M&A-Deals: Jack Wolfskin, Adva Optical, Stada

Moritz Attenberger/Jack Wolfskin

07.07.17
Deals

M&A-Deals: Jack Wolfskin, Adva Optical, Stada

Jack Wolfksin hat neue Eigentümer, Adva Optical Networking plant die Übernahme des US-Konkurrenten MRV Communications und Bain und Cinven haben den Kampf um Stada noch nicht aufgegeben. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Jack Wolfskin von Hedgefonds übernommen

Der angeschlagene Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin hat neue Eigentümer. Der PE-Investor Blackstone hat seine Anteile an die Hedgefonds HIG, Sankaty (Bain Capital) und CQS abtreten. Das hat das Jack Wolfskin am gestrigen Donnerstag offiziell bestätigt. Nachdem Gerüchte zu einem solchen Plan waren bereits im April aufgekommen. Mit der Einigung geht auch ein Abbau von Schulden einher.

Die Wolfskin-Schulden werden nach FINANCE-Informationen zwischen einer operativen Einheit (OpCo) und einer Holding (HoldCo) aufgeteilt. Im Detail sollen Schulden in Höhe von 110 Millionen Euro bei der OpCo und Schulden von 210 Millionen Euro bei der Holding verbleiben. Letztere müssen langfristig zurückgezahlt werden. Die Second-Lien-Kreditgeber des Unternehmens müssen allerdings auf die Rückzahlung von 45 Millionen Euro verzichten. Außerdem fließt Jack Wolfskin frisches Kapital in Höhe von 25 Millionen Euro zu. Kirkland & Ellis (Federführung: Leo Plank und Wolfram Prusko) stand den Gläubiger bei der Transaktion beratend zur Seite.

Deutsche Investorenkonferenz 2017

Private Equity fließt immer mehr Geld zu. Die Folge: Die Konkurrenz um Zukaufsziele wird schärfer. Das treibt Kaufpreise und Leverage-Grade in die Höhe und macht es den Private-Equity-Häusern damit immer schwerer, den Wert ihrer Beteiligungen über die Haltedauer hinweg zu steigern. Wie die Branche damit umgeht, diskutieren namhafte Fondsmanager auf der Deutschen Investorenkonferenz am 13. November in Frankfurt. Hier geht es zu Programm und Anmeldung »

Ankündigung zur 14. Deutschen Investorenkonferenz

Aurelius verkauft Getronics

Der Münchener Turnaround-Investor Aurelius meldet den größten Exit seiner Unternehmensgeschichte: Für einen Preis von 220 Millionen und eine außerordentlich hohe Rendite geht das Portfoliounternehmen Getronics an die Investmentgruppe Bottega InvestCo, hinter der der brasilianische Unternehmer Nana Baffour sowie die Finanzinvestoren White Oak, Permira PDM und HIG Whitehorse stehen.

Aurelius hatte den IT-Dienstleister im Mai 2012 vom niederländischen Telekomkonzern KPN übernommen und seitdem fünf Add-on-Akquisitionen getätigt. Der aktuelle Umsatz der Getronics-Gruppe beläuft sich auf 500 Millionen Euro. 

Adva Optical plant Übernahme von MRV Communications

Der Telekomausrüster Adva Optical Networking will den US-Konkurrenten MRV Communications übernehmen. Eine entsprechende Vereinbarung zur Abgabe eines Angebots sei bereits abgeschlossen, wie das TecDax-Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärte. Insgesamt bietet Adva Optical 10 US-Dollar pro ausstehende Stammaktie, was einem Kaufpreis von rund 69 Millionen US-Dollar entspricht. Der Vorstand von Adva Optical und das Board of Directors von MRV Communications haben das Angebot genehmigt und unterstützen es. Der Abschluss der Transaktion wird im August oder September diesen Jahres erwartet.

Das US-Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 80,3 Millionen US-Dollar. Mit der Übernahme plant Adva Optical sein Portfolio von optischen, Ethernet- und Softwarelösungen zu erweitern sowie seinen Kundenstamm außerhalb von Europa auszubauen. Cowen & Company und Norton Rose Fulbright haben MRV Communications bei der Transaktion beraten, während Hogan Lovells (Federführung: Michael Rose und Alexander Johnson) Adva Optical beratend zur Seite stand.

Bain und Cinven kämpfen weiter um Stada

Die PE-Investoren Bain und Cinven geben sich bei ihrem Übernahmeversuch des Arzneimittelherstellers Stada noch nicht geschlagen. Zuletzt sah es danach aus, als wäre ihr Versuch gescheitert, da zum Ende der Annahmefrist nur 65,6 Prozent der Stada-Aktionäre ihre Aktien zum Übernahmepreis von 66 Euro angedient hatten. Die notwendige Annahmeschwelle lag bei 67,5 Prozent. Nun wollen sich die beiden Finanzinvestoren bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) von der üblichen Sperrfrist nach einer gescheiterten Übernahme befreien lassen. Dafür müsste allerdings das Management seine Zustimmung aussprechen. Derzeit berät das Management noch über eine entsprechende Entscheidung.

Wenn die Bafin dem Antrag zustimmen sollte, werden Bain und Cinven wohl ein neues Angebot abgeben. Ob dies allerdings auch eine Verbesserung beinhalten würde, ist nicht klar. Sowohl der Kaufpreis als auch die Mindestannahmeschwelle sollen weitgehend ausgereizt sein. Derweil sollen die Finanzinvestoren Advent und Permira über einen erneuten Anlauf nachdenken, wie die „Wirtschaftswoche“ aus Finanzkreisen erfahren hat. Advent und Permira hatten sich im Bieterwettkampf Bain und Cinven geschlagen geben müssen.

Außerdem soll der aktivistische Hedgefonds Elliott Management bei Stada eingestiegen sein, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet. Demnach soll Elliott im Besitz von 5 Prozent der Stada-Aktien sein. Demnach wolle Elliott offenbar seine Aktien einem interessierten Konsortium anbieten, sollte ein neuer Übernahmeversuch gestartet werden.

EU-Kommission genehmigt Opel-Übernahme durch PSA

Die Europäische Kommission hat die Übernahme des deutschen Autobauers Opel durch den französischen Konzern PSA ohne Auflagen genehmigt. Dem Bericht der EU-Kommission zufolge seien mit der Übernahme keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken verbunden, denn die gemeinsamen Marktanteile der beiden Unternehmen seien im Bereich Produktion und Verkauf von Kraftfahrzeugen vergleichsweise klein. Alleine in Estland und Portugal kommen Opel und PSA zusammen auf Marktanteile von über 40 Prozent. Allerdings liegen die Zuwachsraten dort unter 5 Prozent. Außerdem müssten sich die beiden Unternehmen zusammen immer noch einer harten Konkurrenz stellen. 

Katjes International erwirbt Markengeschäft der Cloetta Italia

Katjes International, die Beteiligungsgesellschaft des Süßwarenherstellers Katjes-Gruppe, will das gesamte Markengeschäft der Cloetta Italia übernehmen. Ein entsprechender Vertrag ist bereits unterschrieben. Cloetta Italia ist vor allem für seine Marken Sperlari und Saila bekannt, unter denen Bonbons beziehungsweise Lakritz vertrieben werden. Das übernommene Geschäft erzielt einen Nettoumsatz von rund 100 Millionen Euro. Cloetta Italia produziert mit rund 400 Mitarbeitern in vier Werken, der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Cremona.

Mit der Übernahme wird Katjes International nach eigenen Angaben zur Nummer zwei in Italien. Sie soll hauptsächlich über die im Mai aufgestockte Anleihe finanziert werden. Der Vollzug der Transaktion wird in den kommenden drei Monaten erwartet. Credit Suisse und Chiomenti begleiteten Katjes International bei der Transaktion.

VTG Aktiengesellschaft übernimmt Cit Rail Holdings

Das Waggonvermiet- und Schienenlogistikunternehmen VTG Aktiengesellschaft übernimmt die Cit Rail Holdings. Zu letzterer gehört auch die Nacco-Gruppe, ein privater Vermieter von Güterwagen in Europa. Nach der Transaktion wird VTG über mehr als 94.000 Waggons verfügen.

Bei der Transaktion plant VTG mit einem Kaufpreis von 780 Millionen Euro zuzüglich getätigter Investitionen der Nacco-Gruppe in dem Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis zum Closing von bis zu 140 Millionen Euro. Der Deal wird über einen Senior Loan in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro sowie eine privat platzierte Hybridanleihe in Höhe von 300 Millionen Euro finanziert. Bei der Transaktion wurde VTG von Hengeler Mueller beraten.

DPE gelingt Exit bei Elevion

Der Finanzinvestor Deutsche Private Equity (DPE) verkauft sein Portfoliounternehmen Elevion zu einem nicht genannten Preis an den tschechischen Energiekonzern CEZ. Während der sechsjährigen Haltedauer von DPE kaufte Elevion rund 30 Unternehmen und hievte so seine Gesamtleistung von 60 auf 330 Millionen Euro. Elevion wurde damit einer der größten Anbieter von technischer Gebäudeausrüstung für Gewerbe- und Industriekunden in Deutschland.

Mit Hilfe der Akquisition will CEZ das Geschäft mit Strom- und Energiedienstleistungen für deutsche Großkunden verstärken. Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigaben soll der Deal noch in diesem Sommer abgeschlossen werden. Der Investor wurde von Gütt Olk Feldhaus (Federführung: Attila Oldag und Kilian Helmreich) und Altenburg Fachanwälte für Arbeitsrecht (Andreas Ege) beraten.

M&A-Personalien

Clemens Maschke ist neuer Sozius im Frankfurter Büro der Wirtschaftskanzlei Dentons, wo er Teil der Praxisgruppe Gesellschaftsrecht/M&A sein wird. Neben dem Gebiet Gesellschaftsrecht/M&A wird er auch in den Bereichen Private Equity, Venture Capital, Compliance und Post Merger Integration beratend tätig sein. Maschke wechselt von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zu Dentons. Bei PwC hatte er seit 2009 ebenfalls im Bereich Gesellschaftsrecht/M&A gearbeitet.

Markus Ernst wird ab Herbst neuer Counsel am Münchener Standort der Anwaltssozietät Hengeler Mueller. Dort soll er gemeinsam mit Matthias Scheifele und Gunther Wagner die Steuerrechtsberatung weiter ausbauen. Ernst ist Rechtsanwalt und Steuerberater und kommt von der Rechtsanwaltskanzlei Allen & Overy. Zu seinem Beratungsgebiet gehört das Steuerrecht unter anderem in den Bereichen M&A, Corporate und Finanzierung sowie Tax Compliance.

Die M&A-Boutique Memminger hat den IT- und Medienrechtler Wolfgang Büchner an Board geholt, wie verschiedenen Medienberichten zu entnehmen ist. Der 63-jährige Büchner kommt demnach von Jones Day, wo er zuletzt als Counsel arbeitete. Nun soll er bei Memminger den Bereich „Digital Business“ aufbauen und leiten, heißt es weiter.

Weitere M&A-Deals

Der Private-Equity Investor Cerberus überlegt offenbar, eine Minderheitsbeteiligung an der Commerzbank anzustreben. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Demnach sei aber noch keine finale Entscheidung im Hinblick auf die Höhe einer eventuellen Beteiligung getroffen. Ebenfalls sei noch unsicher, ob eine Beteiligung überhaupt zu Stande komme, heißt es weiter.

Der Medienkonzern Axel Springer soll in exklusiven Gesprächen mit dem Münchener Medienunternehmen Constantin Medien über den Kauf von dessen Sender und Digitalanbieter Sport1 stehen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Beruf auf mit der Sache vertraute Kreise berichtet. Neben Axel Springer sollen auch der Medienkonzern Sky Deutschland und das Kommunikationsunternehmen Freenet an Sport1 interessiert sein, heißt es weiter.

Der Immobilieninvestor Corestate kauft den Schweizer Immobilienfinanzierer Helvetic Financial Services, der sich auf Mezzanine-Finanzierungen von Wohn- und Gewerbeimmobilien spezialisiert hat. Das Volumen des Deals soll laut den Informationen des Unternehmens im mittleren dreistelligen Millionenbetrag liegen. Finanziert werden soll der Kauf durch die Ausgabe von 7,4 Millionen neuen Aktien. Diese haben derzeit einen Marktwert von rund 375 Millionen Euro. Hinzu kommen noch bestehende Eigenmittel sowie Fremdkapital. Baker McKenzie (Federführung: Alexander Fischer) hat Corestate bei der Transaktion beraten.

Der Außenwerber Ströer erwirbt 75 Prozent an dem Dialogmarketingspezialisten Avedo-Gruppe von der Beteiligungsgesellschaft Seafort Advisors und dem Avedo-Management. Mit der Akquisition will Ströer seine Vertriebsaktivitäten ergänzen. Die Avedo-Gruppe verbucht nach Informationen von Ströer jährliche Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich und beschäftigt an sechs Standorten in Deutschland rund 1.850 Mitarbeiter. Das Closing soll im dritten Quartal erfolgen. Gleiss Lutz (Federführung: Ralf Morshäuser) hat Ströer beraten, während die Verkäufer von CMS (Federführung: Tobias Schneider) begleitet wurden. Das Avedo-Management wurde von Arqis Rechtsanwälte (Federführung: Lars Laeger) beraten.

Der schwedische Lkw-Hersteller Volvo Group hat alle seine Anteile an dem deutschen Motorbauer Deutz verkauft. Insgesamt umfasste die Transaktion 30,2 Millionen Deutz-Aktien, die einem Anteil am Unternehmen von 25 Prozent entsprechen. Die Aktien wurden zu einem Preis von je 6,50 Euro verkauft, sodass der Volvo Group ein Gewinn von 350 Millionen schwedische Kronen (36,3 Millionen Euro) zufloss.

Der Onlinespielehersteller Gamigo hat das Multi-Channel-Netzwerk Mediakraft Networks von den bisherigen Venture-Capital Anteilseignern erworben. Mediakraft Networks ist unter anderem in den Bereichen Online-Video-Content-Produktion und in der Influencervermarktung tätig. Durch die Übernahme will Gamigo seinen B2B-Geschäftsbereich erweitern, dabei soll Mediakraft als eigenständiges Tochterunternehmen im Konzernverbund weitergeführt werden.

Der Industriekonzern Thyssenkrupp will offenbar weniger als 50 Prozent der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen halten, das aus der Stahlsparte des Unternehmens und dem Rivalen Tata entstehen soll. Dies berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf einen Konzernmanager. Auf diese Weise wolle der Industriekonzern das schwächelnde Stahlgeschäft aus seiner Bilanz bannen, heißt es weiter. Nach Informationen des Handelsblatts soll eine Entscheidung über einen Zusammenschluss noch bis Ende September getroffen werden.

Insgesamt 46 deutsche Filialen des Schweizer Modekonzerns Charles Vögele übernehmen die Textildiscounter Kik und der Detailhändler Tedi, wie die Nachrichtenagentur Dpa berichtet. Demnach gingen von diesen 46 Filialen 32 Standorte an Kik, die restlichen 14 an Tedi. Mit diesen Filialen will der Textildiscounter nach Informationen der Dpa seine Position in Süddeutschland weiter ausbauen.

Das Technologieunternehmen ABB übernimmt von der Keymile-Gruppe dessen Geschäftsfeld Kommunikationsnetze für anwendungskritische Systeme. Keymile ist ein Anbieter unter anderem von Breitbank-Telekommunikationslösungen. ABB erhofft sich durch die Akquisition eine Erweiterung ihres ABB-Ability-Angebots. Für das übernommene Geschäftsfeld arbeiten 120 Beschäftigte. Nach der Transaktion sollen sie Teil der Geschäftseinheit Netzautomatisierung der ABB-Division Stromnetze werden. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal erwartet.

Der US-amerikanischen Medtech-Firma Biotelemetry wurden im Rahmen des Übernahmeangebots für das Schweizer Telemedizin-Unternehmen Lifewatch rund 17,85 Millionen Aktien angedient. Dies entspricht 96,59 Prozent der Lifewatch-Aktien. Rund 13.125 Aktien hält eine in gemeinsamer Absprache mit Biotelemetry handelnde Person. Gemeinsam halten sie 96,67 Prozent der Stimmrechte und des Aktienkapitals.

Der Automobilzulieferer Continental hat eine Minderheitsbeteiligung an dem französischen Unternehmen Easymile erworben. Easymile ist auf die Entwicklung autonomer Fahrsysteme wie fahrerloser Shuttles spezialisiert. Außerdem beabsichtigen die beiden Unternehmen eine Zusammenarbeit in den Bereichen Umfeldsensorik, Bremssysteme und Sicherheitstechnologien.

Der Venture-Capital-Investor German Startups Group hat seine Anteile an dem Essenslieferdienst Delivery Hero im Zuge des Börsengangs der Berliner verkauft. Durch den Verkauf flossen der German Startups Group rund 1,7 Millionen Euro zu, bei einem Multiple auf das investierte Kapital von knapp 5x.

Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) beteiligt sich mit 5 Millionen Euro an Capnamic Ventures Fonds II. Insgesamt besitzt der Fonds ein Volumen von 115 Millionen Euro. Das Geld soll in Unternehmen investiert werden, deren Geschäftsmodelle sich unter anderem durch technische Innovationen auszeichnen, wie dies beispielsweise bei Fintechs oder Insuretechs der Fall ist. Im Fokus sollen bei den Investitionen „Series A“-Finanzierungen liegen.

Der Schweizer Maschinenhersteller Schweiter Technologies hat seine Division SSM Textilmaschinen an die Schweizer Rieter-Gruppe, einen Anbieter von Systemen für die Kurzstapelfaser-Spinnerei, verkauft. Der Kaufpreis beträgt 124,2 Millionen Schweizer Franken. SSM Textilmaschinen ist ein Hersteller für Maschinen zur Garnbearbeitung und Präzisionswicklungen und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 85,9 Millionen Schweizer Franken. Insgesamt arbeiten 246 Mitarbeiter für die Division.

Die vier Hauptaktionäre der KPS, einer Unternehmensberatung für Business-Transformation und Prozessimplementierung im Handel, haben insgesamt 4,39 Millionen KPS-Aktien an institutionelle Investoren umplatziert. Die Hauptaktionäre sind Michael Tsifidaris, Dietmar Müller, Leonardo Musso und Uwe Grünewald. Die Aktien in Höhe von 11,7 Prozent des Grundkapital werden nun von Allianz Global Investors, DWS und Union Investment gehalten. Die Investoren zahlten einen Preis von 12,50 Euro je Aktie. Nach der Umplatzierung halten die Hauptaktionäre noch 67,1 Prozent an KPS. Die Oddo Seydler Bank begleitete die Transaktion.

Der IT-Dienstleister Schneider-Neureither & Partner (SNP) plant die Übernahme von drei südamerikanischen SAP Beratungsunternehmen. Zwei von ihnen sind rechtlich miteinander verknüpft. Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschafteten die Unternehmen einen Gesamtumsatz von rund 20 Millionen US-Dollar. Die Übernahme könnte von SNP möglicherweise mit einer Kapitalerhöhung ohne Bezugsrecht finanziert werden.

Der Schweizer Online-Versicherer Knip wird mit dem niederländischen Vergleichsportal Komparu zur Digital Insurance Group fusionieren, wie verschiedenen Medienmeldungen zu entnehmen ist. Knip-Gründer Dennis Just werde das Unternehmen im Zuge der Fusion verlassen, heißt es. Ingo Weber soll den Informationen zufolge die Leitung der Digital Insurance Group übernehmen. Der neue Sitz des fusionierten Unternehmens soll sich in Amsterdam befinden.

Die Übernahme der Transportdienstleistungssparte von Wolters Kluwer, Transport Services, durch die Beteiligungsgesellschaft Castik Capital ist abgeschlossen. Transport Services sitzt in Brüssel und ist ein Anbieter von Transportmanagement-Software und Frachtbörsen. Willkie Farr & Gallagher (Federführung: Axel Wahl), KNPZ Rechtsanwälte, Loyens & Loeff, Kinstellar und Pérez-Llorca begleiteten die Transaktion.

Die deutschen Tochtergesellschaften der Wirtschaftsauskunftei-Gruppe Crif, Bürgel Wirtschaftsinformationen und die Crif GmbH, werden rückwirkend zum 1. Januar 2017 fusionieren. Beide Unternehmen werden unter dem Namen Crifbürgel firmieren, wobei sich der Hauptsitz des neu fusionierten Unternehmens in München befinden wird. Über 400 Mitarbeiter sollen für Crifbürgel arbeiten. Die Crif-Gruppe hatte Anfang 2016 die Bürgel-Gruppe übernommen. Wenige Monate später, im Juli 2016, folgte die Akquisition von Deltavista, der heutigen Crif GmbH.

Die schwedische Coffeeshop-Kette Espresso House erwirbt die Kaffeebarkette Balzac Coffee Company. Die Geschäfte der übernommenen Kaffeebarkette sollen von dem bestehenden Management weiter geleitet werden. Zu Balzac gehören 43 hauptsächlich in Norddeutschland angesiedelte Kaffeebars, in denen insgesamt rund 500 Mitarbeiter arbeiten. Hogan Lovells (Federführung: Andreas H. Meyer) stand Espresso House bei der Transaktion beratend zur Seite.

Al-ko erwirbt 75,04 Prozent der Anteile an Stemmer Imaging, einem Anbieter von Bildverarbeitungstechnologien, von dessen Unternehmensgründer Wilhelm Stemmer. Al-ko ist die Obergesellschaft der Al-ko Kober-Gruppe, die unter anderem in den Bereichen Luft- und Klimatechnik, Gartentechnik sowie Elektrotechnik tätig ist. Das Management der Stemmer-Gruppe beteiligt sich im Rahmen der Transaktion mit 24,96 Prozent an Stemmer Imaging. Die Stemmer-Gruppe beschäftigt mehr als 250 Mitarbeiter an zehn europäischen Standorten und erzielt einen Jahresumsatz von rund 85 Millionen Euro. Heuking Kühn Lüer Wojtek (Federführung: Boris Dürr) hat Al-ko bei der Transaktion beraten.

Die Immobiliengesellschaften der LBS Südwest fusionieren rückwirkend zum 1. Januar 2017 zur LBS Immobilien GmbH Südwest (LBSi). Diese wird ihren Sitz in Mainz haben, dabei werden Norbert Hoffmann und Matthias Wiechert die Geschäftsführung der Maklergesellschaft für Wohnimmobilien übernehmen. Die LBS Südwest war im vergangenen Jahr durch die Verschmelzung der Landesbausparkassen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz entstanden.

Die südafrikanische Metair Investments Limited hält 25,1 Prozent an der Akkumulatorenfabrik Moll und ist damit neuer Gesellschafter des Unternehmens. Neben Metair Investments Limited gehören zu den Gesellschaftern die chinesischen Chaowei Power Holdings Limited, ein Anbieter unter anderem im Bereich der Entwicklung von Blei-Säure und Lithium-Inonen-Batterien für die Automobilindustrie, und die Familie Moll-Möhrstedt. Seit 2014 führen Chaowei und Moll ein Joint Venture. Orrick (Federführung: Wilhelm Nolting-Hauff) hat Chaowei bei der Transaktion beraten.

Die Gründer von Mysugr, einer mobile Diabetesplattform, und der österreichische Business Angel Johann Hansmann habe ihre Anteile an dem Unternehmen an Roche Diabetes Care verkauft. Roche Diabetes Care ist ein Unternehmen des Schweizer Pharmakonzerns Roche Pharma. Für Mysugr arbeiten 47 Mitarbeiter an den Standorten in San Diego und in Wien. Die MySugr-App ist in 13 Sprachen und in 52 Ländern erhältlich. Die Anteilseigner wurden beim Verkauf von Milbank, Tweed, Hadley & McCloy, Renner Law und Ecovis beraten.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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