Roche bezahlt einen Umsatz-Multiple von 67 für Spark Therapeutics.

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01.03.19
Deals

M&A-Deals: Roche, Merck, Liberty Global

Roche stemmt einen Milliardendeal, Merck bietet für den US-Konzern Versum und Liberty Global verkauft UPC. Diese und andere M&A-Deals im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Pharmariese Roche übernimmt Spark Therapeutics

Der Schweizer Pharmakonzern Roche kauft das US-Biotechunternehmen Spark Therapeutics für 4,3 Milliarden US-Dollar (3,79 Milliarden Euro). Das gaben die Unternehmen am Montag in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt. Damit ist der Kaufpreis 67 Mal so hoch wie der Umsatz, den Spark aktuell erwirtschaftet. Roche bietet den Spark-Aktionären 114,50 US-Dollar je Anteilsschein. Der Zukauf soll noch im zweiten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden.

Das Biotechunternehmen aus Philadelphia entwickelt eine Gentherapie gegen die Bluterkrankung Hämophilie. Bislang verfügte Roche zur Behandlung der Krankheit nur über das Mittel Hemlibra.

Merck torpediert Fusion von Versum und Entegris

Der Pharmakonzern Merck klinkt sich in die milliardenschweren Fusionsverhandlungen der beiden US-Konzerne Versum und Entegris ein. Wie das Unternehmen mit Sitz in Darmstadt mitteilte, bietet Merck 48 US-Dollar in bar je Versum-Aktie. Das entspricht einem Kaufpreis von 5,9 Milliarden US-Dollar (rund 5,2 Milliarden Euro). Mit dem geplanten Zukauf will Merck seine Materialsparte stärken. Bei Versum handelt es sich um einen Halbleiterzulieferer mit Sitz in Tempe im US-Bundesstaat Arizona. Die Amerikaner wehren sich jedoch gegen den Vorstoß von Merck. Der Dax-Konzern wird von der Investmentbank Guggenheim sowie der Kanzlei Sullivan & Cromwell beraten.

Liberty Global trennt sich von UPC

Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern Liberty Global hat seine Tochtergesellschaft UPC an den Schweizer Kabelnetzbetreiber Sunrise verkauft. Wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilten, sei eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet worden. Demnach bezahlt Sunrise 6,3 Milliarden Franken (gut 5,5 Milliarden Euro) für UPC.

Für Liberty Global wäre es der zweite größere Spartenverkauf innerhalb eines Jahres. Im April 2018 kündigte der Konzern den Verkauf großer Teile seines Geschäfts in Europa an, zu dem auch das deutsche Unternehmen Unitymedia zählt. Bei dem Käufer handelt es sich um den britischen Konkurrenten Vodafone. Der Deal ist 18,4 Milliarden Euro schwer und wird aktuell noch von den Kartellbehörden geprüft.

ZF Friedrichshafen hat Wabco im Visier

ZF Friedrichshafen plant weitere Zukäufe. Dafür hat der Automobilzulieferer den amerikanisch-belgischen Bremsenhersteller Wabco als Target für sich ausgemacht. Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Finanzkreise. Demnach könne der geplante Deal ein Volumen von bis zu 8 Milliarden Euro haben. Es sei jedoch noch offen, ob es tatsächlichen zu einem Abschluss der Übernahme komme.

Mehrere Kaufangebote für insolvente Germania

Unbekannte Investoren haben offizielle Kaufangebote für große Teile der insolventen Fluggesellschaft Germania vorgelegt. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg am Dienstag mit. Demnach seien zwei Angebote für einen Großteil des Streckennetzes sowie den Wartungs- und Servicebereich eingegangen. Über die Höhe der Angebote ist nichts bekannt. Mitte Februar teilte Wienberg noch mit, dass es über 30 Interessenten gebe, von denen wiederum mehr als zehn die Zahlen von Germania prüfen würden.

Neben der Käufersuche für die insolventen Germania-Teile, verkaufte die Airline bereits den schweizerischen Ableger der Fluggesellschaft, Germania Flug. Wie das Unternehmen mitteilte, übernimmt die Air-Prishtina-Chefin Leyla Ibrahimi-Salahi die Germania-Tochter. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Germania hielt zuvor 40 Prozent an Germania Flug. Air Prishtina bietet europaweit Flugreisen in den Kosovo und nach Mazedonien an.

Schwarz-Gruppe bietet für Teile von Real

Die Lidl- und Kaufland-Muttergesellschaft Schwarz ist an Teilen der zum Verkauf stehenden Verbrauchermarktkette Real interessiert. Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Aussagen des Chefs der Schwarz-Gruppe, Klaus Gehrig. „Wir sind in Gesprächen, ob wir gute 100 Märkte bekommen“, sagte er dem Blatt. Demnach sollen diese Märkte in das Netz von Kaufland integriert werden. Zu einem möglichen Kaufpreis ist nichts bekannt.

Neben der Schwarz Gruppe sollen fünf weitere Interessenten konkrete Angebote für Real vorbereiten, heißt es. Unter anderem sollen sich darunter auch die beiden Finanzinvestoren Morgan Stanley und Cerberus befinden. Die Metro-Tochter Real steht seit September 2018 offiziell zum Verkauf. Olaf Koch, CEO von Metro, will den M&A-Deal bis spätestens Mai 2019 abschließen.

Weitere Meldungen

Der Private-Equity-Investor KKR kauft den Kinoverleiher Universum Film von der Mediengruppe RTL Deutschland. Damit haben die US-Amerikaner die erste Add-on-Akquisition für die Tele München Gruppe (TMG) getätigt, welche sie vergangene Woche übernommen hatten. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Der Abschluss der Übernahme von Universum Film wird bis April 2019 erwartet. KKR wurde bei dem Deal von den Wirtschaftskanzleien Noerr (Federführung: Georg Schneider, Johannes Kreile) und Hengeler Mueller unterstützt.

Der Verlagskonzern Dumont erwägt offenbar den Verkauf seiner Regionalmedien. Dies berichtete das Branchenportal „Horizont“ unter Berufung auf Unterlagen von Goetzpartners. Die Unternehmensberatung soll damit beauftragt worden sein, unverbindliche Angebote einzuholen. Neben den Regionalmedien sollen auch Anzeigenblätter, zentrale Services sowie Druckereien von den Verkaufsplänen betroffen sein. Dumont könnte den Unterlagen zufolge angeblich auch zum Verkauf einzelner Titel bereit sein. Ohne das Geschäft mit den Regionalmedien blieben dem Medienhaus noch die Geschäftsbereiche Marketing Technology und Business Information. Im vergangenen Jahr hatte Dumont in beiden Sparten zugekauft.

Der Energieversorger RWE erwirbt 50,04 Prozent der Anteile an Innogy Grid, dem tschechischen Gasnetzgeschäft seiner Tochtergesellschaft Innogy. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion ist Teil des Plans von RWE und E.on Innogy unter sich aufzuteilen. Demnach wird RWE Innogy Grid direkt an E.on weiterreichen. Das Prager Unternehmen ist ein Joint Venture von Innogy und dem australischen Infrastrukturinvestor Macquarie, der die übrigen 49,96 Prozent der Anteile hält. Die Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller (Federführung: Thomas Meurer, Andreas Austmann) und Schilling, Zutt & Anschütz haben Innogy bei der Veräußerung unterstützt.

Der Kommunikationstechnik-Hersteller Kathrein verkauft sein Antennen- und Filtergeschäft an den schwedischen Netzwerkausrüster Ericsson. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Der Unternehmensbereich mit seinen rund 4.000 Mitarbeitern soll voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres an Ericssons Business Area Networks übergehen. Ericsson wurde bei der Transaktion von Hengeler Mueller (Federführung: Andreas Hoger, Emanuel Strehle) beraten. Für Kathrein ist es bereits der zweite Spartenverkauf innerhalb von vier Monaten. Erst im November 2018 hatte Kathrein seine Automotive-Sparte an das Technologieunternehmen Continental veräußert. Die Kanzleien BBL Bernsau Brockdorff und Noerr (Federführung: Christian Pleister und Holger Ebersberger) beraten Kathrein bei der Transaktion.

Das auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierte Koblenzer Software-Unternehmen CompuGroup Medical (CGM) erwirbt 100 Prozent der Anteile an dem niederländischen Unternehmen Qualizorg. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Qualizorg ist auf die Erhebung, Verwaltung und Bereitstellung von Erkenntnissen über Qualitätsindikatoren im Gesundheitswesen spezialisiert. CompuGroup Medical erwirtschaftete 2017 nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von über 580 Millionen Euro.

Das indische Unternehmen Neel Metal Products Limited (NMPL) beteiligt sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit 50 Prozent an Linde + Wiemann, einem Anbieter von Leichtbaustruktur- und Sicherheitskomponenten für die globale Automobilindustrie. NMPL gehört zur JBM Gruppe, einem indischen Industriekonglomerat. Metzler Corporate Finance hat Linde + Wiemann bei der Transaktion unterstützt.

Das Darmstädter Unternehmen Prostep, ein auf das Product Lifecycle Management spezialisiertes Beratungs- und Softwarehaus, erwirbt eine Mehrheitsbeteiligung an der Unternehmensberatung Bartscher & Hasenäcker Consulting. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Prostep wurde von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ebner Stolz (Federführung: Johannes Joepgen) beraten.

Der niederländische Beteiligungsfonds Active Capital Company (ACC) beteiligt sich mehrheitlich am Anbieter intelligenter LED-Lösungen SchahlLED Lighting. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. SchahlLED wurde bei der Transaktion von Bayern Treuhand (Federführung: Iram Kamal) und Hübner, Schloesser & Cie unterstützt. ACC wurde von Rödl & Partner (Federführung: Thomas Fräbel) beraten.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

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