Das US-Justizministerium hat nach langem Warten die Monsanto-Übernahme genehmigt. Damit hat Bayer die entscheidende Freigabe eingeholt, muss aber Auflagen befolgen.

Bayer

30.05.18
Deals

US-Justiz erlaubt Bayer die Monsanto-Übernahme

Lange hat Bayer warten müssen, nun liegt die entscheidende Kartellfreigabe vor: Das US-Justizministerium hat die Monsanto-Übernahme unter Auflagen genehmigt. Die Integration wird aber erst nach Abschluss anderer Deals anlaufen können.

Der Bayer-Konzern hat die letzte große Hürde auf dem Weg zur milliardenschweren Monsanto-Übernahme genommen: Das US-Justizministerium (Department of Justice) hat die Transaktion am gestrigen Dienstagabend unter Auflagen genehmigt. Zwar fehlen Bayer nach wie vor die behördlichen Freigaben aus Mexiko und Kanada, diese gelten allerdings als unkritisch. Bayer erwartet alle noch ausstehenden Genehmigungen „in Kürze“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Bayer kann Monsanto nicht sofort integrieren

Wie erwartet besteht das US-Justizministerium darauf, dass Bayer bestimmte Auflagen erfüllt. So können die Leverkusener den Zukauf Monsanto erst vollständig in den Konzern integrieren, wenn der Verkauf von Teilen des Saatgutgeschäfts vollzogen wurde. Den Verkauf von Geschäftsteilen hatte im März auch die EU-Kommission als Auflage für die Transaktion festgelegt.

Bayer hatte bereits im vergangenen Oktober zugesagt, Teile des Saatgut- und Pflanzenschutzmittel-Geschäfts an BASF zu verkaufen. Im März nahmen beide Konzerne zudem Verhandlungen über den Verkauf des Bayer-Gemüsesaatgutgeschäfts an BASF auf. Zwischenzeitlich hatte sich auch KWS Saat als zweiter Interessent für das Gemüsesaatgutgeschäft ins Gespräch gebracht, schließlich hat die EU-Kommission aber BASF als den geeigneten Käufer für alle Firmenteile anerkannt.

Bis zum Abschluss dieser Verkäufe muss Bayer die Monsanto-Integration noch hintenanstellen. Die Leverkusener rechnen damit, dass die Verkäufe in etwa zwei Monaten vollzogen sein werden.

CFO Johannes Dietsch übergibt an Wolfgang Nickl

Finanzchef Johannes Dietsch, für den die letzten Tage im Amt laufen, hatte kürzlich in einem Interview mit FINANCE den Wunsch geäußert, den Tag des Closings noch im Amt zu erleben. Das dürfte nun knapp werden.

Anfang Juni übergibt Dietsch den Posten an den designierten Bayer-CFO Wolfgang Nickl. Die Integration des Monsanto-Geschäfts in die weltweiten Bayer-Konzernstrukturen wird für den neuen Finanzchef eine Mammutaufgabe werden.

Bayer musste für die Monsanto-Übernahme insgesamt rund 30 behördliche Freigaben einholen. Für den M&A-Deal hat Noch-CFO Dietsch die größte Transaktionsfinanzierung in Deutschland und die drittgrößte weltweit verhandelt.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Alles über den Werdegang des scheidenden Bayer-Finanzchefs finden Sie im FINANCE-Köpfe-Profil von Johannes Dietsch.

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