Kai Wilhelm Franzmeyer war während seiner Karriere Vorstand der Krisenfälle Hypo Real Estate, der Deutschen Pfandbriefbank und von Portigon. Jetzt zieht es ihn zum PE-Investor Blackfin.

obs/BlackFin Capital Partners/Daniel Sax

11.06.18
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Ex-Portigon-CEO Franzmeyer wird Private-Equity-Chef

Blackfin will im deutschen Markt angreifen. Dafür holt das Private-Equity-Haus den krisenerprobten Ex-Portigon-Chef Kai Wilhelm Franzmeyer.

Prominenter Neuzugang beim Private-Equity-Investor Blackfin Capital Partners: Wie die Franzosen mitteilen, wird Kai Wilhelm Franzmeyer neuer Managing Director des PE-Hauses und übernimmt im September die Leitung der Deutschlandtochter von Blackfin.

Der Finanzinvestor bläst mit der Verpflichtung zum Angriff auf den deutschen Markt, denn speziell hier will Blackfin expandieren. „Wir sehen im fragmentierten deutschen Markt viel Potential für weitere interessante Transaktionen – von innovativen Fintechs bis hin zu klassischen Buy-out-Situationen“, lässt sich Paul Mizrahi, Gründungspartner von Blackfin, zitieren.

Blackfin investiert primär in Finanzdienstleister aus den Bereichen Asset Management, Brokerage, Kreditmanagement/Inkasso und Finanztechnologie. Der PE-Investor verwaltet ein Vermögen von 800 Millionen Euro, hat sich in Deutschland bislang indes lediglich beim Finanzmarktdienstleister „Finanzen.de“ eingekauft.

Kai Franzmeyer hat WestLB abgewickelt

Um auch im deutschen Markt richtig Fuß zu fassen, hofft Blackfin jetzt offenbar auf die Expertise von Neuzugang Franzmeyer. Der 54-Jährige hat sich vor allem im Zuge der Finanzkrise einen Namen gemacht: Zwischen 2008 und 2010 war Franzmeyer Vorstandsmitglied bei der Hypo Real Estate (HRE) sowie bei der mittlerweile wieder privatisierten Ex-HRE-Tochter Deutsche Pfandbriefbank. Beide Institute waren während der Finanzkrise ins Wanken geraten und mussten verstaatlicht werden.

Von 2012 an agierte Franzmeyer als CFO von Portigon, der Abwicklungsgesellschaft der vormaligen WestLB. 2014 stieg er dort zum CEO auf und musste in dieser Position das milliardenschwere Portfolio der Bad Bank abbauen. Zuletzt war Franzmeyer Mitglied der Geschäftsleitung von Senacor, einem Anbieter für Business- und IT-Transformation, Digitalisierung und Softwareentwicklung.

In seiner neuen Position bei Blackfin soll Franzmeyer nun eng mit Aloysius von Mitschke-Collande zusammenarbeiten, der bei dem PE-Investor seit 2013 die Präsenz im deutschen Markt aufgebaut hat. Das Team in Frankfurt am Main wird der französische PE-Investor weiter verstärken, heißt es.

jakob.eich[at]finance-magazin.de