Laut eines Bericht der US-Zeitung New York Post hat Henkel den Bieterkampf um Wella verloren.

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16.06.15
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US-Zeitung: Henkel verliert Bieterkampf um Wella

US-Medienberichten zufolge hat Henkel den Bieterkampf um Wella verloren. Der Shampoo-Hersteller geht angeblich an das US-Unternehmen Coty, das offenbar ein extrem hohes Gebot abgegeben hat. Auch die Henkel-Aktie reagiert.

Seit Wochen zeigt Henkel Medienberichten zufolge starkes Interesse an Wella. Doch jetzt hat der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern den Kampf um den Shampoohersteller mit Sitz in Schwalbach am Taunus allem Anschein nach verloren. Wie die US-Zeitung „New York Post“ unter Berufung auf mit dem M&A-Deal vertraute Personen berichtet, hat der US-Konzern Procter & Gamble, der Wella 2003 übernommen hatte, dem US-Hersteller von Beautyprodukten Coty den Zuschlag erteilt. Das Volumen der Übernahme wird auf 12 Milliarden US-Dollar geschätzt, der Kaufvertrag sei aber noch nicht unterzeichnet. Das wären umgerechnet etwa 10,6 Milliarden Euro.

Henkel hat das Interesse an Wella nie offiziell bestätigt, trotzdem halten sich die Übernahmegerüchte hartnäckig. Eine offizielle Stellungnahme zum M&A-Prozess bei Wella gibt es von Henkel nach wie vor nicht.

Coty will fast doppelt so viel für Wella zahlen wie erwartet

Erst vor wenigen Tagen soll Henkel für die Haarpflegesparte von Procter & Gamble ein Angebot eingereicht haben. Neben Wella gehört auch Clairol zu dem zum Verkauf stehenden Geschäftsbereich von Procter & Gamble.

Henkel ist neben Coty jedoch nicht der einzige Interessent für Wella, die Nachfrage hoch. Erst Ende Mai hatte sich der französische Kosmetikkonzern L’Oréal aus dem Bieterkampf verabschiedet. Zudem wurde auch dem PE-Investor KKR Interesse an der Sparte nachgesagt, ebenso den Finanzinvestoren CVC und Bain. Der Preis, den Coty angeblich zu zahlen bereit ist, liegt mit 12 Milliarden US-Dollar deutlich über den bisherigen Schätzungen. Der Marktwert von Wella wurde bislang mit 5 bis 7 Milliarden US-Dollar beziffert.

Henkel-Aktie fällt um über 3 Prozent

Dieser Betrag wäre für Henkel noch finanzierbar gewesen, der Dax-Konzern hatte im März erklärt, 4,5 Milliarden Euro für M&A-Deals im Konsumgüterbereich bereitstellen zu wollen. Im Mai hatte der Konzern bereits dem US-Konkurrenten Colgate-Palmolive für 220 Millionen Euro Waschmittelmarken in Australien und Neuseeland abgekauft.

Die Aktie von Henkel leidet heute unter den Berichten, dass das Premium-Target Wella den Düsseldorfern zu entgehen droht. Mit einem Minus von über 3 Prozent ist die Henkel-Aktie heute bislang der größte Verlierer im Dax.

jakob.eich[at]finance-magazin.de