Gimv-Deutschlandchef Hansjörg Säge: Das Investment-Team soll wachsen.

GIMV

26.03.13
Deals

Belgischer PE-Investor Gimv ordnet Deutschland-Engagement neu

Der belgische Finanzinvestor Gimv hat seine Beteiligung an dem deutschen PE-Investor Halder an das Halder-Management verkauft. In den Halder-Fonds will Gimv investiert bleiben, gleichzeitig aber sein eigenes Buy-out-Geschäft in Deutschland forcieren und damit dem bisherigen Partner bald Konkurrenz machen.


Die börsennotierte belgische Investmentgesellschaft Gimv löst die engen Bande mit dem deutschen PE-Investor Halder, einem der bekanntesten Mittelstandsinvestoren in Deutschland. Die Beteiligung an der Managementgesellschaft von zwei gemeinsam verwalteten Halder-Deutschlandfonds wurde an das Halder-Management verkauft. Einer dieser beiden ist der 325 Millionen Euro große Fonds, aus dem Halder aktuell investiert. Die Managementgesellschaft liegt damit jetzt allein in den Händen der Halder-Partner.

Gimv bleibt unverändert der größte Investor im aktuellen Fonds. Es ist jedoch abzusehen, dass dies der erste Schritt zur schrittweisen Trennung der langjährigen Partner ist, denn Gimv will jetzt sein eigenes Private-Equity-Geschäft in Deutschland ausbauen und damit Halder direkte Konkurrenz machen.

Ein neuer Konkurrent für Finatem, Halder, Hannover Finanz & Co.

Bislang sind die eigenständigen Investmentaktivitäten in Deutschland nur ein Randgeschäft im 1,8 Milliarden Euro schweren Anlageportfolio des belgischen PE-Investors, der auch als Dachfonds-Investor (Fund of Funds) auftritt. Das Münchener Büro, geleitet von Hansjörg Säge, besteht aktuell nur aus drei Investmentmanagern und geht vor allem kleinere Venture-Capital-Investments ein. Nun wird das Team aber ausgebaut, und auch der Investmentfokus soll sich verbreitern, wie FINANCE aus Unternehmenskreisen erfahren hat.

Künftig soll das Münchener Team einen Schwerpunkt auf Wachstumskapital- und Buy-out-Transaktionen legen. Dafür wurden vier Trendsektoren identifiziert, auf die Gimv seine künftigen Investitionen konzentrieren will: Consumer 2020, Health & Care, Smart Industries und Sustainable Cities.

Pro Deal will Gimv Eigenkapitaltickets zwischen 3 und 25 Millionen Euro investieren, wobei die Buy-outs, die jetzt in Deutschland forciert werden sollen, üblicherweise am oberen Ende dieser Spanne liegen. Inklusive Fremdkapital wäre Gimv damit in der Lage, Unternehmen mit einem Wert von bis zu 50 Millionen Euro ins Visier zu nehmen.

Dieses Small-Cap-Segment mit Transaktionsvolumina zwischen 20 und 50 Millionen Euro gilt aktuell als das attraktivste am deutschen PE-Markt, da der Dealflow im Gegensatz zu den größeren Transaktionen noch gut ist. Allerdings trifft Gimv dort auf eine große Zahl etablierter deutscher PE-Investoren wie zum Beispiel Hannover Finanz, Finatem und Capiton, die über einen langjährigen Track Record und weitreichende Netzwerke im deutschen Mittelstand verfügen. Der bisherige Partner Halder gehört ebenfalls dazu.         

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de