Newsletter

Abonnements

Cinven übernimmt Elliott-Anteile an Synlab

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
Teilen auf LinkedIn
Teilen per Mail
URL kopieren
Drucken
Synlab wird bald vollständig dem Finanzinvestor Cinven gehören. Foto: Synlab
Synlab wird bald vollständig dem Finanzinvestor Cinven gehören. Foto: Synlab

Der Private-Equity-Investor Cinven nähert sich weiter dem Ziel des geplanten Squeeze-outs bei Synlab. Der Finanzinvestor erwirbt über das von seinen Fonds kontrollierte Unternehmen Ephios Bidco die derzeitige direkte Minderheitsbeteiligung von Elliott Advisors in Höhe von 10 Prozent, wie Cinven am Mittwochmorgen mitteilte. Mit dem Abschluss der Transaktion rechnet der Investor vorbehaltlich der aufsichtsrechtlichen Genehmigung Anfang 2025. Zum Kaufpreis äußern sich beide Parteien nicht.

Cinven hält bereits rund 86 Prozent des Grundkapitals des Medizindiagnostik-Dienstleisters, nach Abschluss der Transaktion werden es 96 Prozent sein – und 97 Prozent der Stimmrechte. Der Hedgefonds Elliott bleibe vorerst neben Qatar Holding und Labcorp indirekter Minderheitsaktionär.

Squeeze-out bei Synlab eingeläutet

Zeitgleich mit dem Kaufvertrag hat Cinven über Ephios Bidco den Squeeze-out der verbleibenden Minderheitsaktionäre eingeläutet. Auf einer bereits beantragten Hauptversammlung soll die Übertragung der restlichen Anteile an Ephios Bidco „gegen eine angemessene Barabfindung“ beschlossen werden. Wie hoch diese ausfallen wird, steht noch nicht fest.

Damit befindet sich Cinven mit seinen Rückkaufplänen für den Labordienstleister auf der Zielgeraden. Der PE-Investor hatte Synlab 2015 erworben und im April 2021 an die Börse gebracht. Im Herbst 2023 hielt Cinven 43 Prozent der Aktien und startete den Rückkauf von Synlab, dessen Aktienkurs nach einem zwischenzeitlichen Höchststand von 24 Euro zeitweise bei weniger als 7 Euro notierte.

Cinvens Angebot lag bei 10 Euro pro Aktie, was einer Bewertung von rund 2,2 Milliarden Euro entspricht. Beim Börsengang 2021 war Synlab noch mit einem Aktienpreis von 18 Euro gestartet und kam folglich auf eine Gesamtbewertung von rund 4 Milliarden Euro.

Doch in die Rückkaufpläne war der aktivistische Investor Elliott gegrätscht. Der Hedgefonds kaufte sich im November 2023 bei Synlab ein. Am 12. Juli 2024 erfolgte dennoch das Delisting des Labordienstleisters. 

Synlab-Zahlen eingebrochen

Die Zahlen des Labordienstleisters waren durch das schwindende Geschäft mit Corona-Tests zuletzt eingebrochen. Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete Synlab einen Umsatz von 2,64 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es noch 3,25 Milliarden Euro. Auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank von 753 Millionen Euro im Jahr 2022 auf 438 Millionen Euro. In den vergangenen Monaten mussten die Augsburger zudem gleich mehrere Cyberangriffe verkraften.

Erika von Bassewitz ist Redakteurin bei FINANCE. Sie hat Philosophie und Französisch an der Humboldt-Universität in Berlin sowie an der Université de Genève studiert und mit einem Magister Artium abgeschlossen. Vor FINANCE war sie mehr als acht Jahre Redakteurin in der Multimediaredaktion des Medienhauses der EKHN. Davor war sie unter anderem Redakteurin beim HR-Magazin von monster, freie Autorin bei Deutsche Welle TV und freie Mitarbeiterin bei der Westdeutschen Zeitung.