M&A-Deals: Die Vonovia-Aktionäre haben der Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen zugestimmt.

Vonovia

04.12.15
Deals

M&A-Deals: Vonovia, Symrise, Armacell

Vonovia stimmt über den Deutsche-Wohnen-Deal ab, Symrise bekommt einen Investor aus China und Blackstone kauft Armacell. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Vonovia-Aktionäre geben grünes Licht für Deutsche-Wohnen-Übernahme

Der Immobilienkonzern Vonovia (vormals Deutsche Annington) hat von seinen Aktionären die Zustimmung für eine feindliche Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen erhalten. CFO Stefan Kirsten will den Deutsche-Wohnen-Aktionären nun „zeitnah“ ein Angebot vorlegen, das etwa 14 Milliarden Euro schwer sein soll.

Die Deutsche Wohnen allerdings wehrt sich gegen die Übernahme. CEO Michael Zahn hatte vor der Abstimmung der Vonovia-Aktionäre selbst noch einen M&A-Deal mit Patrizia Immobilien eingefädelt – aber ohne Ergebnis auf die Meinung der Vonovia-Aktionäre.

Symrise: Chinesischer Investor bietet offenbar 7,5 Milliarden Euro

Dem Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise steht offenbar ein Übernahmeangebot aus China ins Haus: Berichten zufolge will ein chinesischer Konzern 7,5 Milliarden Euro zahlen. Basierend auf dem aktuellen Unternehmenswert würde diese Summe allerdings nur für einen Anteil an Symrise reichen.

Symrise hat mit der Übernahme des US-Branchenkollegen Pinova Holdings selbst erst kürzlich  einen M&A-Deal eingefädelt. Den Deal finanziert Noch-CFO Bernd Hirsch mit einem Schuldscheindarlehen über 500 Millionen Euro

Blackstone steigt bei Armacell ein

Der Finanzinvestor Blackstone übernimmt den Dämmstoffhersteller Armacell von dem britischen Beteiligungsunternehmen Charterhouse, wie Reuters berichtete. In diesem Zuge beteilige sich auch die Eigentümerfamilie des Spielzeugherstellers Lego über ihr Unternehmen Kirkbi an dem Unternehmen mit Sitz in Münster.

Charterhouse macht mit dem Verkauf einen guten Deal, wie Reuters unter Berufung auf Insider angibt: Armacell wird demnach mit 960 Millionen Euro bewertet – gekauft hatte der Investor Armacell allerdings vor zwei Jahren für 520 Millionen Euro. Beraten wurde Charterhouse in einem Dual-Track-Verfahren durch die Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller unter Federführung der Partner Hans-Jörg Ziegenhain und Steffen Oppenländer (M&A) sowie Reinhold Ernst und Dirk Busch (IPO). Blackstone hatte die Kanzlei Gleiss Lutz als Berater beauftragt. Hier leiteten das Team Jan Bauer und Martin Viciano Gofferje. Kirkbi wurde durch  die Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells beraten.

PE-Investor Oaktree trennt sich nicht von Fitness First

Das Private-Equity-Haus Oaktree will die deutschen Filialen der Sportstudiokette Fitness First vorerst doch behalten. Der Finanzinvestor hatte seit 2014 Ausschau nach einem potenziellen Käufer gehalten. Fitness First erzielte in Deutschland zuletzt einen Umsatz von 150 Millionen Euro.

Es ist möglich, dass Oaktree inzwischen den Exit aus der gesamten Fitness-First-Kette plant. Damit hätte sich der Verkauf der deutschen Studios erübrigt.

Deutsche Beteiligungs AG investiert in Telio-Gruppe

Die Deutsche Beteiligungs AG und ihr Fonds DBAG Fund VI übernehmen im Rahmen eines Management-Buy-Outs die Mehrheit an dem Telekommunikations- und Softwareunternehmen Telio-Gruppe. Das Unternehmen ist auf Telefonsysteme für Gefängnisse spezialisiert.

Neben Mitgliedern des Managements veräußern auch private Investoren Telio-Anteile an die DBAG. Die Höhe der Investition wurde allerdings nicht bekanntgegeben. Auch die Wettbewerbsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen.

H&T darf Balda übernehmen – unter einer Bedingung

Die Balda-Aktionäre haben entschieden: 97,4 Prozent stimmten auf der Hauptversammlung dem 74 Millionen Euro schweren Kaufangebot der Industrieholding Heitkamp & Thumann zu. Allerdings ist der Deal damit noch nicht in trockenen Tüchern.

Das italienische Unternehmen Stevanato hat noch bis zum 14. Dezember Zeit, ein notarielles Angebot vorzulegen. Dieses würde das von H&T übertreffen. Ist das der Fall, würde der Deal mit H&T wohl hinfällig – außer, die Industrieholding stockt ihr Angebot noch einmal auf.

M&A-Personalien

Beiten Burkhardt hat mehrere neue Partner ernannt. Der 44-jährige Marcus Mische wurde zum Equity Partner bestellt. Er ist auf Steuerrecht spezialisiert und berät bei M&A-Deals. Michael Späthe wurde zum Salary Partner im Bereich Corporate und M&A ernannt. Oliver Köster ist im vergangenen Jahr als Quereinsteiger zur Kanzlei gekommen. Er ist ebenfalls Salary Partner im Bereich Corporate und M&A.

Weitere M&A-Deals

Der Werkzeugmaschinenbauer Fair Friend Group hat die Übernahme der MAG-Gruppe abgeschlossen. Damit wird der Geschäftsbereich Werkzeugmaschinen nach Angaben des Unternehmens über 2,3 Milliarden US-Dollar jährlich erzielen. Bei dem Deal wurde die Fair Friend Group durch KPMG sowie Beiten Burkhardt beraten. Für die MAG-Gruppe waren Freitag & Co sowie P+P Pöllath + Partners tätig.

Der US-Mischkonzern General Electric macht Fortschritte bei der Zerschlagung seiner Finanzsparte: GE Capital will sein Factoring-Geschäft an die französische Bank Crédit Mutuel veräußern. Ein entsprechendes Memorandum of Understanding wurde unterzeichnet, die Verkaufsverhandlungen laufen. Der M&A-Deal ist voraussichtlich etwa 1,3 Milliarden US-Dollar einbringen.

Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus hat die Übernahme von Pepcom abgeschlossen. Damit bedient Tele Columbus inzwischen 3,6 Millionen Haushalte. Etwa 790.000 davon wurden mit Pepcom übernommen.

Der Pharmakonzern Merck zieht offenbar den Verkauf seines Allergiegeschäfts in Erwägung. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Ein solcher Deal könnte Merck rund 600 Millionen Euro einbringen. Damit will der Konzern dem Bericht zufolge seine Schulden reduzieren.

Das Beteiligungsunternehmen Aurelius übernimmt den britischen Pflegedienstleister Allied Healthcare  von Saga. Allied Healthcare erzielte mit über 12.000 Mitarbeitern im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 400 Millionen Euro.

Der Dachziegelhersteller Braas Monier übernimmt das Unternehmen J.A. Plastindustri, das Dachsystemteile herstellt. Den M&A-Deal finanziert Braas Monier aus dem freien Cashflow. Der Abschluss soll Anfang 2016 erfolgen.

Der Versicherungskonzern Talanx kauft in Italien zu. Die Talanx-Tochter HDI Assicurazioni erwirbt den Lebensversicherer CBA Vita mitsamt des Tochterunternehmens SellaLife. Verkäufer ist die italienische Bank Gruppo Banca Selladas. Außerdem übernimmt Talanx von der Bank die verbleibenden 49 Prozent der Sachversicherung InChiaro Assicuarzioni. Insgesamt zahlt Talanx einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag sowie eine von der Geschäftsentwicklung abhängige Prämie. Die Freigabe der italienischen Kartellbehörden steht noch aus.

Der PE-Investor Equistone veräußert seine Beteiligung in Höhe von 75,1 Prozent an dem niederländischen Schlachtanlagenbauer MPS Meat Processing Systems für 382 Millionen Euro an das Unternehmen Marel, das Ausstattungen für die Fleisch- und Fischindustrie anbietet. MPS erwartet aktuell einen Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro und ein Ebitda von knapp 40 Millionen Euro. Equistone wurde bei dem Verkauf durch William Blair beraten. Nach Zustimmung der Wettbewerbsbehörden wird der Abschluss des Deals für das erste Quartal 2016 erwartet.

Der russische Milliardär Viktor Vekselberg darf mit seinem Beteiligungsunternehmen Renova den Industriekonzern Sulzer übernehmen. Die entsprechende Genehmigung erteilten die Kartellbehörden in Südafrika, den USA, Russland und Deutschland. Im Zuge des Pflichtangebotes wurden Renova 29,5 Prozent der Sulzer-Anteile für 99,20 Schweizer Franken je Aktie angedient, womit Vekselbergs Anteil auf 62,86 Prozent steigt. Die Übernahme soll noch im Dezember abgeschlossen werden.

Silverfleet Capital veräußert die Schuhhandelskette Office Retail an den südafrikanischen Einzelhandelskonzern Truworths International. Der Kaufpreis beläuft sich auf rund 363 Millionen Euro (256 Millionen Britische Pfund). Der M&A-Deal soll Anfang Dezember abgeschlossen werden, sobald die südafrikanische Zentralbank zustimmt. Als Berater begleiteten Silverfleet die Banken Rothschild und JP Morgan (Corporate Finance), sowie PwC (Financial & Tax) und TraversSmith (Legal).

Das IT-Unternehmen Wipro kauft für 73,5 Millionen Euro das IT-Beratungs- und Softwareunternehmen Cellent von der Landesbank Baden-Württemberg. Nach der regulatorischen Freigabe wird der Abschluss des Deals für das Ende des ersten Quartals 2016 erwartet.

Der schwedische Kamerahersteller Hasselblad, der dem deutschen PE-Investor Vordran Mannheim gehört, hat mit DJI Innovations einen chinesischen Investor an Bord geholt. Das chinesische Startup stellt zivile Drohnen her und hat sich mit einer strategischen Minderheit an dem schwedischen Traditionsunternehmen beteiligt. Beraten wurde Hasselblad durch KPMG.

Von Quadriga Capital beratene Fonds und das Management verkaufen ihre Beteiligung an der Punker Holding an Fonds des Schweizer PE-Investors Cross Equity Partners. Punker stellt Air-Flow-Komponenten her und erwirtschaftet so einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro jährlich. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Die Kanzlei Dentons will sich durch M&A-Deals in Süd- und Mittelamerika vergrößern. Geplant sind Zusammenschlüsse mit Cárdenas & Cárdenas in Kolumbien sowie mit López Velarde, Heftye y Soria in Mexiko. Erst vor kurzem hatte Dentons die Übernahme von Rodyk und Gadens in Singapur beziehungsweise Australien bekanntgegeben.

Das E-Commerce-Unternehmen ePetWorld erwirbt die Hundefuttermarke „Meine Strolche“ von K-New Media, einem Unternehmen der Klingel Gruppe. Details des Deals wurde nicht bekanntgegeben.

Der Düsseldorfer Pflegeheimbetreiber Alloheim Senioren-Residenzen übernimmt mit Wirkung zum 1. Januar 2016 die Senator Unternehmensgruppe. Damit baut Alloheim seine Kapazitäten auf rund 15.000 Pflegebetten und Apartments für Betreutes Wohnen aus. Beraten wurde die Käuferseite durch Arqis.

Der deutsche Unternehmer Ralf-Dieter Montag-Girmes will sich laut dpa mit 20 Prozent an der lettischen Fluglinie Air Baltic beteiligen. Für das Aktienpaket will der Unternehmer 52 Millionen Euro zahlen. Die Fluglinie erneuert derzeit ihre Flotte.

Der Tübinger Medizintechnikinvestor SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement hat die Mehrheit an SIS Medical und Schwager Medica erworben (SIS-Schwager-Gruppe). Die Gruppe entwickelt, produziert und vertreibt Produkte zur Behandlung von Gefäßerkrankungen. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.