Evonik

09.11.18
Deals

M&A-Deals: Evonik, Karstadt, Busch

Evonik wagt den nächsten großen Deal in den USA, Karstadt und Kaufhof dürfen fusionieren und Busch übernimmt den Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Evonik wagt mit Peroxychem nächsten US-Deal

Der Spezialchemiekonzern Evonik stemmt erneut einen großen M&A-Deal in den USA. Wie die Essener mitteilten, übernimmt der MDax-Konzern das Chemieunternehmen Peroxychem für 625 Millionen US-Dollar (548 Millionen Euro). Der Kaufpreis entspricht dem 10,4-fachen bereinigten Ebitda des laufenden Jahres, das Peroxychem mit 60 Millionen angibt. Peroxychem hat seinen Sitz in Philadelphia.

Karstadt-Kaufhof-Fusion bekommt grünes Licht

Die Fusion der beiden kriselnden Kaufhausketten Karstadt und Kaufhof ist besiegelt. Das Kartellamt hat am heutigen Freitag ihr Einverständnis für das Zusammengehen der Unternehmen erteilt. Das geht aus einer Mitteilung der Behörde hervor. Nach monatelangen Verhandlungen hatten sich der Karstadt-Eigner Signa und die Kaufhofmutter Hudson’s Bay Company (HBC) Mitte September auf die Mega-Fusion geeinigt.

Das neue Unternehmen wird zur 50,01 Prozent dem Signa-Chef René Benko und zu 49,99 Prozent der kanadischen HBC gehören. Eigenen Angaben zufolge wird der Konzern europaweit 243 Standorte mit 32.000 Mitarbeitern haben. 

Großaktionär Busch übernimmt Pfeiffer Vacuum

Die Industriegruppe Busch hat den Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum übernommen. Wie das Unternehmen mitteilte, kontrolliere der Großaktionär inzwischen über eine Tochtergesellschaft über 50 Prozent an Pfeiffer Vacuum. Bislang lag die Beteiligung „Reuters“-Informationen zufolge Ende Juni bei knapp 39 Prozent. Pfeiffer Vacuum teilte zudem mit, dass man mit Busch eine strategische Kooperation vereinbart hat. Diese soll eine engere Zusammenarbeit vor allem in den Bereichen Einkauf, Vertrieb und Service, Forschung & Entwicklung sowie IT ermöglichen. Busch hatte schon mehrmals versucht, den Pumpenhersteller zu übernehmen.

Consus Real Estate kauft SSN Group

Das Immobilienunternehmen Consus Real Estate hat angekündigt, die SSN Group, einen deutschen Immobilienentwickler, mit 93,4 Prozent übernehmen zu wollen. Wie die Unternehmen mitteilten, erwirbt Consus als Teil der Transaktion zudem weitere 38,9 Prozent der Anteile an der SG Development, an der SSN bislang die Mehrheit hielt, sowie einen 43-prozentigen Anteil an einer SSN-Projektentwicklung. Der Gesamtkaufpreis beläuft sich eigenen Angaben zufolge auf rund 470 Millionen Euro, was einer Unternehmensbewertung von rund 1,1 Milliarden Euro entspricht.

Der Vollzug der Transaktion wird für das vierte Quartal 2018 erwartet. JP Morgan wurde bei der Transaktion als Finanzberater und finanzierende Bank mandatiert. Consus wurde bei der Übernahme von den Kanzleien Corvel (Federführung: Sven Schubert) sowie White & Case (Federführung: Gernot Wagner) beraten.

Unitymedia-Übernahme durch Vodafone wackelt

Die Übernahme des deutschen Kabelnetzbetreibers Unitymedia durch den britischen Branchenriesen Vodafone droht offenbar gestoppt zu werden. Wie nun bekannt wurde, will das Bundeskartellamt den 18,4 Milliarden Euro schweren M&A-Deal genauer prüfen. Bereits mit Verkündung der Transaktion mehrten sich Zweifel daran, ob die Kartellbehörden ihr Einverständnis erteilen werden, die Marktmacht von Vodafone würde durch die Übernahme zu groß, argumentieren die Kritiker.

Mitte des Jahres hatten sich Vodafone und die Unitymedia-Mutter Liberty Global auf die Übernahme von großen Teilen des Europageschäfts des Konkurrenten geeinigt. Der Deal wurde zudem bereits bei der EU-Kommission angemeldet, die aufgrund der Umsatzhöhe beider Unternehmen eigentlich für eine Prüfung zuständig wäre. Jedoch können nationale Wettbewerbshüter beantragen, dass sie die Prüfung landesspezifischer Teile einer Transaktion übernehmen. 

M&A-Personalien

Martin Bastian ist als Managing Director in die Industrial Group der Investmentbank Houlihan Lokey eingetreten. Bastian wird ab Januar 2019 von Frankfurt aus die Leitung des Chemie-Bereichs in Europa übernehmen. Er kommt von der Citigroup, wo er ebenfalls als Managing Director unter anderem im Chemiesektor tätig war. Davor arbeitete er für die Credit Suisse, Goldman Sachs und Merrill Lynch. 

Weitere Meldungen

Die Londoner Investmentbank Stifel Europe hat die deutsche Mainfirst Bank übernommen. Verkäufer ist die Haron Holding, die seit dem Frühjahr 2017 die Mehrheit an der Mainfirst Bank hielt. Von der Übernahme betroffen sind neben der Mainfirst Bank die Mainfirst Schweiz und Mainfirst Securities. Die Asset-Management-Einheit ist dagegen nicht Teil der Transaktion. Details zum Kaufpreis sind nicht bekannt. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2019 abgeschlossen werden. Mainfirst wurde bei dem Deal von Baker McKenzie (Federführung: Christoph Wolf, Stephan G. Behnes und Christian Port) und der Kanzlei Gleiss Lutz (Federführung: Jan Balssen) beraten.
 
Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG baut ihr Beratungsgeschäft weiter aus. Wie KPMG am Montag mitteilte, hat die Gesellschaft die Cyber-Security-Beratung Loomans & Matz gekauft. Loomans & Matz mit Sitz in Mainz wurde 2002 gegründet und beschäftigt rund 25 Experten für Informationssicherheit und Datenschutz. Zu den Kunden zählen eigenen Angaben zufolge Dax-Konzerne und mittelständische Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Das deutsche Pharmaunternehmen Stada soll sich Insidern zufolge in der Endrunde der Übernahme des französischen Wettbewerbers Squibb befinden. Bei dem Target handelt es sich um eine Tochtergesellschaft des US-Pharmariesen Bristol-Meyers. Neben Stada sollen zudem der italienische Konkurrent Angelini sowie die beiden Private-Equity-Investoren CVC und PAI in der finalen Bieterrunde sein.

Die Commerzbank hat den Verkauf ihres Bereichs Equity Markets & Commodities (EMC) besiegelt. Dem Geldhaus zufolge haben das Frankfurter Institut und die französische Großbank Société Générale einen entsprechenden Kaufvertrag unterzeichnet. Bereits im Juni hatten die beiden Banken eine Vereinbarung über den Verkauf des ECM-Bereichs getroffen. Im Zuge des Deals gehen 500 Mitarbeiter an die Franzosen über. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt.  

Continental stärkt sein Geschäft mit Schwingungstechnologie. Das Unternehmen will die Antivibrations-Sparte des US-Autozulieferers Cooper-Standard kaufen. Wie das Unternehmen mitteilte, sei eine entsprechende Vereinbarung vergangene Woche getroffen worden. Der in Frankreich ansässige Geschäftszweig hat eigenen Angaben zufolge im vergangenen Geschäftsjahr mit etwa 1.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 290 Millionen Euro erwirtschaftet. Details zum Kaufpreis gaben die beiden Unternehmen nicht bekannt.

Der Elektronikkonzern LG Electronics hat gemeinsam mit der Lufthansa Technik ein Joint Venture zur Produktion innovativer Flugdisplays gegründet. Wie die beiden Konzerne mitteilten, soll das neue Unternehmen in Hamburg angesiedelt werden und seinen Betrieb im ersten Halbjahr 2019 aufnehmen, sobald die Behörden dem Zusammenschluss zugestimmt haben. LG wurde bei der Transaktion von Linklaters (Federführung: Mario Pofahl und Julia Schönbohm) beraten.

Der Private-Equity-Investor One Equity Partners übernimmt Alltub, einen Hersteller von Spezialverpackungen aus Aluminium und Laminat. Details zum Kaufpreis sind nicht bekannt. Alltub erwirtschaftete eigenen Angaben zufolge im Jahr 2017 mit mehr als 1.400 Mitarbeitern einen Umsatz von über 150 Millionen Euro.

Acmeo, ein Spezialdistributor für Managed Services-, Systemhausorganisation- und Cloud-Lösungen, wird Teil der Infinigate Holding, einem Anbieter für Cyber-Security-Lösungen. Die Behörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Acmeo soll dabei laut Pressemitteilung als eigene Geschäftseinheit innerhalb der Infinigate-Gruppe aufgestellt werden. Der Cloud-Spezialist verfügt eigenen Angaben zufolge über mehr als 90 Mitarbeiter.

Das PE-Haus Quadriga hat Dorea, einen mittelständischen Betreiber von Pflege- und Senioreneinrichtungen, an die französische Groupe Maisons de Famille (MdF) verkauft. MdF ist ein Portfoliounternehmen der Investmentgesellschaft Creadev. Dorea prognostiziert für 2018 eigenen Angaben zufolge mit etwa 4.100 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro. Die Transaktion muss noch von den Behörden genehmigt werden. Quadriga wurde bei dem Verkauf von dem Investment Banking- und Asset Management-Unternehmen Alantra beraten.

Die Beteiligungsgesellschaft Finatem hat sich nach nicht einmal zwei Jahren von ihrer Mehrheitsbeteiligung an Schollenberger getrennt. Das Unternehmen ist im Bereich der Kampfmittelbergung tätig. Käufer ist die französische Socotec-Gruppe. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die M&A-Beratung Raymond James hat Socotec bei der Übernahme beraten. Finatem wurde von Clearwater International und Oppenhoff & Partner unterstützt.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.