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07.07.17
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Aurelius verneunzehnfacht Einsatz bei Getronics

Für 220 Millionen Euro verkauft Aurelius den IT-Dienstleister Getronics – der größte Exit der Firmengeschichte. Der Finanzinvestor kann sich damit weiter von den Vorwürfen des Shortsellers Gotham City freischwimmen.

Gut zwei Monate nach dem Verkauf von Secop gelingt Aurelius erneut ein großer und lukrativer Exit: Der PE-Investor verkauft sein Portfoliounternehmen Getronics an den strategischen Investor Bottega, der mehrheitlich dem US-amerikanisch/brasilianischen Unternehmer Nana Baffour gehört. Mit einem Kaufpreis inklusive Schulden von 220 Millionen Euro ist es der größte Exit in der Geschichte von Aurelius, wie der Finanzinvestor mitteilte.

Der IT-Dienstleister Getronics war für Aurelius ein mehr als lukratives Investment: In fünf Jahren konnte der PE-Investor seinen Einsatz bei dem niederländischen Unternehmen nahezu um das 19-fache steigern.

Der erfolgreiche Exit gibt Aurelius Rückenwind: Der PE-Investor erhöhte in Folge des Getronics-Verkaufs seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr auf voraussichtlich 650 Millionen Euro. Zuvor hatte Aurelius seinen Aktionären lediglich ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 500 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Aurelius bekommt Oberwasser im Kampf gegen Shortseller Gotham

Entsprechend gut kommen die Nachrichten am Kapitalmarkt an: Die Aktie der im SDax-notierten Beteiligungsgesellschaft legt am heutigen Freitag um mehr als 5 Prozent zu und notiert über 48 Euro. Damit liegt der Anteilsschein allerdings immer noch deutlich unter dem Wert von 66 Euro Ende März. Bei diesem Kursstand hatte eine Shortselling-Attacke des undurchsichtigen Hedgefonds Gotham City  die Aurelius-Aktie um fast die Hälfte auf 35 Euro einbrechen lassen.

Zwei gelungene Exits innerhalb weniger Monate sind für Aurelius der beste Weg, um die Vorwürfe des Shortsellers zu entkräften. Dieser hatte die Werthaltigkeit des Aurelius-Portfolios stark angezweifelt.  Aurelius kontert diese Sichtweise nun aber schon zum zweiten Mal. Erst Ende April hatte der PE-Investor den Elektrozulieferer Secop für einen Unternehmenswert von 185 Millionen Euro an den japanischen Industriekonzern Nidec verkauft und dabei seinen Einsatz um den Faktor 11 gesteigert.

Aurelius machte Getronics mit Buy-and-Build-Strategie groß

Aurelius hatte Getronics 2012 von der niederländischen Telekommunikationskonzern KPN übernommen und das Geschäft in der Folge mit fünf Zukäufen ausgebaut. Aurelius zufolge erzielte Getronics zuletzt mit 4.500 Mitarbeitern einen „profitablen Umsatz“ von 500 Millionen Euro.

Der Unternehmer Baffour holte sich für den Kauf die finanzielle Unterstützung der Debt Fonds von Permira, HIG Capital und White Oak. Beraten wurde das Investmentvehikel Bottega bei der Transaktion von Raymond James. Aurelius mandatierte William Blair.

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