M&A-Deals: Knorr-Bremse, Trixie, Jungheinrich

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Knorr-Bremse fokussiert sein Portfolio und verkauft das Tochterunternehmen Merak. Foto: nmann77 - stock.adobe.com
Knorr-Bremse fokussiert sein Portfolio und verkauft das Tochterunternehmen Merak. Foto: nmann77 - stock.adobe.com

Knorr-Bremse veräußert Merak an Opengate Capital

Der Bremssystemspezialist Knorr-Bremse hat den Verkauf seines spanischen Geschäftsbereichs Merak vereinbart. Die Spanier stellen Heizungs-, Lüftungs- und Klimasysteme her. Käufer ist die Private-Equity-Gesellschaft Opengate Capital. Mit dem Deal wollen die Münchener ihr Portfolio straffen und sich künftig stärker auf ihre technologischen Kernkompetenzen konzentrieren.

Merak entstand 1963 und gehört seit 2005 zu Knorr-Bremse. Der Umsatz des Systemherstellers soll im Geschäftsjahr 2026 rund 360 Millionen Euro betragen. Der Vollzug der Transaktion ist für Ende dieses Jahres geplant. Hengeler Müller und Perella Weinberg Partners haben die Verkäuferseite bei dem Deal beraten.

Central kauft Trixie für 350 Millionen Euro

Nach 52 Jahren als Familienunternehmen: Der US-amerikanische Produzent von Haustierprodukten, Central Garden & Pet, erwirbt 80 Prozent der Anteile am Heimtierbedarfanbieter Trixie vom Gründer Bonnik Hansen. Central zahlt dafür 400 Millionen Dollar (rund 350 Millionen Euro). Hansen hatte seinen Anteil zuvor in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht. Minderheitsgesellschafter bleiben die Geschäftsführer Volker Haak, Dirk Jessen und Burkhard Friedrichsen. Der Vollzug der Transaktion ist für Anfang 2027 geplant.

Für Central ist Trixie der Einstieg in den europäischen Markt. Das börsennotierte Familienunternehmen aus Walnut Creek, Kalifornien, kommt auf einen Nettoumsatz von 3,1 Milliarden Dollar und ist damit etwa zehnmal so groß wie Trixie, das zuletzt rund 266 Millionen Euro umsetzte. Trixie beliefert 30.000 Fachhändler in Deutschland und Europa und soll zur Plattform für die weitere Expansion von Central in Europa werden.

Wachstumspotenzial sieht Central vor allem im Snack-Segment, das bereits 30 Prozent des Trixie-Umsatzes ausmacht. Mittelfristig schließen die neuen Eigentümer auch Zukäufe nicht aus. Die Kanzleien Flick Gocke Schaumburg und Gibson Dunn berieten die Verkäuferseite bei der Transaktion.

Jungheinrich steigt bei EP Equipment ein

Jungheinrich erwirbt eine Minderheitsbeteiligung von knapp 5 Prozent am chinesischen Flurförderzeughersteller EP Equipment. Die Transaktion vertieft eine strategische Partnerschaft, die beide Unternehmen bereits im Mai 2025 eingingen. Damals hatten Jungheinrich und EP Equipment die Partnerschaft vereinbart, um ihre Kompetenzen in der Intralogistik zu bündeln. 

Der Zukauf fügt sich in die Strategie 2030+ des Hamburger Unternehmens ein. EP Equipment produziert bereits Teile des Jungheinrich-Portfolios unter der Marke AntOn, die auf standardisierte Flurförderzeuge im Mid-Tech-Segment zielt. Mit der Beteiligung will Jungheinrich die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette weiter ausbauen.

Weitere M&A-Deals

Gerresheimer trennt sich von zwei Unternehmensteilen: Der angeschlagene Pharmaverpackungshersteller verkauft sein globales Primary-Packaging-Plastics-Geschäft sowie die Centor US Holding an den Finanzinvestor Apax Partners. Der kombinierte Unternehmenswert beider Einheiten liegt bei 1,5 Milliarden Euro. Den Erlös will Gerresheimer vor allem zum Schuldenabbau nutzen und damit die Finanzierungsstruktur des Konzerns stabilisieren. Der Centor-Verkauf soll bis Ende des Geschäftsjahres 2026 abgeschlossen sein, das Plastics-Geschäft wechselt voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 den Eigentümer. Latham & Watkins berät Gerresheimer rund um die Transaktion.

Toyota erwirbt Anteile an Cellcentric, einem Hersteller von Brennstoffzellen. Toyota übernimmt die Anteile von den bisherigen Eigentümern Daimler Truck und Volvo; künfitg ist der japanische Autobauer mit einem Drittel gleichberechtigt an dem Joint Venture beteiligt. Mit der Transaktion planen die Partner, die Brennstoffzellentechnologie für schwere Nutzfahrzeuge sowie die Wasserstoffversorgung weiter auszubauen. Der Deal soll zum kommenden Jahreswechsel vollzogen werden.   

Die Dalli Group setzt auf Italien: Der Stolberger Hygienemittelproduzent hat Farmol akquiriert. Farmol stellt Aerosol- und Flüssigprodukte für die Bereiche Personal Care und Home Care her und beschäftigt international rund 1.000 Mitarbeitende. Mit dem Erwerb des italienischen Unternehmens stärkt die Gruppe laut eigenen Aussagen ihr Contract-Manufacturing-Geschäft. 

Symrise greift in Grasse zu: Der Aromastoffhersteller hat eine Put-Option zur Übernahme von 100 Prozent der Anteile an Floral Concept unterzeichnet, einem Hersteller natürlicher Duftstoffzutaten im französischen Pays de Grasse. Mit dem Zukauf bündelt Symrise die Aktivitäten von Floral Concept mit seiner bestehenden Einheit Maison Lautier 1795 zu einem Naturals Cluster für Parfümanwendungen. Der Vollzug ist für das dritte Quartal 2026 geplant.

M&A-Berater-News

Verstärkung für die Transaktionsberatung in Deutschland: Alvarez & Marsal holt Silvio Ritz als Managing Director in die Global Transaction Advisory Group nach Düsseldorf. Ritz kommt von Deloitte, wo er knapp zehneinhalb Jahre im Bereich M&A Transaction Services Unternehmens- und Private-Equity-Kunden auf Käufer- und Verkäuferseite begleitete. Den Einstieg in die Transaktionsberatung fand Ritz bei PwC, wo er rund sieben Jahre arbeitete. Insgesamt bringt er knapp 20 Jahre mit. Sein Branchenfokus liegt auf Einzelhandel, E-Commerce und konsumnahen Dienstleistungen. Bei A&M soll er nun den Ausbau der Mid-Market-Transaktionsberatung in Deutschland vorantreiben.

Deals in Verhandlung

Die Raiffeisen Bank International setzt sich im Bieterkampf um die Addiko Bank durch: Nach Ablauf der Annahmefrist haben 56,16 Prozent der Aktionäre das Angebot von 26,50 Euro je Aktie angenommen und damit die gesetzte Mindestquote von 55 Prozent überschritten. Der slowenische Konkurrent Nova Ljubljanska Banka scheiterte trotz eines deutlich höheren Angebots von 37,00 Euro. Ausschlaggebend dürfte eine vorab vereinbarte Andienung durch den serbischen Großaktionär Alta Group gewesen sein, dem rund 30 Prozent der Addiko-Anteile zugerechnet werden. Nach der Übernahme will RBI nur das Geschäft in Kroatien, Slowenien und Österreich behalten und die übrigen Märkte abstoßen.

Der geplante Erwerb von 202 Tegut-Filialen durch Edeka von der Schweizer Migros droht zu scheitern. Das Bundeskartellamt habe den Beteiligten mitgeteilt, dass es die Übernahme nach derzeitigem Stand der Ermittlungen untersagen werde, wie die Lebensmittelzeitung unter Berufung auf einen Behördensprecher berichtet. In 37 lokalen Absatzmärkten mit insgesamt 38 Tegut-Filialen sieht die Behörde erhebliche Wettbewerbsbeeinträchtigungen. Bei neun Standorten würde Edekas Marktanteil nach der Übernahme die kritische Schwelle von 40 Prozent überschreiten.

Edeka hat dem Kartellamt dem Bericht zufolge bereits einen Lösungsvorschlag unterbreitet: Der Händler will demnach auf den Erwerb der neun kritischen Standorte für zwei Jahre verzichten. Durch das Zusagenangebot verlängert sich die Entscheidungsfrist der Behörde um einen Monat auf den 23. September. Scheitert eine Einigung, steht Edeka der Klageweg vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf offen. Keine Einwände hat das Kartellamt hingegen dem Bericht zufolge gegen die Übernahme der 41 Teo-Märkte, der Firmenzentrale sowie der Bäckerei Herzberger.

M&A-Gerüchteküche

Die Finanzinvestoren Squared Capital und Infravia Capital Partners planen, beim Kölner Werbekonzern Ströer einzusteigen, wie das „Manager Magazin“ berichtet. Gründersohn Dirk Ströer soll sein gesamtes Paket von 20 Prozent abgeben und CEO Udo Müller einen Teil seiner 24 Prozent. Müller soll dem Bericht zufolge als CEO an Bord bleiben, wie es weiter laut Insidern heißt. Der gebotene Preis liege zwischen 44 und 45 Euro je Aktie, was Ströer mit rund 2,5 Milliarden Euro bewerten würde. Das wären gut 20 Prozent mehr als der Börsenschlusskurs vom Dienstag. Sollten die Investoren mit einem öffentlichen Übernahmeangebot einen Anteil von zwei Dritteln erreichen, planen sie ein Delisting, wie das Magazin mit Verweis auf Insider schreibt. Laut dem Bericht berät JP Morgan Ströer bei dem Deal, während Skadden Squared Capital zur Seite steht. Die Finanzierung sollen die Deutsche Bank und Goldman Sachs übernehmen.

Frederic Haupt ist Redakteur bei FINANCE und betreut schwerpunktmäßig die Themen Private-Equity und M&A. Er hat Journalismus und Unternehmenskommunikation an der Media University (ehemals HMKW) studiert. Nach dem Studium hat er sein Volontariat bei F.A.Z. Business Media absolviert und dabei neben FINANCE für weitere Publikationen des Verlags gearbeitet, unter anderem für die Personalwirtschaft und das Wir-Magazin.

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