Linde und Praxair haben ihre Gespräche über eine mögliche Fusion abgebrochen.
12.09.16
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Linde verwirft Mega-Fusion mit Praxair

Durch eine Fusion wollten Linde und Praxair zum weltweit größten Industriegasekonzern aufsteigen. Jetzt haben sie die Verhandlungen abgebrochen.

Die anvisierte Fusion zwischen dem Industriegasekonzern Linde und seinem US-amerikanischen Wettbewerber Praxair ist abgeblasen. Das teilten beide Unternehmen am heutigen Montagmorgen mit. Während Praxair knapp den Abbruch der Verhandlungen bestätigte, schrieb Linde, dass die „Sinnhaftigkeit der Gespräche“ in den vergangenen Wochen grundsätzlich bestätigt worden sei. Bei der Erörterung von Detailfragen habe jedoch keine Einigung erzielt werden können.

Offenbar war die künftige Unternehmenszentrale der Knackpunkt der gescheiterten Fusionsgespräche. Die beiden Konzerne konnten sich nicht auf die Rolle des Linde-Sitzes München einigen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.  Die Zentrale des zusammengelegten Konzerns sollte Medienberichten zufolge in Europa, aber nicht mehr in Deutschland liegen.

Linde-Aktien fallen nach gescheiterter Fusion mit Praxair

Die Linde-Aktionäre nahmen die Nachricht über den Abbruch der Verhandlungen negativ auf. Die Wertpapiere des Dax-Konzerns verloren am Morgen knapp 8 Prozent. Nach der Bekanntgabe der Fusionsgespräche hatten die Aktien beider Konzerne deutlich zugelegt.

Linde und Praxair hatten Mitte August bestätigt, dass man Gespräche bezüglich einer Fusion führe. Mit dem Zusammenschluss wäre der größte Industriegasekonzern der Welt entstanden - Linde und Praxair kommen auf einen gemeinsamen Börsenwert von knapp 60 Milliarden Euro. Die Spitzenposition hatte Linde abgeben müssen, nachdem der französische Konkurrent Air Liquide im Juni den US-Konzern Air Gas für knapp 12 Milliarden Euro übernommen hatte.

Linde erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von 18 Milliarden Euro bei einem Nachsteuergewinn von knapp 1,3 Milliarden Euro. Praxair erlöste umgerechnet 9,6 Milliarden Euro, bei einem Nettogewinn von umgerechnet 1,4 Milliarden Euro. Der US-Konkurrent ist entsprechend deutlich profitabler.

jakob.eich[at]finance-magazin.de