Erster Haken an BASFs aktueller M&A-Agenda: Das Pigmentgeschäft geht für 1,15 Milliarden Euro nach Japan.

BASF

29.08.19
Deals

BASF gelingt erster von zwei Exits

BASF kann bei einem von zwei laufenden großen M&A-Projekten Vollzug melden: Das Pigmentgeschäft geht für 1,15 Milliarden Euro nach Japan. Der größere Deal steht aber noch aus.

Der Chemiekonzern BASF kann eines seiner laufenden M&A-Großprojekte abhaken: Für einen Unternehmenswert von 1,15 Milliarden Euro verkauft der Dax-Konzern sein Pigmentgeschäft an den japanischen Chemiekonzern DIC, der selbst ein führender Anbieter in dieser Nische des globalen Chemiemarktes ist. Das 1908 gegründete Unternehmen setzte zuletzt mit weltweit rund 20.000 Mitarbeitern umgerechnet 6,8 Milliarden Euro um.

Der erzielte Kaufpreis liegt knapp oberhalb des Jahresumsatzes der Einheit, den BASF auf 1 Milliarde Euro beziffert. Gerade angesichts der Tatsache, dass der Käufer ein Stratege ist, der auf Synergieeffekte hoffen kann, ist die erzielte Bewertung wenig spektakulär. Die aktuellen FINANCE-Multiples für Large-Cap-Transaktionen in der Chemieindustrie belaufen sich auf 1,16 bis 1,8x Umsatz. BASF erreicht gerade einmal das unterste Ende dieser Spanne. Der Aktienkurs zeigt folglich auch keine erkennbare Reaktion auf die Deal-Ankündigung.

Bieterrennen um BASF-Bauchemie?

Tatsächlich ist aus Sicht des Kapitalmarkts wichtiger, welches Ergebnis der laufende M&A-Prozess für das Bauchemiegeschäft haben wird. In diesem Bereich erwirtschaftete BASF 2018 aus einem Umsatz von 2,4 Milliarden Euro einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 245 Millionen Euro. 

Gehandelt wird ein Kaufpreis von bis zu 3 Milliarden Euro. Dies entspräche einem Umsatz-Multiple von 1,25x (in-line mit den Marktbewertungen) und einem Ebitda-Multiple von 12,2x – deutlich mehr, als BASF derzeit selbst an der Börse auf die Waage bringt. Presseberichten zufolge könnte sich ein Bieterwettstreit entzünden, an dem Strategen wie Lafarge Holcim und Standard Industries, aber auch Finanzinvestoren beteiligt sind. Zuletzt hieß es allerdings, dass die drei Private-Equity-Investoren Advent, Bain und Blackstone das Interesse verloren haben sollen.       

Langes Warten auf das Closing des Pigment-Deals

Obwohl bei der Bauchemie die Unterzeichnung der Verträge erst für den Herbst erwartet wird, könnte das Closing beider Deals zeitlich recht nahe beieinander liegen. Der Grund: Wegen einer intensiven Kartellprüfung rechnet BASF erst für Ende 2020 mit einem Abschluss der Transaktion mit DIC. Die Japaner wollen mit dem Zukauf „ihre Position als einer der weltweit führenden Pigmenthersteller ausbauen“, lässt sich CEO Kaoru Ino zitieren.

BASF-Vorstand Markus Kamieth hingegen freut sich, dass der Konzern das Ziel erreicht habe, „einen Eigentümer zu finden, für den Pigmente ein strategisches Kerngeschäft sind“.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de