Fast geschafft: Die Fusion zwischen Hapag Lloyd und der chilenischen Reederei CSAV rückt immer näher.

Hapag Lloyd

24.03.14
Deals

Reederei-Deal: CSAV-Aktionäre billigen Fusion mit Hapag Lloyd

Etappensieg für Hapag Lloyd: Die Containerreederei ist einer Fusion mit der chilenischen Reederei CSAV einen großen Schritt näher gekommen. Doch noch ist der Deal nicht festgezurrt – schon vor einem Jahr scheiterte ein Deal auf der Zielgeraden.

Die Hamburger Containerreederei Hapag Lloyd hat bei der geplanten Fusion mit der chilenischen Reederei CSAV eine entscheidende Hürde genommen: 84,5 Prozent aller CSAV-Aktionäre haben der Fusion zugestimmt. Doch noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern: Bis zum 20. April können die Aktionäre noch von ihrem Recht Gebrauch machen, ihre Aktien zu einem festgelegten Kurs zu verkaufen, statt ihr Kapital in die Fusion einzubringen. Sollten sich mehr als fünf Prozent des Aktienkapitals für diese Option entscheiden, platzt der Deal.

Bereits vor einem Jahr musste Hapag Lloyd einen geplatzten Deal hinnehmen: Damals scheiterten Fusionsverhandlungen zwischen Hapag Lloyd und der Oetker-Tochter Hamburg Süd an unterschiedlichen Widerständen in beiden Lagern. Lange wurde Hapag Lloyd-Großaktionär Klaus Michael Kühne für das Scheitern verantwortlich gemacht. Mittlerweile ist deutlich, dass auch bei Oetker ein Teil der Gesellschafter auf der Bremse standen.

Hapag Lloyd und CSAV würden sich gut ergänzen

Verliefe nun die Fusion mit CSAV erfolgreich, entstünde die viertgrößte Containerreederei der Welt mit mehr als 200 Schiffen, einem Umsatz von rund zwölf Milliarden Dollar und einem weitreichenden Streckennetz: Während Hapag Lloyd zwischen Europa und Asien verkehrt, ist CSAV die führende Reederei in Südamerika. Geplant sind außerdem zwei Kapitalerhöhungen über insgesamt 740 Millionen Euro.

Größter Einzelaktionär wäre mit 34 Prozent der Aktien die Quinenco-Gruppe, hinter der die chilenische Familie Luksic steht. Bedeutende Anteilseigner von Hapag Lloyd sind derzeit die Stadt Hamburg mit knapp 37 Prozent sowie Klaus-Michael Kühne mit 28 Prozent. TUI hingegen möchte im Falle einer Fusion seine Anteile von 22 Prozent verkaufen. Geplant ist zudem eine Vereinbarung zwischen Hamburg, Kühne und CSAV, die die künftige Zusammenarbeit der drei Ankeraktionäre regelt. Im Falle der Fusion will Hapag Lloyd außerdem an die Börse gehen.

julia.becker[at]finance-magazin.de