. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der aktuelle ECM-Fonds German Equity Partners IV (GEP IV) umfasst 230 Millionen Euro und legt den Schwerpunkt auf Mehrheitsbeteiligungen an mittelständischen Unternehmen der DACH-Region. Beraten wurde ECM bei dem Leitner-Kauf von Ernst & Young, Allen & Overy und King & Wood Mallesons. Für die Due Dilligence und Versicherungsprüfung waren die Unternehmensberater PWC und Willis verantwortlich.

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ECM präsentierte zuletzt eher kleinere Übernahmen

ECM investiert in mittelständische Unternehmen mit einem Umsatzkorridor zwischen 20 und 250 Millionen Euro. Leitner ist der dritte Deal des Ende 2012 aufgelegten GEP IV und liegt mit einem Umsatz von rund 70 Millionen Euro eher am unteren Ende des Zielkorridors.

Damit liegt Leitner aber noch über den beiden ersten Transaktionen des Fonds. Der Umsatz von Bergmann Automotive – übernommen im März 2013 – liegt laut ECM bei rund 40 Millionen Euro, die im Mai 2013 übernommene  MediFox lag mit Erlösen von rund 15 Millionen Euro sogar unter der Mindestschwelle.

Der Wettbewerb bei Mid-Cap-Deals ist zur Zeit noch schärfer als bei kleineren Deals. ECM ließ auf Nachfrage von FINANCE verlauten, dass die aktuelle Transaktion durchaus noch im Sweetspot des Fonds liege und kein grundlegender Strategiewechsel anstehe. Der Grund für die vermeintlich kleineren Deals sei der aktuellen PE-Marktlage geschuldet. Zu den wichtigsten Investments von ECM gehören die Steakhauskette Maredo (80 Millionen Euro Umsatz) und die Bäckerei Kamps (200 Millionen Euro Umsatz), die beide früheren Fonds zugeordnet sind.

Leitner ist ein ungewöhnliches Private-Equity-Target

Leitner mit seinem Schwerpunkt auf Busreisen ist ein ungewöhnliches Dealtarget für einen PE-Investor. Die Branche ist sehr kleinteilig strukturiert, das Feld der Anbieter selbst auf regionaler Ebene stark fragmentiert – viele Busunternehmen befinden sich in der Hand von Kleinunternehmern. Finanzinvestoren sind in der Branche so gut wie überhaupt nicht engagiert.

Leitner ist überwiegend in Süddeutschland aktiv und gehört damit schon zu den größeren Anbietern. Auch Flug- und Schiffsreisen bietet das Unternehmen mittlerweile an. Mit ECM wollen die Franken nun auch nach Norddeutschland expandieren und sich damit einen größeren Teil des Marktes erschließbar machen. Zukäufe gehören laut ECM explizit zum Investment Case.

Aktuell bedient Leitner Unternehmensangaben zufolge nur 20 Prozent des 900 Millionen Euro großen deutschen Marktes für organisierte Reisen. Auch Fernreisen will ECM künftig ins Sortiment heben sowie die IT-Landschaft des Reiseanbieters ausbauen, um mehr Online-Buchungen an Land zu ziehen.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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