Der Frankfurter Finanzinvestor Heliad stützt den Frankfurter Börsensender DAF, aber der Schlüssel zu dem Deal liegt im fränkischen Kulmbach.

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15.04.15
Deals

Kredit im Feuer: PE-Investor Heliad leidet unter Pleite des DAF

Leidtragender der Pleite des Deutschen Anleger-Fernsehens (DAF) ist auch der PE-Investor Heliad. Die Frankfurter haben beim DAF ein Darlehen im Feuer – und nicht nur bei diesem Unternehmen aus dem Umfeld des Kulmbacher Unternehmers Bernd Förtsch, wie der neue Geschäftsbericht zeigt.

Der börsennotierte Finanzinvestor Heliad hat in seinem in dieser Woche vorgelegten Geschäftsbericht eingeräumt, Kreditgeber des im März insolvent gegangenen Deutschen Anleger-Fernsehens (DAF) zu sein. Heliad hat dem DAF demnach ein Darlehen in Höhe von 0,8 Millionen Euro gewährt, zeigt sich aber zuversichtlich, dass das Geld noch nicht verloren ist. Begründung laut Geschäftsbericht: Das Darlehen sei besichert. "Als Sicherheit hat Herr Bernd Förtsch eine selbstschuldnerische Bürgschaft abgegeben", so Heliad.

Dass ein PE-Investor, der laut eigener Zielsetzung „als Eigenkapitalpartner Wachstums- und Veränderungsphasen von Unternehmen begleitet“ einem Börsenfernsehsender einen Kredit gewährt, wirkt nur auf den ersten Blick erstaunlich.

Denn das DAF ist nicht der einzige Kreditnehmer des „Eigenkapitalpartners“ aus Frankfurt: Auch der börsennotierte Finanzdienstleister FinTech Group, dessen Nukleus der Online-Broker Flatex ist, ist bereits in den Genuss eines Heliad-Darlehens gekommen. Für den Erwerb der XCom-Gruppe hat Heliad der FinTech Group sogar 10 Millionen Euro Kredit gegeben. Zudem ist Heliad im Zuge mehrerer Kapitalerhöhungen mit inzwischen 18,6 Prozent heute auch einer der größten Aktionäre der FinTech Group.

FinTech ist im ersten Halbjahr 2014 in die roten Zahlen gerutscht und hat einen Nettoverlust von rund 4 Millionen Euro eingefahren. Dennoch hat sich der Aktienkurs in den zurückliegenden zwölf Monaten verdoppelt. Das hat Heliad zu einem hohen Jahresgewinn von 18 Millionen Euro verholfen – und den Aktionären des börsennotierten PE-Investors zur ersten Dividendenzahlung seit vielen Jahren.

Heliad-Chef Stefan Feulner gilt als Intimus von Bernd Förtsch

Hintergrund der ungewöhnlichen Investments könnten persönliche Verbindungen sein. Die FinTech Group, das DAF und Heliad verbindet der starke Einfluss des in der Branche nicht unumstrittenen Kulmbacher Investors und Verlegers („Der Aktionär“) Bernd Förtsch, der laut Heliad auch für das Darlehen an das DAF bürgt. Die FinTech-Vorgängergesellschaft Flatex wurde von Förtsch aus der Taufe gehoben. Mit 60 Prozent dominierender Aktionär bei FinTech ist die ebenfalls dem Förtsch-Umfeld zuzurechnende Finanzholding „Gesellschaft für Börsenkommunikation“ (GfBk) mit Sitz in Kulmbach, über die Förtsch in der Vergangenheit auch verlegerisch tätig war.

Heliads größter Aktionär wiederum ist mit 47 Prozent der ähnlich zugeknöpfte Finanzdienstleister FinLab, der bis Anfang des Jahres noch unter dem viel bekannteren Namen Altira auftrat und bei dem Förtsch im Anschluss an den Rückzug des Firmengründers Christian Angermayer vor drei Jahren eine Sperrminorität von über 25 Prozent aufbaute. Inzwischen kontrolliert Förtsch über eines seiner Beteiligungsvehikel die Mehrheit der Altira-Nachfolgefirma FinLab und hat damit auch das Sagen bei Heliad. 

Amtierender Heliad-Chef wiederum ist Stefan Feulner, über den sich auf der Homepage des Unternehmens keinerlei Informationen finden, die über seinen Namen hinausgehen. Es ist jedoch bekannt, dass Feulner seit 2001 für verschiedene Förtsch-Unternehmen gearbeitet hat und Ende 2012 den Chefposten bei Heliad übernahm, nachdem Förtsch die Regie beim Hauptaktionär Altira übernommen hatte. Immerhin: Angesichts eines Jahresüberschusses von 18 Millionen könnte Heliad aber wahrscheinlich auch einen vollständigen Verlust des beim DAF im Feuer stehenden Darlehens recht gut verschmerzen.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de