HSH Nordbank

30.10.17
Deals

Verbindliche Angebote für gesamte HSH Nordbank

Der Privatisierungsprozess der HSH Nordbank kommt einen Schritt weiter. Mehrere verbindliche Angebote liegen jetzt vor. Eines ist bereits klar: Die Krisenbank wird vorerst offenbar doch nicht zerschlagen.

Der Verkaufsprozess der HSH Nordbank geht voran. Aus dem Bieterkreis sind mehrere verbindliche Angebote für die gesamte Bank eingegangen. Die Angebotsfirst war am Freitag, den 27. Oktober, ausgelaufen. Die Angebote gelten alle für die gesamte Bank, wie die HSH Nordbank in einer Mitteilung am Sonntag betont. Sie seien eine gute Grundlage für die weiteren Verhandlungen, heißt es weiter.

Im Vorfeld war spekuliert worden, dass eine Aufspaltung der Bank wahrscheinlich sei. Das gesunde Kerngeschäft der Bank, so wurde gemutmaßt, könnte einen strategische Investor interessieren. Die Abbaubank, in der vor allem die faulen Schiffskredite gebündelt sind, die die Bank in Schieflage brachten, hatten Experten eher bei einem Finanzinvestor gesehen. Ganz vom Tisch ist die Möglichkeit, dass die HSH doch noch aufgespaltet werden könnte, allerdings nicht, denn eine Spaltung nach dem Verkauf ist nach wie vor noch denkbar.

Insgesamt hat sich die Landesbank für den Verkaufsprozess in eine gute Position gebracht: Das Kerngeschäft hat sich ohne die Altlasten positiv entwickelt. Nach einem Gewinnanstieg zur Jahresmitte 2017 auf 173 Millionen Euro vor Steuern soll der Vorsteuergewinn zum 30. September etwas höher ausfallen, teilt die Bank nun mit. Die finalen Neun-Monatszahlen will das Institut am 29. November bekanntgeben.

Auch beim Abbau der Altlasten geht es voran: Ende 2016 belief sich das Volumen der Altlasten in der Bad Bank noch auf 13,6 Milliarden Euro, Ende 2017 wird es laut HSH Nordbank bereits bei unter 7 Milliarden Euro liegen. Im kommenden Jahr soll der Wert des Portfolios auf unter 4 Milliarden Euro sinken.

Offenbar nur Finanzinvestoren an HSH interessiert

Offiziell ist über die Bieter, die nun Angebote für die HSH abgegeben haben, nichts bekannt. In den Medien wird jedoch vermutet, dass es sich dabei ausschließlich um Finanzinvestoren handelt. Strategische Investoren seien nicht mehr beteiligt. Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ sollen zu den Interessenten der US-Investor Christopher Flowers und der Finanzinvestor Apollo zählen, die demnach ein gemeinsames Angebot abgäben.

Auch die Finanzinvestoren Cerberus und Lone Star sowie ein unbekannter Investor aus Großbritannien sollen zum Bieterkreis zählen. Im Frühjahr dieses Jahres wurde noch der chinesische Mischkonzern HNA als möglicher Interessent gehandelt, dieser soll aber inzwischen wieder ausgestiegen sein.

HSH-Verkauf bis Ende Februar 2018

Die Eigentümer der Bank, allen voran die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, werden die Angebote nun prüfen müssen. Bis Ende Februar 2018 muss die Landesbank verkauft werden, andernfalls wird das Institut abgewickelt. Der Verkaufsprozess der Bank war von der Europäischen Union verlangt worden, nachdem die Bank in Schieflage geraten war und durch Garantien gestützt werden musste.

Welcher Investor auch immer zum Zuge kommt – der potentielle Käufer muss die Europäische Union mit einem tragfähigen Zukunftsmodell für die Bank überzeugen. Andernfalls wird die EU dem Deal wohl kaum zustimmen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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