Die Warenhausgruppe Galeria Karstadt Kaufhof gehört künftig zur österreichischen Signa-Gruppe.

Galeria Kaufhof

11.06.19
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Signa schnappt sich Galeria Karstadt Kaufhof ganz

Die österreichische Signa-Gruppe kauft Hudson’s Bay aus Galeria Karstadt Kaufhof heraus – eine Erleichterung für das Unternehmen, aber auch für die Gläubiger.

Gute Nachrichten für Galeria Karstadt Kaufhof: Die österreichische Signa-Gruppe sichert sich die verbleibenden 49,99 Prozent an der Warenhausgruppe vom kanadischen Handelsunternehmen Hudson’s Bay Company (HBC). Darauf habe sich die Gruppe, die dem Immobilieninvestor René Benko gehört, mit HBC geeinigt, heißt es in einer Signa-Meldung.

Mit den 50,01 Prozent, die sich schon im Signa-Besitz befinden, liegen nun alle Anteile der deutschen Handelsgruppe in den Händen der Österreicher. HBC kassiert im Zuge des Verkaufs rund 1 Milliarde Euro — nicht wegen des operativen Geschäfts, sondern weil der Immobilienbesitz des Handelskonzerns wertvoll ist.

Während die belgische Kaufhof-Tochter Galeria Immo in dem von Signa geführten Handelskonzern verbleibt, stoßen die Österreicher das defizitäre Hollandgeschäft „Hudson’s Bay Niederlande“ an HBC ab. Den Abschluss der Transaktion, dem die Kartellbehörden noch zustimmen müssen, erwartet die Gruppe im Herbst.

Galeria-CEO Stephan Fanderl zeigt sich erfreut

Signa hatte im vergangenen Herbst die eigene Tochter Karstadt mit der HBC-Tochter Kaufhof fusioniert und dadurch den 50-Prozent-Anteil erhalten. Im Zuge dieser Fusion kam es auch zu einer Finanzspritze von 400 Millionen Euro für die Sanierung des operativen Geschäfts. Drei Viertel dieser Summe steuerte Signa bei. HBC hingegen ist finanziell angeschlagen und galt von Beginn der Fusion an als der unsichere der beiden Gesellschafter.

Daher dürfte die Klärung der Gesellschafterfrage nun auch der Sanierung der defizitären Handelsgruppe zu Gute kommen. Stephan Fanderl, CEO von Galeria Karstadt Kaufhof, kommentierte den Signa-Kauf denn auch hoch erfreut: „Das ist eine gute Nachricht für unser Unternehmen. Knapp sieben Monate nach dem Zusammenschluss beider Warenhausunternehmen können wir den für alle Mitarbeiter anspruchsvollen und herausfordernden Sanierungs- und Integrationsprozess mit hoher Verlässlichkeit auf der Eigentümerseite fortführen. Die Entscheidungswege werden kürzer und einfacher – das ist wichtig und richtig.“

Finanzstarker Alleineigentümer lässt Gläubiger aufatmen

Auch die Gläubiger von Galeria Karstadt Kaufhof dürften aufatmen. Im Vorfeld des Einstiegs von Signa im vergangenen Sommer waren noch deutliche Absetzbewegungen der Geldgeber zu beobachten gewesen. Die Geldgeber fürchteten damals, dass HBC, unter deren Regie sich Kaufhof sehr schlecht entwickelt hatte, den Kreditanforderungen möglicherweise nicht nachkommen kann. Das Konsortium hatte HBC im Rahmen der Übernahme von Kaufhof im Jahr 2012 Kredite über 1,3 Milliarden Euro gewährt.

Mit der Komplettübernahme durch Signa ist nun der Weg für die endgültige Zusammenführung von Karstadt und Kaufhof geebnet. Das Management will bis zum Jahr 2020/21 den Großteil der Synergien heben und ab dann profitabel arbeiten, sagte Galeria-CEO Fanderl der FAZ.

olivia.harder[at]finance-magazin.de