Kein gutes Jahr für die PE-Investoren im deutschen Mittelstand: Gerade bei den gehobenen Deals im Mid-Market herrscht Flaute.

Thinkstock / Getty Images

28.01.14
Deals

Private Equity: Flaute im Mittelstand

Kein gutes Jahr für die PE-Investoren im deutschen Mittelstand: Der Markt ist aktuellen FINANCE-Erhebungen zufolge 2013 um mehr als ein Viertel eingebrochen. Die kleinen Private-Equity-Deals liefen zwar noch gut, das Problem liegt an anderer Stelle.

Der Markt für Private Equity im deutschen Mittelstand hat einen kräftigen Dämpfer erlitten: 2013 schrumpfte die Anzahl der Transaktionen, bei denen PE-Investoren die Mehrheit an deutschen Mittelständlern mit einem Unternehmenswert zwischen 50 und 250 Millionen Euro erworben haben, gegenüber dem Vorjahr von 29 auf 23. Das geschätzte kumulierte Dealvolumen ging um fast 30 Prozent von rund 3,5 Milliarden auf weniger als 2,3 Milliarden Euro zurück. Das zeigen aktuelle Daten von FINANCE-Research, die heute am Rande der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Beteiligungs AG vorgestellt worden sind.

Im langjährigen Vergleich fällt die aktuelle Schwäche des deutschen Mid-Markets sogar noch deutlicher aus: Bezogen auf das Dealvolumen war 2013 das zweischwächste Jahr, das der deutsche Mid Market seit 2005 erlebt hat. Gegenüber dem Rekordjahr 2006 fiel der Markt im vergangenen Jahr sogar um beinahe die Hälfte zurück – 2006 hatten die PE-Investoren in 34 Transaktionen noch ein Dealvolumen von mehr als 4 Milliarden Euro bewegt.

DBAG-Chef Torsten Grede: „Preiserwartungen zu hoch“

Schuld an dem deutlichen Markteinbruch ist in erster Linie das Fehlen größerer Transaktionen und von Secondary Buy-outs. Die Anzahl der Secondary Buy-outs sank gegenüber 2012 von zwölf auf acht. Und während im unteren Teil des Marktes mit Dealvolumina von 50 bis 100 Millionen Euro sogar zwei Buy-outs mehr als 2012 verzeichnet wurden, ging die Zahl der Deals über 100 Millionen Euro von dreizehn auf fünf zurück.

DBAG-Chef Torsten Grede findet die Marktentwicklung erstaunlich: „Angesichts der guten Finanzierungsbedingungen und des großen Angebots an Investitionsmitteln überrascht das.“ Grede führt den Rückgang der M&A-Deals auf die „Preisvorstellungen mancher Verkäufer“ zurück: „Mitunter passen Preiserwartung und Qualität des angebotenen Unternehmens nicht zusammen. Finanzinvestoren sind wählerischer geworden als vor der Finanzkrise.“

Equistone, Odewald und DBAG führen Ranking an

Dennoch war die von Grede geführte Deutsche Beteiligungs AG mit drei Transaktionen im vergangenen Jahr der aktivste PE-Investor im deutschen Mittelstand, der US-Investor Carlyle strukturierte zwei Buy-outs. Ansonsten gelang dies keinem weiteren PE-Investor. Langjährige Marktführer wie Axa Private Equity, nach der Trennung vom französischen Mutterhaus unlängst umfirmiert in Ardian,  Odewald & Compagnie oder Quadriga konnten 2013 kein neues Investment in der untersuchten Größenordnung abschließen.

Auf Sicht der vergangenen zehn Jahre gesehen dominieren diese PE-Häuser aber nach wie vor die Rangliste im deutschen Mittelstand: Mit 14 Transaktionen am aktivsten war zwischen 2004 und 2013 das Münchener PE-Haus Equistone, gefolgt von Odewald (13 Deals), der DBAG (12 Deals) und Quadriga (11 Deals). Ardian kommt in der Zehnjahresrückschau ebenso wie Triton und Equita auf neun Mittelstands-Buy-outs.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

Eine ausführliche Analyse des deutschen Mid Markets inklusive der Übersicht aller verzeichneten Buy-outs im Marktsegment zwischen 50 und 250 Millionen Euro finden Sie in der aktuellen Ausgabe von FINANCE, erhältlich im Abo, am Kiosk oder hier.