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29.01.16
Deals

PE-Investor EQT dürfte bei Kuoni auf Buy-and-Build setzen

Der schwedische Private-Equity-Riese EQT wird wohl den Zuschlag bei der Auktion um den Schweizer Reisekonzern Kuoni bekommen. Es ist wahrscheinlich, dass EQT schon in Kürze die nächsten Zukäufe eintüten wird.

Der schwedische PE-Investor EQT ist beim Tui-Wettbewerber Kuoni offenbar fast am Ziel. EQT habe das beste Gebot für den börsennotierten Reiseveranstalter abgegeben, bestätigte Kuoni in einer Mitteilung. Die beiden Parteien befänden sich in abschließenden Verhandlungen. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefällt worden.

Kuoni könnte unter EQT Hotelbeds kaufen

Kommt EQT zum Zuge – was wahrscheinlich ist – wäre es ein großer M&A-Deal. Über die Höhe des Gebots ist nichts bekannt, aber Kuoni hat einen Börsenwert von 1,14 Milliarden Euro. EQT hat in der Auktion offenbar die PE-Investoren Cinven und Permira sowie ein asiatisches Konsortium ausgestochen.

Kuoni steckt mitten in einer Restrukturierung. Im Juni hat der Konzern sein defizitäres europäisches Reiseveranstaltergeschäft an die Rewe-Gruppe verkauft. Kuoni wolle sich als Großhändler für die globale Reiseindustrie positionieren, hieß es damals.

Wahrscheinlich ist, dass EQT auf diese Strategie aufsetzen wird. Der deutsche Kuoni-Wettbewerber Tui hat jüngst seine Bettenvermittlung Hotelbeds zum Verkauf gestellt, Analysten beziffern den Wert auf 750 Millionen Euro. Hotelbeds verkauft Übernachtungskapazitäten an Internetportale, Reisebüros und Veranstalter, aber nicht direkt an Endkunden.

In dem Segment ist Hotelbeds Marktführer, vor der Kuoni-Sparte GTD. Weil Größe in einem derartigen Geschäft belohnt wird, ist denkbar, dass eine EQT-geführte Kuoni sich in die Pole Position für die Übernahme von Hotelbeds bringt – und einen Zukauf als Ausgangspunkt für eine großangelegte Buy-and-Build-Strategie im Tourismussektor benutzt.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de