Hannover-Finanz-Gründer Albrecht Hertz-Eichenrode ist tot

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Albrecht Hertz-Eichrode war ein Wegbereiter für Private Equity in Deutschland. Zu seinen wohl bekanntesten Investments zählten Traditionsunternehmen wie Fielmann und Rossmann.
Hannover Finanz

Die deutsche Private-Equity-Branche hat einen ihrer Wegbereiter verloren. Wie die Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz am heutigen Freitag mitgeteilt hat, ist dessen Gründer Albrecht Hertz-Eichenrode am Montag verstorben. Er starb unerwartet im Alter von 75 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit.

Hertz-Eichenrode saß seit Gründung der Hannover Finanz im Jahr 1979 im Vorstand und war zwischen 1985 und 2009 dessen Vorsitzender. Seit 2017 hat diesen Posten sein Sohn inne, Goetz Hertz-Eichenrode. Albrecht Hertz-Eichenrode selbst war bis zuletzt Beiratsvorsitzender der Hannover Finanz.

Seine Karriere Begann Hertz-Eichenrode als Managementberater bei der Unternehmensberatung A.T. Kearney in Düsseldorf. Anschließend arbeitete er vier Jahre als Geschäftsführer für den Eisenerzrohstoffversorger Bong Mining Company in Afrika bevor er schließlich seine Zelte in Hannover aufschlug. 

Hertz-Eichenrode fädelte Rossmann-Deal ein

Für die deutsche Private-Equity-Branche verrichtete Hertz-Eichenrode wichtige Pionierarbeit. Nicht nur, weil Hannover Finanz einer der ersten Private-Equity-Fonds in Deutschland überhaupt war, sondern auch, weil Hertz-Eichenrode 1989 den Branchenverband der deutschen Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) gründete.

Unter Hertz-Eichenrodes Führung war Hannover Finanz an bekannten Traditionsunternehmen wie Fielmann oder Rossmann beteiligt. Den Brillenhersteller hatte Hannover Finanz von 1982 bis 1991, die Drogeriekette von 1979 bis 2002 im Portfolio.

Die lange Haltedauer bei Rossmann gilt dabei bis heute als eines der längsten PE-Investments in Deutschland überhaupt. Die für Private Equity untypische lange Haltedauer kann sich Hannover Finanz erlauben, weil der Investor als sogenannter Evergreen-Fonds aufgesetzt ist. Insgesamt waren Hannover Finanz zufolge von den 200 Transaktionen, die Hertz-Eichenrode als Vorstandsvorsitzender tätigte, 95 Prozent erfolgreich.

Albrecht Hertz-Eichenrode wagte eigenen Buy-out

1993 wagte Herzt-Eichenrode seinen eigenen Buy-out, als er mit dem damaligen Management Hannover Finanz über einen Management-Buy-out aus der Versicherungsgruppe HDI herauskaufte. Seitdem hält das Hannover-Finanz-Management 28 Prozent. Die Hannover Rück ist ebenfalls noch mit 28 Prozent beteiligt.

Dieses Jahr feierte die Hannover Finanz ihr 40-jähriges Firmenjubiläum. Nach eigenen Angaben erzielt der Finanzinvestor bis heute eine durchschnittliche Rendite im zweistelligen Bereich. Aktuell hat Hannover Finanz 43 Unternehmen im Portfolio, deren Beteiligungsvolumen bei 380 Millionen Euro liegt. Seit 2018 sind die Portfolioerträge das dritte Jahr in Folge gestiegen, wie Hertz-Eichenrode Junior Mitte Mai in Frankfurt vor Journalisten berichtete.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de