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M&A-Deals: Merck, Valensina, Haniel

Merck wurden bislang weniger als 40 Prozent an AZ Electronic angedient.
Merck

Merck verlängert Angebotsfrist für AZ Electronic

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck hat die Frist für sein Übernahmeangebot an die britische Spezialchemiefirma AZ Electronic bis zum 5. Februar verlängert. Bis zum Mittwoch dieser Woche waren dem Dax-Konzern 39,80 Prozent der AZ-Aktien angedient worden. Die Mindestannahmeschwelle liegt 95 Prozent der Anteile. Merck hatte die Übernahme im Dezember bekannt gegeben. Mit dem M&A-Deal, der das Unternehmen  mit rund 1,9 Mrd. Euro bewertet, wollen die Darmstädter ihr Geschäft mit Produkten für die Elektroindustrie ausbauen. Unterdessen hat Merck seinen Geschäftsbereich Discovery and Development Solutions (DDS) an die Luxemburger Eurofins Scientific verkauft. DDS ist Teil von Merck Millipore und wird nach dem Closing als unter Eurofins Pharma BioAnalytical Services firmieren. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Ein Team von White & Case hat Merck beim Verkauf beraten. 

McKesson ist bei Celesio am Ziel

Im Übernahmepoker um Celesio hat sich der US-Konzern McKesson nun doch durchgesetzt. Die Unternehmen "gehen künftig gemeinsame Wege", teilte der deutsche Pharmahändler jetzt mit. Das Übernahmeangebot des US-Wettbewerbers für die Stuttgarter war in einem ersten Versuch zunächst geplatzt. McKesson bietet wieder 23,50 Euro pro Aktie, hält dieses Mal allerdings bereits knapp 76 Prozent, die der Konzern von Haniel übernimmt. Haniel hatte zuvor aufgestockt, um den Verkauf der Tochter endlich abschließen zu können, und dafür mit dem Hedgefonds Elliott über den Kauf von dessen Aktienpaket verhandelt. Elliott hatte beim Pharmahandelskonzern Celesio fleißig aufgestockt und hielt über Aktien und Wandelanleihen zuletzt rund 32 Prozent. Haniel hat seinen Celesio-Anteil durch die Übernahme des Elliott-Aktienpakets von 50,01 auf 76 Prozent erhöht. Die Kanzlei Hengeler Mueller hat Haniel bei dem M&A-Deal mit einem Team unter Federführung der Partner Maximilian Schiessl und Thomas Meurer beraten.

Valensina sucht Investor, keinen Käufer

Der Fruchtsafthersteller Valensina hat wiederholte Berichte über einen Totalverkauf dementiert. Darin hatte es geheißen, Lincoln sei mit der Käufersuche beauftragt. Die Frankfurter Allgemeine hatte aus Informationsdokumenten an Investoren zitiert, in denen es um „den Erwerb von 100 Prozent der Anteile der Gesellschaft" gehen soll. Auf Nachfrage von FINANCE betonte das Unternehmen jedoch: „Valensina steht definitiv nicht zum Verkauf, wir suchen nur nach einem strategischen Partner". Einen Verkauf werde es nicht geben, betonte das Unternehmen. Die Familie Mocken werde zudem weiterhin an Valensina beteiligt bleiben. Ein mehrheitlicher Verkauf hätte dies Auswirkungen auf die Mittelstandsanleihe gehabt. 

Hapag-Lloyd und CSAV unterzeichnen Absichtserklärung

Die Verhandlungen zwischen Hapag-Lloyd und CSAV über eine Zusammenlegung ihres Containergeschäftes kommen voran. Beide Unternehmen haben jetzt eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet, die noch keine bindende Wirkung hat. In der folgenden Phase wird die Due-Diligence-Prüfung eingeleitet. Erste Gespräche zwischen Hapag-Lloyd und CSAV laufen seit Anfang Dezember. Neben dem  Zusammenschluss, der im Wege einer Sachkapitalerhöhung bei Hapag-Lloyd vollzogen werden soll, wurden einer Meldung zufolge zwei Kapitalerhöhungen über insgesamt 740 Mio. Euro ins Auge gefasst. Gleichzeitig wollen die Hansestadt Hamburg, die Kühne Holding und CSAV eine Vereinbarung schließen, die die künftige Zusammenarbeit der drei Ankeraktionäre regelt. Durch den Zusammenschluss würde Hapag-Lloyd zur viertgrößten Reederei der Welt mit einem Gesamtumsatz von über 8,5 Mrd. Euro im Jahr. Freshfields berät Hapag-Lloyd beim Zusammenschluss.

M&A-News: Personalien

Christian Futterlieb ist bei der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft VR Equitypartner in die Geschäftsführung aufgestiegen. Der Diplomkaufmann ist künftig gemeinsam mit Martin Völker für die Marktaktivitäten des Unternehmens verantwortlich, für das er seit 2006 tätig ist. Futterlieb wurde 2008 zum Mitglied der Geschäftsleitung ernannt und fungierte seit Anfang des Jahres 2013 als Generalbevollmächtigter.
MCF Corporate Finance verstärkt das Senior-Beraterteam mit Graham Oldroyd (52). Der Brite gehört dem Gremium als viertes Mitglied neben MCF-Gründer Hans Hermann Münchmeyer, dem Investmentbanker Richard Markus und dem langjährigen BVCA-Branchenbotschafter Mark Florman an. Oldroyd ist Experte für die Private-Equity-Branche und war mehr als 20 Jahre lang beim PE-Investor Bridgepoint und dessen Vorgängerunternehmen tätig.

Weitere M&A-Deals

Solarworld-Chef Frank Asbeck hat sich seit Anfang Dezember von rund 20 Prozent seiner Anteile getrennt und hält nun noch 8,78 Prozent an dem von ihm gegründeten Unternehmen. Die Verkäufe brachten ihm einen Erlös von noch rund 9 Mio. Euro ein. Asbeck will einem Sprecher zufolge im Zuge der Sanierung wieder auf rund 20 Prozent aufstocken. Das Unternehmen steht vor einem Schuldenschnitt.

Die Essener Funke Mediengruppe muss sich im Rahmen der Übernahme mehrerer Magazine und Zeitungen von Axel Springer von vier Programmzeitschriften trennen. Wie das Handelsblatt berichtet, muss der Verlag entsprechende Auflagen des Bundeskartellamts erfüllen. Möglicher Käufer soll dem Bericht zufolge die Klambt-Gruppe aus Speyer sein.

Das englische Auftragsforschungsinstitut Venn Life Sciences hat die nordrhein-westfälische CRM Clinical Trials im Wege eines Asset Deals übernommen. Mit der Transaktion möchte Venn Life Sciences im deutschen Markt Fuß fassen. Die Kanzlei GvW Graf von Westphalen hat die Käufer beraten.

Die Biella Deutschland, deutsche Niederlassung des nach eigenen Angaben größten europäischen Ordner- und Ringbuchproduzenten, hat das Private-Label-Ordnerliefergeschäft der französischen GroupeHamelin übernommen. Der Hauptsitz der Biella-Neher Holding (Biella Group) liegt in der Schweiz, der Nettoumsatz betrug 2012 rund 188 Mio. Schweizer Franken (etwa 152,4 Mio. Euro). 2012 hatte das Unternehmen bereits die deutsche Falken Office Products übernommen. Die Akquisition wurde von der Berliner Rechtsanwaltsgesellschaft Luther, federführend von Jörg Rodewald, beraten.

Insolvenzverwalter Volker Böhm hat den operativen Geschäftsbetrieb der Bamberger Kaliko an die KL Technologies aus Großbritannien, verkauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. KL Technologies hat sich auf die Herstellung von winddichten und wasserabweisenden Membranen in Textilien spezialisierten. Der Insolvenzverwalter hatte Rödl & Partner im Juli 2013 mit der Umsetzung eines strukturierten M&A-Prozesses unter der Federführung von Henning Graw beauftragt. Bei der internationalen Investorensuche waren überwiegend strategische Investoren gezielt angesprochen worden. 

Der Schuhhändler Ludwig Görtz GmbH hat den Geschäftsbetrieb der 2004 gegründeten Tochterfirma Ethalon an die IT-Informatik GmbH verkauft. Ethalon ist ein Hersteller von Softwarelösungen für die Personaleinsatzplanung. Angermann M&A International hat Ludwig Görtz beim Verkauf beraten. Der Käufer wurde innerhalb von drei Monaten im Rahmen eines internationalen Prozesses aus mehr als 100 Unternehmen ausgewählt.

Die Lixil Corporation und die Development Bank of Japan haben die Übernahme von 87,5 Prozent der Anteile am Armaturenhersteller Grohe abgeschlossen. Die Transaktion war Ende September bekannt geworden. Der M&A-Deal, dem ein impliziter Unternehmenswert von 3,06 Mrd. Euro (inklusive Schuldenübernahme) zugrundeliegt, ist die bislang größte Investition eines japanischen Unternehmens in Deutschland. Grohe und das Tochterunternehmen Joyou sind nun Konzerngesellschaften der Lixil Corporation.

Ein Fonds der Allianz Capital Partners hat die Betreibergesellschaft eines Windparks vom dänischen Unternehmen K/S VindInvest Cottbuser See übernommen. Der Windpark liegt in der Nähe von Cottbus, umfasst eine Gesamtnennleistung von 24 Megawatt und wurde vor acht Jahren in Betrieb genommen. Der Kaufpreis wurde nicht kommuniziert. Die Verkäufer wurden von einem Team der Kanzlei Dentons unter Leitung von Volker Junghanns begleitet.

Die Allgeier IT Solutions hat die Mehrheit am Düsseldorfer IT-Dienstleister Innocate Solutions übernommen. Mit der Transaktion will das Unternehmen die Position im Markt für Kommunikations- und Produktivitätslösungen ausbauen.

Ein Joint Venture aus einem Fonds von Morgan Stanley Real Estate Investing und dem Hamburger Asset Manager Redos Real Estate hat das Einzelhandelsportfolio „Christie“ übernommen. Finanzierende Bank ist die HSH Nordbank, die das Akquisitionsdarlehen über 270 Mio. Euro allein arrangiert hat. Das Portfolio umfasst Einkaufszentren im Raum Berlin und Dresden. Ein Team von Latham & Watkins unter Federführung von Holger Iversen hat das Joint Venture der Käufer beraten.

Der Hersteller von Nassrasiersystemen Feintechnik GmbH Eisfeld wird vom US-amerikanischen Unternehmen ADKM übernommen. Verkäufer sind die PE-Investoren Invision Private Equity und Alpine Equity Management. Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht.

Das Energieunternehmen juwi-Gruppe wird die Mehrheit an dem australischen Unternehmen Qi Power übernehmen. Mit dem neuen Mehrheitseigner will das australische Unternehmen in Zukunft sein Know-how im Bereich Engineering, Procurement und Construction ausbauen. 

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