Amoena

07.11.14
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PE-Investor Halder übernimmt Prothesenhersteller Amoena

Der PE-Investor Halder hat den Brustprothesenhersteller Amoena in einem Secondary Buy-out von den PE-Investoren Granville Baird Deutschland und Baird Capital übernommen. Der zentrale Werthebel ist Wachstum – aber ausnahmsweise mal nicht in Asien.

Der PE-Investor Halder hat den Hersteller von Silikonbrustprothesen Amoena von GB Deutschland – der früheren Granville Baird – und Baird Capital übernommen. Der Kaufpreis wurde nicht genannt, die Verkäufer Amoenas wurden bei der Transaktion von der Investmentbank Lincoln International beraten. Halders Berater waren PwC, Roland Berger, Skadden, Latham & Watkins, Willis sowie ERM. Das Unternehmen sei profitabel und erzielte im Geschäftsjahr 2012/2013 einen Umsatz von knapp 72 Millionen Euro.

Die Übernahme von Amoena ist das achte Investment aus dem 2008 aufgelegten Fonds Halder Gimv-Germany II (Fondsvolumen: 325 Millionen Euro) und dürfte die letzte größere Investition des Fonds sein, der auf Grund der Finanzkrise sein erstes Investment erst 2011 tätigte. Wie bei Halder üblich, soll der Anteil der Fremdfinanzierung bei 50 bis 55 Prozent liegen. Im Portfolio des Mittelstandsinvestors, der sich im vergangenen Jahr von seinem belgischen Partner Gimv getrennt und den PE-Veteranen Hanns Ostmeier als Gesellschafter an Bord geholt hatte, befinden sich unter anderem noch die Bäckereikette WBack und der Anbieter von Wasserspendern Aqua Vital.

Halder will Produktportfolio von Amoena erweitern

GB Deutschland und Baird Capital hatten die 1975 gegründete Amoena 2007 für 102 Millionen Euro von der dänischen Coloplast-Gruppe übernommen und die Internationalisierung vorangetrieben. Die Zahl der Beschäftigten wuchs von rund 600 auf 700 an. Die Produktionsstätten befinden sich im bayerischen Raubling und in Costa Rica.

Halder will das Wachstum mit geographischen Schwerpunkten auf Westeuropa und Nordamerika fortsetzen und die Marktstellung ausbauen. Asien spielt anders als bei vielen Mittelstandstransaktionen keine Rolle, weil Brusterkrankungen dort seltener vorkommen, wie es heißt. Den größten Werthebel sieht Halder aber woanders: Das Private Equity-Haus will das Geschäft mit funktioneller Sport- und Freizeitkleidung für Frauen ausbauen, die von Brustoperationen betroffen sind. In verschiedenen Ländern sollen dafür neue Vertriebswege erschlossen werden.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de