Der Spirituosenhersteller Berentzen erweitert durch einen M&A Deal sein alkoholfreies Segment.

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02.09.14
Deals

Berentzen finanziert M&A-Deal aus Mittelstandanleihe

Der Spirituosenhersteller Berentzen hat sich mit einem Zukauf gestärkt. Das Unternehmen investiert die Übernahme des Saftpressenherstellers TMP aus einer Ende 2012 begebenen Mittelstandsanleihe, die explizit für M&A-Deals bestimmt war.

Der Berentzen-Vorstand übernimmt das österreichische Unternehmen Technic-Marketing-Products (TMP), das Orangensaftpressen für Handel und Gastronomie entwickelt und vermarktet. Als Systemanbieter liefert TMP auch frische Orangen sowie spezielle PET-Flaschen. Der Kaufpreis für sämtliche Anteile am Unternehmen, das laut Berentzen Ende August mit einer Nettoliquidität von rund 2 Millionen Euro ausgestattet war und 2013 einen Umsatz von rund 12 Millionen Euro erzielte, beträgt zwischen 15,5 und 17,45 Millionen Euro. Der Kaufpreis setzt sich zusammen aus einem fixen und einem variablen, erfolgsabhängigen Bestandteil. Finanziert wird der M&A-Deal aus der im Oktober 2012 begebenen Mittelstandsanleihe des Unternehmens, die bis dato noch nicht investiert wurde. Das Papier mit einem Volumen von 50 Millionen Euro hat eine Laufzeit bis 2017 und wird mit einem Kupon von 6,5 Prozent verzinst.

Berentzen erschließt sich durch die Übernahme, die noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden muss, neue Marktanteile: Die Gruppe erweitere ihr Portfolio aus Spirituosen, Limonaden und Wasser „um frische Produkte mit einem nach Einschätzung der Gesellschaft hohen Wachstumspotenzial“, heißt es aus dem Unternehmen. TMP soll als eigenständige Geschäftseinheit innerhalb der Gruppe bestehen bleiben. Synergien im Konzern ergeben sich Berentzen zufolge insbesondere im Vertrieb im Lebensmitteleinzelhandel und in der Gastronomie in Deutschland. Zuletzt hatte Berentzen die Pepsi-Lizenz abgegeben.

Berentzen: M&A-Deal im alkoholfreien Segment

Berentzen hat in den vergangenen Jahren eine Restrukturierungsphase durchgemacht. 2013 stieg der Umsatz um 3 Prozent auf 152,5 Millionen Euro. „Wir gewinnen im deutschen Markt Marktanteile zurück, die wir in den vergangenen Jahren verloren haben“, sagte Berentzen-Chef Frank Schübel im Juli im Gespräch mit FINANCE-TV. Der Konzern stecke in einer „Neuausrichtung am Markt“. Schübel bestätigte im Sommer, dass der Konzern zwar bereits mehrere M&A-Deals geprüft, aber noch nicht zugegriffen habe. Mit TMP ist nun ein Anfang am M&A-Markt gemacht.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de