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Gründer Dommermuth will Mehrheit an United Internet

Der Gründer und CEO Ralph Dommermuth will seine Anteile am Internetanbieter auf über 51 Prozent erhöhen.
Der Gründer und CEO Ralph Dommermuth will seine Anteile am Internetanbieter auf über 51 Prozent erhöhen. Foto: United Internet

Ralph Dommermuth, der Gründer und derzeitige Vorstandsvorsitzender des Internetkonzerns United Internet, könnte seine Anteile am Konzern auf über 51 Prozent der Aktien aufstocken. Damit würde Dommermuth die Mehrheit an United Internet besitzen.

Dommermuth ist größter Aktionär von United Internet

Der MDax-Konzern teilte mit, Dommermuth plane 17 Millionen United-Internet-Aktien zu einem Preis von 35 Euro zu erwerben. Damit würde Dommermuths Anteil von derzeit 42,27 Prozent auf 51 Prozent ansteigen. Das würde ihn knapp 600 Millionen Euro kosten.

Noch steht aber nicht fest, ob es wirklich zu einem freiwilligen Erwerbsangebot an die Aktionäre kommt: Die Entscheidung würde Dommermuth von den Kapitalmarktbedingungen sowie einer gesicherten Finanzierung abhängig machen, heißt es weiter. Allerdings sei er bereits mit einer internationalen Großbank in Verhandlungen und habe heute ein erstes Finanzierungsangebot erhalten.

United-Internet-Aktienkurs der vergangenen 3 Monate

Das Kaufinteresse des Vorstandsvorsitzenden ließ den Aktienkurs von United Internet steigen. Während dieser noch vor Veröffentlichung der Pflichtmitteilung bei 32,50 Euro notierte, kletterte der Aktienkurs zeitweise auf 34,60 Euro. Das Papier war jüngst noch auf Talfahrt. United Internet hatte beschlossen, das Aktienrückkaufprogramm vorzeitig zu beenden.

United Internet seit 1998 an der Börse

Der mögliche Aktienkauf soll durch eine „existierende oder neu zu gründende von Dommermuth beherrschte Gesellschaft“ erfolgen. Derzeit verteilen sich Dommermuths Anteile an United Internet auf eine Beteiligungsgesellschaft sowie eine Holdinggesellschaft, die beide unter seinem Namen firmiert sind.

Die restlichen Anteile von United Internet, deren Aktien seit 1998 an der Frankfurter Börse gehandelt werden, verteilen sich auf den Hörgerätehersteller Zerena, die Vermögensverwalter Flossbach von Storch und Allianz Global Investors sowie die US-amerikanischen Investmentfirmen Wellington und Blackrock. Während sich 32,33 Prozent in Streubesitz befinden, hält der Konzern selbst einen 3,49-prozentigen Anteil der Aktien.

United Internet bringt Ionos an die Börse

Was würde Dommermuth mit einer Aktienmehrheit planen? In der Mitteilung heißt es lediglich, dass er den Kauf mit Blick auf die erwarteten Investitionen in den „Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes, den Ausbau des Glasfasernetzes und der Cloud-Infrastruktur sowie die Entwicklung datengetriebener Geschäftsmodelle“ erwägt.

Eines der derzeit größten Vorhaben des Konzerns ist der mit sehr viel Anstrengung verbundende Aufbau der 5G-Infrastruktur, dem allerdings aus Sicht von United Internet noch die Etablierung als Anbieter eines eigenen Mobilfunknetzes voransteht. Mit seiner Tochter 1&1 will United Internet der Deutschen Telekom, Vodafone sowie Telefónica Konkurrenz machen. Zudem will der Konzern seine Tochter Ionos im Frühjahr des kommenden Jahres an die Börse bringen. Der Cloudanbieter könnte dabei mit etwa 6 Milliarden Euro bewertet werden.

jan.schuermann[at]finance-magazin.de

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Jan Schuermann ist Redakteur bei FINANCE und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Gehalt in der Corporate-Finance-Welt. Er hat in Köln Geschichte, Deutsch und North American Studies studiert. Während eines Auslandsaufenthalt an der UC Berkeley hat er zeitweise für den Daily Californian gearbeitet. Bevor Jan Schuermann zum Fachverlag F.A.Z Business Media gestoßen ist, war er für die Nachrichtenagentur Thomson Reuters im polnischen Danzig tätig.