Continental treibt die Expansion in neue Märkte weiter voran. Die Hannoveraner haben nun den australischen Markt fest im Visier.

Continental

17.08.18
Deals

M&A-Deals: Continental, Vonovia, Innogy

Continental stärkt mit einer Übernahme sein Geschäft in Australien, Vonovia will den übrigen Buwog-Aktionären eine Millionenabfindung zahlen und Innogy findet zwei Partner für ein Milliardenprojekt. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Continental übernimmt australischen Reifenhändler

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat den australischen Kmart Tyre and Auto Service (KTAS) übernommen. Die Hannoveraner zahlen für einen der größten Autoteile- und Reifenhändler in Australien umgerechnet rund 227 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern mitteilte. Verkäufer ist Wesfarmers Limited. Eigenen Angaben zufolge will Continental mit dem Erwerb seine Präsenz auf dem australischen Reifenmarkt stärken. Kmart Tyre beschäftigt an 258 Niederlassungen über 1.200 Mitarbeiter.

Vonovia will übrigen Buwog-Aktionären Abfindung zahlen

Der Immobilienkonzern Vonovia will nach der Übernahme des österreichischen Konkurrenten Buwog die verbliebenen Minderheitsaktionären des Unternehmens mit rund 334 Millionen Euro abfinden. Die Barabfindung für die auszuschließenden Buwog-Anteilseigner sei mit 29,05 Euro je Aktie festgesetzt worden, teilte Buwog mit. 

Nachdem bereits Mitte Dezember die Übernahmepläne von Vonovia bekannt geworden waren, hatte der Immobilienkonzern schließlich Mitte März die Mindestannahmeschwelle bei Buwog überschritten. Der Bochumer Konzern hält bereits 90,7 Prozent der Buwog-Anteile.

Innogy schließt sich für Projekt mit Japanern zusammen

Der Energieversorger Innogy hat sich für sein geplantes Windparkprojekt vor der britischen Küste zwei Partner ins Boot geholt. Wie das Essener Unternehmen mitteilte, werden sich die japanischen Versorger Electric Power Developement und Kansai Electric Power gemeinsam mit 41 Prozent als Gesellschafter an dem Projekt beteiligen. Electric wird künftig 16 Prozent und Kansai 25 Prozent halten. Die übrigen 59 Prozent verbleiben bei Innogy, heißt es weiter.

Chinesen haben offenbar Interesse an NordLB

Mehrere chinesische Großbanken sollen Interesse an Teilen der Norddeutschen Landesbank (NordLB) haben. Das berichtet die „Wirtschaftswoche“. Unter anderem soll die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) und die Bank of China zu den Interessenten zählen. Welche Teile der Bank zur Debatte stehen, ist nicht bekannt. 

Weitere Meldungen

Das Schienenlogistikunternehmen VTG hat bei der geplanten Übernahme der französischen Nacco-Gruppe einen Meilenstein erreicht. Nacco verkauft zwei Tochtergesellschaften in Deutschland und Luxemburg sowie zugehörige Waggonmietverträge und Eisenbahngüterwagen, um für die Übernahme durch VTG die nötigen Freigaben der Kartellbehörden zu erhalten. Bei den Käufern handelt es sich um den Hamburger Logistikinvestor Aves One und den Schweizer Waggonvermieter Wascosa. VTG hatte mit dem Mutterkonzern Cit Group im Juli 2017 einen Vertrag über den Kauf der Nacco-Gruppe geschlossen. Bereits damals hatten die Kartellbehörden signalisiert, dass sich Nacco für den Deal von Geschäftsteilen trennen muss. VTG wird bei der Transkation von Hengeler Mueller (Federführung: Daniela Favoccia und Sebastian Schneider) beraten.

Das IT-Unternehmen Allgeier übernimmt den Softwarekonzern iQuest. Mit dem M&A-Deal will Allgeier seine Internationalisierung vorantreiben und die Kompetenz in der Entwicklung komplexer Softwarelösungen ausbauen. Mit einem Abschluss des Kaufvertrags wird in den kommenden Wochen gerechnet. Eigenen Angaben zufolge bewegt sich der Deal in einem zweistelligen Millionenbereich. Allgeier wird bei der Transaktion von der Wirtschaftskanzlei Osborne Clark (Federführung: Philip Meichssner) beraten. iQuest wird von Bryan Cave Leighton Paisner (Federführung: Tobias Fenck) unterstützt. Der Softwarekonzern erzielte eigenen Angaben zufolge im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von mehr als 30 Millionen Euro. Allgeier wird von der M&A-Beratung Rautenberg & Comoany unterstützt.

Die Frankfurter Beteiligungsgesellschaft VR Equitypartner übernimmt die Mehrheit an APZ Auto-Pflege-Zentrum, einem Dienstleister für die Automobilaufbereitung. Verkäufer der Anteile ist der TÜV Süd. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung. Eigenen Angaben zufolge erwirtschaftet APZ mit derzeit 110 Mitarbeitern jährlich einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro.

Die Eschborner IT-Firma Objective Software wird an das US-Unternehmen Luxoft veräußert. Die Kanzlei CMS (Federführung: Maximilian Grub) hat die Gesellschafter von Objective bei der Transaktion unterstützt. Bei dem IT-Unternehmen arbeiten eigenen Angaben zufolge mehr als 100 Mitarbeiter, Luxoft beschäftigt mehr als 12.900 Mitarbeiter und ist in New York börsennotiert.

Der Geldautomatenhersteller Diebold Nixdorf stellt sich offenbar zum Verkauf. Der Konzern suche nach einem Interessenten, berichtet das „Manager Magazin“ und bezieht sich dabei auf Aussagen des US-Fernsehsenders CNBC unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Als mögliche Käufer kämen der Konkurrent NCR und Finanzinvestoren wie Bain Capital in Frage, heißt es weiter. Diebold Nixdorf war 2016 aus der Übernahme der Paderborner Firma Wincor Nixdorf durch den US-Rivalen Diebold hervorgegangen.

Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Arcus Capital hat ihre Mehrheitsbeteiligung an dem Dresdener Maschinenbauunternehmen Kama an Premium Equity Partners verkauft. Arcus hatte Kama 2014 übernommen. Arcus wurde bei der Transaktion von der Wirtschaftskanzlei Gütt Olk Feldhaus (Federführung: Sebastian Olk) beraten. Premium Equity Partners wurde von Heuking Kühn Lüer Wojtek (Federführung: Stefan Duhnkrack) unterstützt.

Horiba Automotive Test Systems, ein japanischer Anbieter von Prüfsystemen für die Automobilindustrie, hat das Magdeburger Unternehmen Fuelcon, einen Hersteller von Testanlagen für Batterieantriebe und Brennstoffzellen, übernommen. Die Transaktion muss noch von den Kartellbehörden freigegeben werden. Horiba wird bei der Übernahme von der Kanzlei Dentons (Federführung: Christoph Papenheim) unterstützt.

Die italienische Beteiligungsgesellschaft M&C verkauft den hessischen Verpackungsspezialisten Treofan Holdings an ein Unternehmen der indischen B.C. Jindal Gruppe. Die Transaktion erfolgt im Rahmen eines Share Deals und umfasst sämtliche verbliebene Konzerngesellschaften der Treofan Holdings. Der M&A-Deal soll voraussichtlich vor Ende des ersten Quartals 2019 abgeschlossen sein. Der Verkäufer M&C wurde bei der Transaktion von Allen & Overy (Federführung: Astrid Krüger) beraten. Im Juli war bereits das Nordamerika-Geschäft von Treofan veräußert worden.

Das Pharmaunternehmen Klosterfrau Healthcare trennt sich von dem Halsbonbon-Hersteller Krügerol. Klosterfrau verkauft die Traditionsmarke mit Sitz in Leipzig an das österreichische Unternehmen GLC-Gregor Leichtfried Consulting. Die Kanzlei Clifford Chance (Federführung: Christoph Holstein) berät Klosterfrau bei der Transaktion.

Die Serafin Unternehmensgruppe übernimmt den Baden-Württembergischen Schuhzubehöranbieter Bama von dem US-Konsumgüterkonzern SC Johnson. Die Transaktion muss noch von den Behörden genehmigt werden. Details zum Kaufpreis geben die beiden Unternehmen nicht bekannt. Bama vertreibt Schuhpflegeprodukten, Sohlen und Accessoires an Schuheinzelhändler in Europa.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.