Nach einem monatelangen Übernahmekampf setzt sich DSV bei Panalpina durch.

Panalpina

05.04.19
Deals

M&A-Deals: Panalpina, Commerzbank, Novartis

Der dänische Logistikkonzern DSV schluckt den Schweizer Rivalen Panalpina, die Unicredit bereitet offenbar ein Kaufangebot für die Commerzbank vor und Novartis übernimmt den US-Konzern IFM Tre. Die FINANCE-M&A-Deals der Woche.

Logistikkonzern DSV übernimmt Schweizer Panalpina

Dem dänischen Logistikkonzern DSV gelingt nach einem monatelangen Übernahmekampf der Zukauf seines Schweizer Konkurrenten Panalpina. Ein verbessertes zweites Übernahmeangebot sei von den Aktionären angenommen worden, wie Panalpina mitteilte. DSV bezahlt rund 4,6 Milliarden Franken (4,1 Milliarden Euro) für den Wettbewerber mit Sitz in Basel. DSV hatte in seinem ersten Angebot vom Januar 170 Franken je Aktie geboten. Im Februar meldete der kuwaitische Logistikkonzern Agility ebenfalls Interesse an Panalpina an. Daraufhin erhöhte DSV sein Angebot auf 180 Franken je Anteilsschein.

Der Deal soll mittels Aktientausch abgewickelt werden. DSV bietet den Panalpina-Aktionären 2,375 eigene Aktien für einen Panalpina-Anteil. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Halbjahr 2019 erwartet. Durch den Zusammenschluss entstünde „Handelsblatt“-Informationen zufolge der weltweit viertgrößte Logistikkonzern mit rund 60.000 Beschäftigten, umgerechnet etwa 16 Milliarden Euro Umsatz und einem Marktanteil zwischen 3 und 4 Prozent.

Unicredit will offenbar die Commerzbank übernehmen

Die italienische Unicredit soll angeblich ein milliardenschweres Kaufangebot für die Commerzbank vorbereiten. Das berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Demnach wolle das Finanzinstitut einen bedeutenden Anteil der Commerzbank übernehmen, um sie im Anschluss mit ihrer deutschen Tochter Hypovereinsbank zu fusionieren. Die Commerzbank wird an der Börse aktuell mit rund 9 Milliarden Euro bewertet.

Unicredit wolle sich jedoch nicht in die laufenden Fusionsgespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank einschalten, heißt es in dem Bericht. Die Bank stünde jedoch mit einem Angebot bereit, sollten die Verhandlungen scheitern. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtete, will der Commerzbank-Vorstand am kommenden Dienstag darüber entscheiden, ob die Verhandlungen mit der Deutschen Bank weitergeführt oder abgebrochen werden. 

Novartis erweitert mit IFM Tre sein Portfolio

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis ergänzt sein Unternehmensportfolio mit dem Zukauf der US-Firma IFM Tre, einer Tochtergesellschaft von IFM Therapeutics. Wie die Amerikaner mitteilten, wird Novartis zunächst eine Vorauszahlung von 310 Millionen Dollar leisten. Weitere mögliche Meilensteinzahlungen könnten sich dabei auf bis zu 1,27 Milliarden Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) erhöhen. Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2019 abgeschlossen werden, so Novartis.

Eigenen Angaben zufolge erhält Novartis durch den Zukauf Zugang zu speziellen Programmen für das sogenannte NLRP3-Inflammasom, einer Schlüsselkomponente des angeborenen Immunsystems.

Roche muss sich bei Spark-Übernahme gedulden

Der Pharmakonzern Roche ist bei seiner geplanten 4,3 Milliarden US-Dollar (3,79 Milliarden Euro) schweren Übernahme von Spark Therapeutics noch nicht am Ziel. Wie Roche mitteilte, haben bis zum Ende der Angebotsfrist am 3. April lediglich 29,4 Prozent der Sparks-Anteilseigner ihre Aktien angedient. Ziel des Schweizer Roche-Konzerns war jedoch die Komplettübernahme der Gentherapiefirma.

Eigenen Angaben zufolge hat Roche die Angebotsfrist bis zum 2. Mai ausgeweitet. Der ursprüngliche Kaufpreis von 114,50 Dollar je Aktie bliebe jedoch weiterhin bestehen. Der Konzern hatte die Übernahmepläne vor gut einem Monat öffentlich gemacht.

M&A-Personalien

Ronald Sauser ist zum Senior Advisor von GCA Altium in Zürich ernannt worden. Die Investmentbank hat dafür ihren Schweizer Beirat erweitert, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht. Zuletzt leitete Sauser den Bereich M&A bei der Beratungsgesellschaft EY Schweiz. Davor war er CEO und Chairman von Sal Oppenheim Corporate Finance in der Schweiz. Das Unternehmen wurde 2011 in Leonardo & Co Schweiz umbenannt.

Jürgen Schwarz, Partner für Retail & Consumer Business bei der M&A-Beratung Capitalmind, ist mit dem „Deal Maker of the Year Award 2019“ ausgezeichnet worden. Schwarz erhielt den Preis für den von ihm begleiteten Verkauf von Allyouneed Fresh an Delticom. Auftraggeber der Transaktion war die Deutsche Post. Vergeben wird die Auszeichnung von dem Wirtschaftsmagazin „Finance Monthly“.

Weitere Meldungen

Das Karrierenetzwerk Xing übernimmt die Jobvermittlungsplattform Honeypot. Der Kaufpreis beträgt zunächst 22 Millionen Euro. Bei Erreichen bestimmter Geschäftsziele innerhalb der nächsten drei Jahre kann die Summe noch auf bis zu 35 Millionen Euro steigen, wie die Unternehmen mitteilten. Das 2015 gegründete Berliner Start-up Honeypot bietet eigenen Angaben zufolge eine Jobplattform für IT-Experten an und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 5 Millionen Euro.

Daimler Trucks
kauft die US-Firma Torc Robotics. Das amerikanische Unternehmen bietet Partnern in der Automobil-, Transport- und Technologiebranche eine Software-Lösung für automatisierte Mobilitätsanwendungen an. Torc soll nach der Übernahme durch die Lkw-Sparte des Autobauers Daimler eine selbstständige Firma bleiben, die ihren Namen beibehält. Über die Höhe der Beteiligung und des Kaufpreises gaben die Unternehmen keine Details bekannt. Die Transaktion muss noch von den US-Behörden genehmigt werden.

Der Industriedienstleister Bilfinger hat zwei seiner Tochtergesellschaften aus dem Bereich „Other Operations“ verkauft. Die Gesellschaften Bilfinger Freileitungsbau (FRB) und Bilfinger Gerätetechnik seien im ersten Quartal 2019 für einen zweistelligen Millionenbetrag veräußert worden, teilte das Unternehmen mit. Käufer von Bilfinger FRB ist der Infrastrukturdienstleister EQOS Energie, neuer Eigentümer der Bilfinger Gerätetechnik ist die österreichische Invest. Die frischen Mittel aus den Verkäufen will Bilfinger eigenen Angaben zufolge für die Akquisition margenstärkerer Gesellschaften und den Ausbau von Wachstumsfeldern einsetzen. Die M&A-Beratung Imap hat Bilfinger beim Verkauf von FRB unterstützt.

Der Finanzinvestor Premium Equity Partners hat seine Portfoliogesellschaft Antennentechnik ABB Bad Blankenburg verkauft. Käufer ist der chinesische Automobilzulieferer Huizhou Desay SV Automotive. Die chinesischen Behörden und das Bundeministerium für Wirtschaft und Energie haben den Unternehmen zufolge die Transaktion bereits genehmigt. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Premium Equity Partners wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek (Federführung: Stefan Duhnkrack) beraten.

Das japanische Pharmaunternehmen Maruho will seine strategische Partnerschaft mit dem Biotech-Unternehmen Biofrontera weiter ausbauen. Derzeit hält Maruho rund 20,3 Prozent an dem Leverkusener Unternehmen und beabsichtigt nun, seinen Anteil auf 29,99 Prozent zu erhöhen. Dafür wird Maruho den Biofrontera-Aktionären ein freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot unterbreiten. Die Japaner sind seit April 2013 an Biofrontera beteiligt. Maruho wird bei der Transaktion von der Kanzlei Gleiss Lutz (Federführung: Martin Hitzer und Michael Burian) beraten.

Die Private-Equity-Gesellschaft Aurelius hat ihre Schweizer Tochtergesellschaft Granovit im Rahmen eines Management-Buy-outs an das bestehende Management um CEO Andreas Fischer verkauft. Details zum Kaufpreis gab das Unternehmen nicht bekannt. Aurelius hatte den Tierfuttermittelhersteller 2017 von Cargill übernommen.

Beck & Pollitzer, ein Dienstleistungsanbieter für die Verlagerung von Maschinen- und Anlageninstallationen, hat die Nürnberger Montagen Plus und ihre Tochtergesellschaft Montageprofis gekauft. Finanzielle Transaktionsdetails wurden nicht bekannt gegeben. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO (Federführung: Martin Studier) hat Beck & Pollitzer bei der Transaktion beraten.

Der Anbieter für Transportlösungen und Logistiksysteme, SMT Scharf, hat 51 Prozent der Ser Elektronik übernommen. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor. Demnach bezahlt SMT einen mittleren sechsstelligen Betrag für Ser. Laut SMT werden durch den Zukauf die Kompetenzen im Bereich der Elektronik und Steuerung weiter ausgebaut.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

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