Der Debt-Fonds Akquivest verfolgt einen deutschen Ansatz.

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18.09.19
Deals

Debt-Fonds Akquivest will mit deutschem Ansatz punkten

Mit Akquivest baut ein weiterer Debt-Fonds ein Portfolio in Deutschland auf: Punkten will Akquivest mit schlanken Strukturen und einer deutschen Dokumentation. Die ersten Deals mit PE-Portfoliounternehmen sind schon in trockenen Tüchern.

Der Wettbewerb unter den Debt-Fonds in Deutschland ist um einen weiteren Spieler reicher: Der zu Jahresbeginn gestartete Fonds Akquivest fährt in großen Schritten seine Investitionstätigkeit hoch. Akquisitionskredite stellte Akquivest beispielweise schon für das Handelshaus European AV Group (Finanzinvestor: Ufenau), den Dienstleister für Handelsmarketing Media Central (Investor: Bregal) und für die GPE-Gruppe, einen Spezialisten für Systeme und Komponenten im Medizintechnikbereich, den der Berliner Mittelstandsfonds Capiton übernommen hat.

„Wir verfolgen einen konservativen Ansatz, unsere Preise sind aber absolut kompetitiv mit denen von Banken“, sagt Frank Gerhold, Gründer und Gesellschafter des Akquivest-Debt-Fonds. In der Regel stelle der Fonds langfristige Kredite mit Tilgungs- und endfälligen Komponenten („Term Loan A + B“) zur Verfügung, traditionelle Geschäftsbanken die Betriebsmittellinie. „Wir treffen unsere Entscheidungen schnell und verlässlich und stimmen uns bei den Details der Finanzierung eng mit dem Kreditnehmer ab“, beschreibt Gerhold seine Strategie, um in dem hart umkämpften Markt mit deutlich mehr als 50 konkurrierenden Anbietern Fuß zu fassen.

Akquivest nutzt dafür nach Aussage von Gerhold aber keine Unitranches oder High-Yield-Strukturen, wie zahlreiche andere Debt-Fonds sie anbieten. „Mit unserer Risiko/Rendite-Positionierung haben wir momentan ein Alleinstellungsmerkmal am deutschen Markt“, glaubt  Matthias Eisfeld, ebenfalls Geschäftsführer und Partner beim Akquivest-Fonds.

Akquivest kann über 300 Millionen Euro investieren

Im Gegensatz zu den meisten Kreditfonds, die angelsächsischen Hintergrund haben, setzt Akquivest auf eine „verständliche deutsche Dokumentation“. Das Fondsvolumen beträgt derzeit 300 Millionen Euro, kann aber auf 500 Millionen aufgestockt werden, wenn die Investoren zufrieden sind. Die Gelder hat die R+V-Versicherung zur Verfügung gestellt, die hier einen langfristigen  Investitionsansatz verfolgt. Aus diesem Topf investiert Akquivest „Einzeltickets von bis zu 40 Millionen Euro“, wie Gerhold sagt. Unter Anlagedruck sieht er sich nicht, da der Fonds „in einer Art Evergreen-Struktur“ strukturiert sei, also keine feste Laufzeit besitzt, in der die Gelder investiert werden müssen.

Mit Tickets von 40 Millionen und darunter spielt der Kreditfonds am unteren Ende des Debt-Fonds-Markts mit. Dort haben sich inzwischen einige Häuser angesiedelt wie etwa Muzinich Private Debt oder der Debt-Fonds von Hauck & Aufhäuser Investment Management (HAGIM), der im Frühjahr dieses Jahres an den Start ging, wie FINANCE damals berichtete.

„Der Fonds ist in einer Art Evergreen-Struktur strukturiert.“

Frank Gerhold, Akquivest

Frank Gerhold kommt von Odewald KMU

Während die Fondsgesellschaft Akquivest neu ist, gilt das für die Manager hinter dem Projekt nicht. Diese sind alles andere als Newcomer in der Mittelstandsfinanzierung. Frank Gerhold war bis 2013 Partner beim Private-Equity-Investor Odewald KMU. Danach entwickelte er mit seinem Partner Matthias Eisfeld den Akquivest-Ansatz. Eisfeld leitete vorher bei Oddo BHF die Bereiche Corporate Banking und Leveraged Finance.

Vor seiner Zeit bei Odewald hatte Gerhold über das Finanzierungshaus Buchanan in Starnberg schon verschiedene Mittelstandsfonds lanciert. Weitere Stationen waren JP Morgan um die Jahrtausendwende und Dresdner Kleinwort in den neunziger Jahren.

markus.dentz[at]finance-magazin.de


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