Von Berlin nach Bad Homburg. Torsten Krumm verlässt den PE-Investor Odewald und schließt sich dem Konkurrenten HQ Equita an.

HQ Equita

04.04.16
Deals

PE-Manager Torsten Krumm geht zu HQ Equita

Torsten Krumm steigt als Senior Partner bei dem Family Office HQ Equita ein. Das Midcap-Geschäft von Odewald konnte der Private-Equity-Veteran zwar nicht retten. Aber mit seinem letzten Deal für Odewald hat er seinen Marktwert deutlich gesteigert.

Der ehemalige Managing Partner des Private-Equity-Investors Odewald, Torsten Krumm, hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. Nachdem vor wenigen Wochen bekannt wurde, dass sich Odewald – eigenen Angaben zufolge wegen des zu starken Wettbewerbs – aus dem Midcap-Segment zurückziehen wird, hatten die Berliner bereits Krumms Abschied zum 31. März angekündigt.

Wie heute bekannt wurde, ist der bekannte Private-Equity-Manager Krumm unmittelbar danach als Senior Partner und Geschäftsführer zu dem Bad Homburger PE-Investor HQ Equita gegangen. HQ Equita ist das Direktinvestmentvehikel des Family Offices der Quandt-Familie im deutschen Mittelstand und investiert in die gleiche Art von Unternehmen wie Odewald.

Bei HQ Equita verwaltet Torsten Krumm 450 Millionen Euro

Dort erweitert Krumm das bestehende Partnerteam von HQ Equita um Michael Hönig (Senior Partner und Geschäftsführer) und Hans J. Moock (Partner und Geschäftsführer). Der Fonds verfügt über Kapitalzusagen von 450 Millionen Euro und ist derzeit an zehn Unternehmen beteiligt. Damit ist Krumms neuer Arbeitgeber auf den ersten Blick etwas kleiner als Odewald, deren letzter Midcap-Fonds 610 Millionen Euro schwer gewesen ist.

Allerdings ist HQ Equita dank des großen Namens seiner Gesellschafter ein etablierter Anbieter von Private Equity im deutschen Mittelstand und Teil von HQ Capital, das nach eigenen Angaben rund 6 Milliarden US-Dollar in amerikanischen, europäischen und asiatischen Private-Equtiy-Anlagen angelegt hat.

D&B Audiotechnik: Torsten Krumms Empfehlung für HQ Equita

Das Midcap-Geschäft der Berliner konnte Krumm während seiner sechs Jahre bei Odewald zwar nicht retten. Gleichwohl setzte er mit seinem letzten Deal für Odewald ein Ausrufezeichen, das seine persönliche Reputation untermauert hat. Für den schwäbischen Soundspezialisten D&B Audiotechnik erzielte er eine Bewertung von 12x Ebitda, was einem Kaufpreis von bis zu 300 Millionen Euro entsprochen haben dürfte. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Internal Rate of Return, kurz: IRR) betrug laut FINANCE-Berechnungen rund 50 Prozent.

Mit diesem Deal allein könnte es Krumm gelungen sein, einen Großteil der Verluste wieder wettzumachen, die bei früheren Investments des aktuellen großen Odewald & Compagnie-Fonds entstanden sind. Die Investments in kleinere Mittelständler über das Vehikel Odewald KMU hingegen entwickelten sich durchgehend zufriedenstellend.

Vor seiner sechsjährigen Amtszeit bei Odewald war Krumm acht Jahre Partner des großen angelsächsischen PE-Investors Apax. Zuvor bekleidete er über einen Zeitraum von zehn Jahren verschiedene Positionen im Intel-Konzern – unter anderem als Direktor M&A.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de