Gerät die Haldex-Übernahme durch Knorr-Bremse ins Schlingern? Der Münchener Bremsenhersteller bereitet sich auf eine vertiefte Prüfung durch die EU-Kommission vor.

Knorr-Bremse

29.06.17
Deals

Knorr-Bremse ringt mit Behörden um Haldex-Deal

Der Bremsenhersteller Knorr-Bremse hat die schwedische Finanzaufsicht erneut um eine Verlängerung der Angebotsfrist für den Haldex-Deal gebeten. Damit will das Unternehmen sich Zeit für eine weitere Untersuchung der EU-Kommission kaufen.

Die geplante Übernahme des schwedischen LKW-Zulieferers Haldex durch den Bremssystemhersteller Knorr-Bremse wackelt immer stärker. So hat Knorr-Bremse die schwedische Börsenaufsicht SSC um eine abermalige Verlängerung der Angebotsfrist gebeten. Die Haldex-Aktionäre könnten das Angebot, wenn dem Antrag stattgegeben wird, nun bis zum 9. Februar 2018 annehmen.

Hintergrund des Antrags ist, dass Knorr-Bremse von der EU-Kommission erfahren hat, dass es voraussichtlich eine zweite Prüfungsphase für den Haldex-Deal geben wird. Dies sei jedoch noch nicht sicher.

Knorr-Bremse ist bei Haldex-Deal „zuversichtlich“

Ursprünglich wäre das Angebot von Knorr-Bremse für die Haldex-Aktionäre bereits am 16. Juni ausgelaufen. Im April hatte der Bremsenhersteller jedoch erstmalig eine Verlängerung des Angebots bei der SSC beantragt. Dadurch liegt der aktuelle Stichtag am 26. September.

Der Übernahme sieht das Knorr-Bremse-Management trotz der vertieften Prüfung unverändert „zuversichtlich“ entgegen, wie es in der Mitteilung heißt. Die zweite Prüfungsphase sei der nächste übliche Schritt im Freigabeprozess. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Haldex das nächste Kapitel unserer Unternehmensgeschichte aufzuschlagen“, lässt sich CEO Klaus Deller zitieren.

Scheitert die Haldex-Übernahme durch Knorr-Bremse?

Dass die Kartellwächter eine zweite Prüfung durchführen, lässt für den M&A-Deal nichts Gutes erahnen. Schon nach der ersten Verlängerung war die Verunsicherung im Markt hoch. Die Konkurrenten SAF-Holland und ZF Friedrichshafen, die den Bieterkampf um die Schweden verloren hatten, dürften die stark wackelnde Übernahme mit großem Interesse verfolgen.

Lorenz Zwingmann, CFO von Knorr-Bremse, wird den M&A-Deal bei einer verlängerten Angebotsfrist derweil nicht mehr abwickeln. Er hat seinen Abschied für Ende des Jahres angekündigt und wechselt zu dem Hamburger Energiekonzern Marquard & Bahls. Einen Nachfolger hat Knorr-Bremse noch nicht präsentiert.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

Alle Karriere-Highlights des CFO von Knorr-Bremse finden Sie im FINANCE-Köpfe-Profil von Lorenz Zwingmann.