Der Schrottrecycler Scholz muss sein Kapital stärken. Der Verkaufsprozess stockt, berichten Beobachter. Doch das Unternehmen wiegelt ab.

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17.03.14
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Scholz: Gerüchte über Probleme beim M&A-Prozess

Der Schrottrecycler Scholz muss sein Kapital stärken. Der Verkaufsprozess stockt, berichten Beobachter. Doch das Unternehmen wiegelt ab.

Der Schrottrecycler Scholz durchlebt schwierige Zeiten. Ein Indiz ist der Anleihekurs, der derzeit bei 60 notiert und zuvor schon mehrfach eingebrochen ist. Um sich zu entschulden, muss das Essinger Unternehmen jetzt Randbereiche abstoßen und sein Kapital erhöhen. Den Prozess der Kapitalerhöhung leitet die Investmentbank Rothschild – offenbar noch mit überschaubarem Erfolg. „Im Februar gab es vier Interessenten, die allerdings bisher kein bindendes Angebot vorgelegt haben“, hat FINANCE aus für gewöhnlich gut informierten Kreisen erfahren. Dem Vernehmen nach sollen unter den Interessenten auch Private-Equity-Gesellschaften sein.

Ein Unternehmenssprecher streitet Stockungen im Prozess vehement ab: „Die Ihnen vorliegende Information, dass die Scholz AG mit Käufern verhandelt habe, letztlich aber kein Gebot zustande gekommen sei, ist falsch und offenbar interessengelenkt.“ Tatsache sei: Es gebe unverändert einen Wettbewerb von Interessenten für eine Beteiligung an der Scholz AG. „Die Verhandlungen sind bereits weit fortgeschritten, bindende Angebote werden als nächster Schritt in dem Prozess erwartet“, fügt der Sprecher hinzu.

Mittelstandsanleihe von Scholz soll weiter außen vor bleiben

Außerdem sei die Mittelstandsanleihe der Scholz AG unverändert nicht Bestandteil des Restrukturierungsplans. „Alle andere Szenarien sind reine Spekulation“, heißt es seitens des Unternehmens.

Hieran gibt es allerdings starke Zweifel: Einerseits hat der Markt mit Blick auf den eingestürztes Anleihekurs bereits sein Urteil gefällt. Andererseits sagt ein Beobachter, dass Scholz „eine zu hohe strukturelle Verschuldung“ habe, die  nicht einfach zurückgeführt werden könne. Das Working Capital sei bereits optimiert,  hier sei mehr viel zu heben. Wenn es nicht zu einem Schuldenschnitt komme, der neben den  Bankkrediten auch die Mittelstandsanleihe einschließe, sei auch eine Insolvenz nicht auszuschließen.

Für ein derartiges Szenario ist es aber noch zu früh. Die Stillhaltefrist, die die Banken dem Schrottrecycler eingeräumt haben, läuft noch bis Ende des Jahres.

Scholz fährt horrenden Jahresverlust ein

Im Februar hatte das Familienunternehmen die Ergebnisse für 2013 vorgelegt . Sie fielen – wie erwartet – tiefrot aus. Demnach rutschte das Konzernergebnis auf minus 314 Millionen Euro, nachdem 2012 mit 0,4 Millionen Euro noch eine schwarze Null geschrieben wurde. Das Management hat als Ziel ausgegeben, die Finanzverschuldung, die Ende 2013 1,1 Milliarden Euro erreichte, bis 2015 auf rund 700 Millionen Euro zu verringern. Dabei bleibe es auch, erklärte der Unternehmenssprecher gegenüber FINANCE.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

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