Der PE-Investor Bain Capital verkauft knapp ein Drittel der Anteile an Wittur. Der Aufzugteilehersteller gehört seit vier Jahren zum Portfolio.

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02.01.19
Deals

PE-Investor Bain mit Teil-Exit bei Wittur

Der Aufzugteilehersteller Wittur bekommt einen weiteren Großaktionär: Bain Capital hat 32 Prozent der Anteile an einen kanadischen Pensionsfonds verkauft – mit einem ordentlichen Wertzuwachs.

Der kanadische Pensionsfonds PSP Investments steigt bei dem bayerischen Produzenten von Aufzugteilen Wittur ein. PSP übernimmt einen 32-prozentigen Anteil von dem Finanzinvestor Bain Capital, in dessen Portfolio Wittur seit Dezember 2014 liegt. Beide Aktionäre wollen einer Bain-Mitteilung zufolge eng zusammenarbeiten, um Witturs internationale Expansion voranzubringen. 

Über finanzielle Details des Deals wurde Stillschweigen vereinbart. Dass in seinem Zuge Wittur aber nennenswert frisches Kapital zufließen wird, ist unwahrscheinlich. Die Agentur Reuters meldet unter Berufung auf Branchenkreise, dass Wittur mit mehr als 1,2 Milliarden Euro bewertet worden sei. Reuters zufolge hatte Wittur für das Jahr 2017 ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuer und Abschreibungen (Ebitda) von 107 Millionen Euro gemeldet, auf Basis dieses zurückliegenden Ebitdas ergäbe sich ein Multiple von 12x. 

Bain prüfte Investoreninteresse für Wittur

Reuters zufolge hatte Bain in den zurückliegenden Monaten bei mehreren Investoren deren Interesse an einer Übernahme erkundet. Im Herbst hatte die Agentur unter Berufung auf Marktinsider berichtet, dass die Private-Equity-Investoren Partners Group und Cinven Interesse angemeldet hätten. Deutsche Bank und Goldman Sachs sollen als Berater für den Verkauf mandatiert gewesen sein. Auch ein möglicher Börsengang im Jahr 2019 habe als Option im Raum gestanden. 

Bain Capital hatte Wittur Ende 2014 von dem Private-Equity-Haus Triton für einen kolportierten Kaufpreis von rund 600 Millionen Euro übernommen. In der Folge hat Bain Capital weiter in den Aufzugteilehersteller investiert: Bereits ein knappes Jahr nach dem Einstieg kaufte der PE-Investor den italienischen Wettbewerber Sematic als Add-on für Wittur. Der Zukauf soll rund 200 Millionen Euro gekostet haben. Gleichzeitig fiel Wittur auch durch mehrere Managementwechsel binnen kurzer Zeit auf.  

Bain will Wittur weiter internationalisieren

Mit dem neuen Anteilseigner PSP an Bord will Wittur seine globale Expansion weiter vorantreiben. Im internationalen Markt gebe es noch „hochattraktives Wachstumspotential“, schreibt der Mehrheitseigner Bain. Wittur will unter anderem vom Trend zum Outsourcing in seiner Branche profitieren. 

Der Aufzugteileproduzent beschäftigt rund 4.600 Mitarbeiter und ist in 50 Ländern tätig. Der Verkauf der Anteile an PSP soll im ersten Quartal abgeschlossen werden.