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03.04.18
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Rantum Capital verdoppelt Firepower

Erfolg für Ex-Investmentbanker Dirk Notheis: Seine Beteiligungsgesellschaft Rantum Capital hat einen neuen Mittelstandsfonds eingeworben – mehr als doppelt so groß wie der Debüt-Fonds.

Der Frankfurter Mittelstandsinvestor Rantum Capital hat einen neuen Fonds mit einem Volumen von 300 Millionen Euro eingeworben. Der neue Geldtopf ist mehr als doppelt so groß wie der Debütfonds aus 2015, für den die beiden Rantum-Gründer Dirk Notheis (Ex-Deutschlandchef von Morgan Stanley) und Marc Pahlow (Ex-Private-Equity-Manager bei Carlyle) 125 Millionen Euro einwerben konnten. Der erste Fonds ist nach Unternehmensaussagen bereits vollständig ausinvestiert.

Rantum Capital vergibt Nachrangdarlehen

Rantum Capital – benannt nach einem kleinen Ort auf Sylt – investiert das Kapital in Form von Nachrangdarlehen, die Eigenkapitalcharakter haben, dem Investor in den finanzierten Unternehmen aber nur begrenzt Mitspracherecht gewähren. In Rantums Investitionsfokus stehen auch beim zweiten Fonds deutsche Mittelständler mit einem Umsatz von bis zu einer halben Milliarde Euro. 

Das bislang größte Investment Rantums dürfte das mittelständische Arzneiunternehmen Cheplapharm sein, das 2016 von Rantum einen nicht genauer spezifizierten mittleren zweistelligen Millionenbetrag erhielt. Notheis und Pahlow suchen besondere Situationen, die Beteiligungsanlässe bieten, zum Beispiel größere Übernahmen oder das Herauskaufen von Minderheitsgesellschaftern. Derartige Transaktionen müssen Unternehmen manchmal mit eigenkapitalnahen Mitteln bilanziell flankieren.

Beim ersten Fonds versprach Notheis seinen Investoren eine Nettorendite von 10 Prozent. Diese für Private-Debt-Investments hohe Rendite könnte der erste Rantum-Fonds tatsächlich erreichen, deutete Notheis auf FINANCE-Nachfrage an: „Alle Unternehmen aus Fonds 1 entwickeln sich auf oder über Plan. Es gibt aktuell keine Indikationen, dass dies bis zum Ablauf des Fonds nicht weiterhin so sein sollte. Dies vorausgesetzt, dürfen die Investoren mit einer Rendite im niedrigen zweistelligen Bereich rechnen“, berichtet Notheis.   

Prominente Manager unterstützen Rantum Capital

Notheis hat das Team seit dem Start von Rantum Capital im Jahr 2015 deutlich vergrößert. Inzwischen beschäftigt Rantum inklusive der beiden Gründer acht Investmentmanager und seit kurzem auch einen CFO, den von EY gekommenen Haiko Büttner. Für den neuen Fonds hat Rantum auch schon erste Investments getätigt, unter anderem in einen nicht näher genannten Autozulieferer, der Fahrzeuginterieur herstellt. „Wir sehen aktuell auch bei Fonds 2 ein kräftiges Momentum an Dealflow“, freut sich Notheis.

Auch der prominent besetzte Industriebeirat ist größer geworden. Notheis hat zusätzlich die Ex-Chefs von Merck und Rheinmetall, Karl-Ludwig Kley und Klaus Eberhardt, in den Rantum-Beirat geholt. Dort sitzen unter anderem Air-Berlin-Gründer Joachim Hunold, Ex-Henkel-CFO Lothar Steinebach, der kürzlich als ProSiebenSat.1-Chef abgetretene Thomas Ebeling und der langjährige Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise.

Insgesamt agieren 16 Manager und Unternehmer an der Seite Rantums. Sie investieren parallel zu den institutionellen Geldgebern auch eigenes Geld in die Fonds des Frankfurter Finanzinvestors.    

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de