In der Frankfurter Anlage von Merdian Spa entspannt man mit Blick auf den Messeturm. Finanziert wurde das Projekt von dem Münchener Private-Equity-Investor Afinum

Meridian Spa & Fitness

03.02.20
Deals

Afinum macht mit Meridian Spa Kasse

Afinum hat mit Meridian Spa & Fitness das nächste Unternehmen aus seinem Wachstumsfonds verkauft und damit einen satten Gewinn gemacht. Jetzt dürfte es bald wieder ins Fundraising gehen.

Der Münchener Private-Equity-Investor Afinum hat seine Beteiligung an Meridian Spa & Fitness an dessen deutlich größeren britischen Wettbewerber David Lloyd Leisure verkauft. Dahinter steht mit TDR Capital seit November 2013 ebenfalls ein Finanzinvestor, der nach eigenen Angaben rund 8 Milliarden Euro Eigenkapital verwaltet.

Die Meridian-Gruppe betreibt in Deutschland im Premiumsegment acht Fitness- und Wellness-Anlagen in Hamburg, Berlin, Frankfurt und Kiel und hat derzeit rund 39.000 Clubmitglieder. David Lloyd Leisure ist um ein Vielfaches größer und betreibt insgesamt 115 Clubs in Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien, Spanien und Irland. Für die Briten ist Meridian die Eintrittskarte in den deutschen Markt, wo die Gruppe bisher nur einen kleinen Fitness-Club betreibt. 

Afinum verdoppelt Einsatz mit Meridian Spa

Der Enterprise Value der Transaktion soll im hohen zweistelligen Millionenbereich liegen, wie FINANCE aus Private-Equity-Kreisen erfahren hat. Das Multiple bezogen auf den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll zweistellig gewesen sein und damit wohl nennenswert höher liegen als bei Afinums Einstieg im Dezember 2014, als für Unternehmen im Fitnessbereich durchschnittlich 7 bis 8x Ebitda bezahlt wurden. Unter dem Strich soll Afinum mit dem Deal mehr als 2,5x Geld verdient haben, wie aus Private-Equity-Kreisen zu hören ist. Afinum wollte diese Zahlen auf FINANCE-Nachfrage nicht kommentieren.

Die Wertsteigerung kam aber nicht nur über Multiple-Arbitrage, sondern auch durch organisches Wachstum zustande. Der Umsatz von Meridian ist in fünf Jahren nach FINANCE-Informationen um rund 10 auf fast 40 Millionen Euro gestiegen. Das Ebitda soll sich – ausgehend von 3 Millionen Euro – während der Haltedauer mehr als verdoppelt haben. Afinum war Ende 2014 im Rahmen einer Nachfolgelösung bei Meridian eingestiegen und hatte aus dem 2011 aufgelegten Wachstumsfonds 20 Millionen Euro investiert. Verantwortet wurde das Investment von den beiden Afinum-Partnern Burkhard von Wangenheim und Jochen Martin. 

Meridian war für Afinum nicht der erste Fitness-Deal

Meridian war nicht das erste Investment von Afinum im Fitnessbereich. Im Oktober 2018 hatten die Münchener bereits Let’s Go Fitness an Naxicap Partners verkauft, die Beteiligungsgesellschaft der französischen Investmentbank Natixis. Die Investmentstrategie bei der französischen Let’s Go Fitness war allerdings eine andere. Meridian ist klar im Hochpreissegment positioniert, wo es deutlich weniger Anbieter gibt und der Cashflow vor allem aus den Beiträgen der Clubmitglieder stammt.

Let’s Go Fitness dagegen ist im Massegeschäft unterwegs. Dort tobt ein erbitterter Preiskampf. Bei diesem Investment setzte Afinum auf eine internationale Buy-and-Build-Strategie. So wurden die Betreiber von Fit Plus, Physic Club, Physic 2000, Fit Heaven, Fitbudget, California Fitness und Atlantide übernommen.

Gemeinsam hatten beide Investments, dass durch Private Equity die Unternehmensnachfolge geregelt wurde. Meridian Spa & Fitness war eine Nachfolgelösung auf Raten, bei der Afinum zunächst zwei stille Gesellschafter abgelöst hatte und dadurch Minderheitsgesellschafter von Meridian wurde. Der damalige CEO und Gesellschafter Leo Eckstein blieb zunächst an Bord, wird sich nach dem Verkauf an David Lloyd Leisure nun aber zurückziehen und seine Anteile ebenfalls verkaufen. 

Afinum bald wieder im Fundraising?

Aus dem 2011 aufgelegten Wachstumsfonds realisierte Afinum unlängst auch den Exit bei der Werbeagentur Avantgarde, die an den Private-Equity-Investor EMH verkauft wurde. Einen Nachfolger für den Wachstumsfonds gibt es nicht. Jedoch soll der 2017 aufgelegte und 410 Millionen Euro schwere Buy-out-Fonds von Afinum so flexible Investitionskriterien haben, dass auch aus diesem Topf Minderheitsbeteiligungen wie bei Meridian oder Avantgarde eingegangen werden können. Afinum wollte sich dazu nicht äußern.

Trotzdem ist davon auszugehen, dass Afinum in diesem, spätestens aber im nächsten Jahr wieder ins Fundraising gehen wird. Dafür gibt es mehrere Indizien: Zum einen legen Münchener ihre Buy-out-Fonds regelmäßig im Drei-Jahres-Rhythmus auf – der aktuelle wurde 2017 geschlossen. Zum anderen lässt sich aus den zahlreichen Zukäufen von Afinum aus den zurückliegenden zwei Jahren hochrechnen, dass ein Großteil des aktuellen Buy-out-Fonds bereits investiert sein dürfte.

Allein in den zurückliegenden zwölf Monaten hat Afinum mit All4Golf, Fast LTA sowie Lemco Precision drei neue Plattformdeals gemacht. Hinzu kamen mehrere Add-ons für die Portfoliounternehmen. Das machte Afinum 2019 zu einem der aktivsten Midmarket-Investoren in Deutschland.