Elster war nur drei Jahre im Portfolio des PE-Investors Melrose, hat den Briten aber einen Riesen-Profit verschafft.

Elster-Gruppe

29.07.15
Deals

PE-Investor Melrose macht Riesen-Profit mit Elster

Der britische PE-Investor Melrose trennt sich nach nur drei Jahren von dem deutschen Messtechnik-Spezialisten Elster. Der neue Eigentümer Honeywell verhilft den Briten zu einer bemerkenswerten Rendite.

Die britische Beteiligungsgesellschaft Melrose verkauft den Mainzer Messtechnik-Spezialisten Elster für 3,3 Milliarden britische Pfund an den  US-Mischkonzern Honeywell, was in etwa 4,6 Milliarden Euro entspricht. Das bei dem Exit erzielte Multiple liegt laut Melrose bei 14,3x Ebitda in Bezug auf das Geschäftsjahr 2014. Messtechnikspezialisten wie Elster werden am M&A-Markt schon seit längerem sehr hoch bewertet.

Damit hat sich das Investment für Melrose ordentlich ausgezahlt. Die Briten hatten Elster im August 2012 dem PE-Investor CVC abgekauft und damals 1,8 Milliarden Pfund (umgerechnet 2,3 Milliarden Euro) bezahlt. Melrose hat den Wert von Elster in nur drei Jahren also nahezu verdoppelt. Die Rückflüsse an Melrose belaufen sich auf das 2,3-fache des ursprünglichen Equity-Investments, die jährliche Rendite (IRR) liegt bei satten 33 Prozent. „Ich bin zufrieden, das wir in der Lage sind, unseren Investoren diesen Return liefern zu können, und das sogar früher als angenommen“, reibt sich Melrose-Chef Christopher Miller die Hände.

Melrose hat Gewinn von Elster um zwei Drittel gesteigert

Melrose hatte Elster, deren Halbjahresumsatz zuletzt bei 541 Millionen Pfund lag, nach der Akquisition vor drei Jahren neu organisiert und in drei verschiedene Bereiche aufgeteilt: Elster Gas, Elster Electricity und Elster Water. Das operative Ergebnis hat sich Melrose-Angaben zufolge seit dem Einstieg um zwei Drittel verbessert, die operative Marge um 7 Prozentpunkte. Der operative Gewinn lag im ersten Halbjahr 2015 bei 109 Millionen Pfund.

Der neue Eigentümer Honeywell hat es speziell auf Elsters Gaseinheit abgesehen. Das Segment biete laut Honeywell-CEO Dave Cote ein starkes, weltweit tätiges Verteilernetzwerk und erschließe zudem zahlreiche Cross-Selling-Möglichkeiten für bereits existierende Honeywell-Technologien. Cote rechnet damit, dass die Übernahme des deutschen Mittelständlers auch dem bestehenden Honeywell-Geschäft deutliche Extra-Einnahmen verschaffen wird.

jakob.eich[at]finance-magazin.de